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Kettner Edelmetalle
06.03.2026
06:57 Uhr

Münchens OB stolpert über ein Fredl-Fesl-Zitat – und die Empörungsmaschinerie läuft auf Hochtouren

Man könnte meinen, in einer Zeit, in der Deutschland mit einer explodierenden Kriminalität, einer maroden Infrastruktur und einer galoppierenden Inflation zu kämpfen hat, gäbe es wahrlich Wichtigeres zu diskutieren. Doch weit gefehlt. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat es geschafft, kurz vor der anstehenden OB-Wahl am Sonntag die gesamte Aufmerksamkeit der politisch-medialen Klasse auf sich zu ziehen – nicht etwa wegen eines politischen Skandals, einer Korruptionsaffäre oder einer gescheiterten Stadtplanung. Nein. Er hat ein Wort gesagt.

Ein spontanes Zitat mit maximaler Sprengkraft

Was war geschehen? In der letzten Stadtratssitzung vor der Oberbürgermeisterwahl suchte der 67-jährige Amtsinhaber offenbar gut gelaunt seinen Platz in der Tagesordnung und murmelte dabei vor sich hin: „So, wo samma, sagen die Neger." Ein Zitat des 2024 verstorbenen niederbayerischen Kabarettisten Fredl Fesl, wie Reiter anschließend erklärte. Die Sitzung wurde live gestreamt, die entsprechende Stelle ist nach wie vor im Netz abrufbar. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Reiter sah sich genötigt, in einer offiziellen Pressemitteilung Stellung zu beziehen. Es habe sich um ein spontanes Zitat gehandelt, das ihm „über die Lippen kam". Es sei ihm in keiner Weise darum gegangen, Menschen zu verletzen oder abzuwerten. Sollte sich dennoch jemand verletzt gefühlt haben, bedauere er dies ausdrücklich und bitte um Entschuldigung. Soweit die ritualisierte Unterwerfungsgeste, die mittlerweile zum Standardrepertoire jedes Politikers gehört, der es wagt, ein Wort zu verwenden, das nicht dem aktuellen Sprachkodex entspricht.

Der Stadtrat, der das Wort ächtete – und es dann selbst benutzte

Besonders pikant an der ganzen Angelegenheit: Es war ausgerechnet der Münchner Stadtrat unter Reiters Führung, der vor vier Jahren einen Beschluss mit dem Titel „N-Wort ächten" verabschiedet hatte. Jenes euphemistische Konstrukt „N-Wort", das inzwischen von Politikern und Medien verwendet wird, als handele es sich bei dem eigentlichen Begriff um eine Art Beschwörungsformel, deren bloße Aussprache Unheil über die Menschheit bringt. Reiter selbst räumte ein, dass die Verwendung des Wortes „als rassistisch einzuordnen und abzulehnen" sei, und betonte seine „besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander".

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein erwachsener Mann, Oberbürgermeister einer Millionenstadt, zitiert einen verstorbenen bayerischen Volkskabarettisten – und muss sich anschließend öffentlich dafür geißeln, als hätte er ein Staatsverbrechen begangen. Willkommen im Deutschland des Jahres 2026.

Die Prioritäten einer Gesellschaft im Zerrspiegel

Was sagt es über den Zustand unserer Gesellschaft aus, wenn ein harmloses Kabarett-Zitat mehr Empörung auslöst als die Tatsache, dass in bayerischen Städten IS-Sympathisanten Massaker planen? Dass Afghanen vor Gericht erklären, nur Allah als Autorität anzuerkennen? Dass die Kaufkraft der Deutschen seit der Corona-Krise kontinuierlich sinkt und die Inflation das Ersparte der Bürger auffrisst wie ein unersättliches Raubtier?

Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar: In einem Land, in dem die Sprachpolizei längst mehr Macht hat als die tatsächliche Polizei auf den Straßen, werden Prioritäten nicht nach Relevanz, sondern nach dem Grad der moralischen Empörung gesetzt. Ein falsches Wort wiegt schwerer als eine gescheiterte Integrationspolitik. Ein Kabarett-Zitat erschüttert die Republik mehr als steigende Messerangriffe in deutschen Innenstädten.

Fredl Fesl dreht sich im Grab um

Der verstorbene Fredl Fesl, ein Urgestein des bayerischen Humors, hätte über diese Posse vermutlich einen seiner legendären Witze gemacht. Doch Humor ist in Deutschland längst zur Gefahrenzone geworden. Wer heute noch lacht, muss aufpassen, dass er nicht das Falsche belacht. Wer zitiert, muss prüfen, ob das Zitat den aktuellen moralischen Reinheitsgeboten standhält. Und wer als Politiker einen Moment der Unachtsamkeit zeigt, wird gnadenlos durch die Mangel der öffentlichen Meinung gedreht.

Dieter Reiter gilt laut Umfragen weiterhin als großer Favorit für die Wahl am Sonntag. Es wäre seine dritte Amtszeit – er regiert München seit dem 1. Mai 2014. Ob ihm das Fredl-Fesl-Zitat tatsächlich schadet, darf bezweifelt werden. Der durchschnittliche Münchner Bürger hat vermutlich ganz andere Sorgen als die Frage, ob sein Oberbürgermeister ein Wort verwendet hat, das vor dreißig Jahren noch völlig selbstverständlich zum deutschen Sprachgebrauch gehörte.

Doch die Episode offenbart einmal mehr das groteske Missverhältnis zwischen den tatsächlichen Problemen dieses Landes und den Scheingefechten, mit denen sich die politische Klasse beschäftigt. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant, das kommende Generationen mit Schulden belastet, während die Kriminalität auf Rekordniveau verharrt und die Bürger sich in ihren eigenen Städten nicht mehr sicher fühlen – da diskutiert Deutschland über ein Wort. Ein einziges Wort.

Vielleicht sollten wir uns weniger darum sorgen, welche Begriffe unsere Politiker verwenden, und mehr darum, welche Politik sie tatsächlich machen. Aber das wäre wohl zu viel verlangt in einer Zeit, in der Symbolpolitik und Sprachkosmetik längst wichtiger geworden sind als echte Lösungen für echte Probleme.

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