
Münchner Sicherheitskonferenz: Nur eine Bühne der Eitelkeiten?
Während in der Ukraine Kinder sterben, Hunderttausende frieren und Raketen auf Wohnhäuser einschlagen, bereitet sich die politische Elite Europas auf ihr jährliches Stelldichein in München vor. Die frühere NATO-Chefstrategin Stefanie Babst findet dafür Worte, die man in ihrer Deutlichkeit selten aus dem Umfeld des Bündnisses hört: Die Münchner Sicherheitskonferenz sei vor allem „eine Plattform, auf der sich Menschen darstellen können". Ernsthafte strategische Fortschritte? Fehlanzeige.
Eine Konferenz der schönen Reden – während die Realität brennt
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während russische Drohnen und Raketen in kombinierter Wucht über Kiew, Odessa und Dnipro hereinbrechen, während fast 300.000 Menschen in Odessa ohne Strom und Wasser ausharren und in Charkiw einjährige Kinder durch Bomben sterben, versammelt sich die westliche Sicherheitselite zum gepflegten Diskurs im Bayerischen Hof. Babst, die als eine der profiliertesten Stimmen der NATO-Strategieplanung gilt, lässt keinen Zweifel daran, was sie von diesem Format hält: „Ich erwarte da keine großen inhaltlichen Fortschritte, sondern ich erwarte eher sehr viele Menschen, die ein großes Interesse daran haben, Reden zu halten."
Diese Einschätzung ist so ernüchternd wie bezeichnend für den Zustand der europäischen Sicherheitsarchitektur. Denn die Fakten sprechen eine brutale Sprache: Ein kombinierter russischer Luftangriff mit 25 Raketen und mehr als 200 Drohnen hat in der Nacht auf Donnerstag erneut schwere Schäden an der Energieversorgung mehrerer ukrainischer Großstädte verursacht. Selenskyj selbst räumte ein, dass Patriot-Flugabwehrsysteme im Januar nicht eingesetzt werden konnten – schlicht weil die Munition fehlte. Ein Armutszeugnis für den gesamten Westen.
Deutschland als größter europäischer Geldgeber – doch zu welchem Preis?
Die neuesten Zahlen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft offenbaren eine tektonische Verschiebung in der Lastenverteilung. Nachdem die US-Hilfen für die Ukraine 2025 im Vergleich zum Vorjahr um schwindelerregende 99 Prozent eingebrochen sind – von 46,39 Milliarden Euro auf gerade einmal 0,48 Milliarden –, musste Europa in die Bresche springen. Und wer steht ganz vorne? Deutschland, mit satten 9,01 Milliarden Euro Militärhilfe allein im Jahr 2025. Großbritannien folgt mit 5,44 Milliarden, Schweden mit 3,71 Milliarden.
Man fragt sich unweigerlich: Kann sich ein Land, das selbst mit maroder Infrastruktur, einer schwächelnden Wirtschaft und einem 500-Milliarden-Schuldenberg kämpft, diese Großzügigkeit auf Dauer leisten? Friedrich Merz hatte den Deutschen versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Die Realität sieht anders aus. Die Kosten des Ukraine-Engagements werden letztlich vom deutschen Steuerzahler getragen – von jenen Bürgern, die selbst mit steigenden Energiepreisen und einer galoppierenden Inflation zu kämpfen haben.
Lettlands Verteidigungsminister: Frieden bis Juni „unrealistisch"
Auch der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds gießt kaltes Wasser auf die Hoffnungen jener, die an einen schnellen Friedensschluss glauben. Putins imperiale Ambitionen seien ungebrochen, der Drang in Moskau, fremde Länder anzugreifen und zu besetzen, bestehe unvermindert fort. Ein Frieden bis Juni, wie von US-Präsident Trump angestrebt, sei „ziemlich unrealistisch". Gleichzeitig erteilte Sprūds der Idee einer eigenständigen europäischen nuklearen Abschreckung eine klare Absage und betonte, Europa könne sich auch künftig nicht ohne die USA verteidigen.
Diese Abhängigkeit ist das eigentliche Dilemma. Denn während Washington unter Trump seine Prioritäten offensichtlich verschiebt – US-Verteidigungsminister Hegseth sagte sein Erscheinen beim NATO-Treffen in Brüssel kurzerhand ab und schickte lediglich einen Staatssekretär –, steht Europa strategisch nackt da. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet jene europäischen Nationen, die jahrzehntelang ihre Verteidigungsausgaben vernachlässigt haben, nun händeringend nach amerikanischem Schutz rufen.
Selenskyj zwischen Trotz und Pragmatismus
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich derweil in einem bemerkenswerten Interview mit „The Atlantic" offen für Präsidentschaftswahlen und ein Referendum über ein Friedensabkommen – allerdings nur unter strikten Bedingungen. „Sind wir bereit für Wahlen? Wir sind bereit. Sind wir bereit für ein Referendum? Wir sind bereit", sagte er. Doch er knüpft dies an Sicherheitsgarantien und einen Waffenstillstand. Zudem fordert er ein konkretes Datum für einen EU-Beitritt der Ukraine, idealerweise bis 2027.
Gleichzeitig wirft Selenskyj Russland vor, bei weiteren Verhandlungen zu zögern. Die USA hätten für die kommende Woche Gespräche in Miami oder den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgeschlagen, die Ukraine habe sofort zugesagt. Russland hingegen halte sich bedeckt. Kreml-Sprecher Peskow bestätigte lediglich vage, eine weitere Gesprächsrunde sei „bald zu erwarten".
Russlands zynisches Spiel auf der Weltbühne
Besonders entlarvend ist Moskaus Reaktion auf den Olympia-Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskewytsch. Der Athlet hatte mit kleinen Aufdrucken auf seinem Helm an im Krieg getötete ukrainische Sportler erinnert und wurde dafür vom IOC disqualifiziert. Kreml-Sprecher Peskow kommentierte dies mit den Worten: „Sport sollte nicht politisiert werden." Die Ironie könnte kaum größer sein – ausgerechnet jenes Land, das wegen seines Angriffskrieges von Olympia ausgeschlossen ist, belehrt andere über die Trennung von Sport und Politik.
Selenskyj kritisierte die Entscheidung des IOC scharf und erklärte, die olympische Bewegung solle helfen, Kriege zu beenden, und nicht „Aggressoren in die Hände spielen". Mut sei mehr wert als jede Medaille. Man kann ihm in diesem Punkt nur schwer widersprechen.
Die Verluste – und was sie bedeuten
Die nackten Zahlen dieses Krieges sind erschütternd. Nach NATO-Einschätzungen belaufen sich die russischen Verluste mittlerweile auf rund 1,3 Millionen Soldaten – getötet oder verwundet. Allein im vergangenen Jahr seien etwa 400.000 russische Soldaten ausgefallen, darunter geschätzte 350.000 Tote. Ein ranghoher NATO-Beamter konstatierte nüchtern: „Moskau opfert damit mehr Männer und Frauen als in jedem europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg." Dennoch mache Russland entlang mehrerer Frontabschnitte weiterhin schrittweise Geländegewinne.
Unterdessen schlägt die Ukraine zurück, wo sie kann. Drohnenangriffe auf eine Lukoil-Raffinerie in der Oblast Wolgograd und auf ein Militärobjekt nahe der Ortschaft Kotluban zeigen, dass Kiew trotz der massiven Luftangriffe auf die eigene Infrastruktur offensiv handlungsfähig bleibt. In Kotluban musste wegen anhaltender Detonationen sogar eine Evakuierung angeordnet werden.
Was die Deutschen wirklich wollen
Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass 58 Prozent der Deutschen direkte Gespräche zwischen Bundeskanzler Merz und Putin über ein Ende des Krieges befürworten. Nur 26 Prozent sprachen sich dagegen aus. Besonders bemerkenswert: Selbst unter den Unions-Wählern liegt die Zustimmung bei 64 Prozent. Das deutsche Volk hat offenbar ein feines Gespür dafür, dass Diplomatie und Dialog keine Schwäche sind, sondern Notwendigkeit.
Doch statt auf die eigene Bevölkerung zu hören, verliert sich die politische Klasse in endlosen Konferenzen und Selbstdarstellungsritualen. Der Linken-Vorsitzende Jan van Aken forderte gar, Merz solle Chinas Präsident Xi Jinping zu einem Ukraine-Gipfel einladen – ein Vorschlag, der zumindest den Vorzug hat, über den üblichen Tellerrand hinauszudenken. Ob er realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.
Russland sperrt WhatsApp – digitale Mauern im 21. Jahrhundert
Fast beiläufig, aber symptomatisch für den Zustand des Putin-Regimes, ist die Sperrung von WhatsApp in Russland. Über 100 Millionen Nutzer sollen stattdessen auf die staatliche Plattform „Max" umsteigen – eine App, über die auch Zahlungen und staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden. WhatsApp selbst sprach von einer „Überwachungs-App" und einem „Rückschritt, der die Sicherheit der Menschen in Russland nur beeinträchtigen kann". Es ist ein weiterer Baustein in Putins Kontrollarchitektur, die Freiheit Stück für Stück erstickt.
Ein Krieg ohne Ende – und Gold als sicherer Hafen
Die geopolitische Lage bleibt hochexplosiv. Das Auslaufen des „New Start"-Abkommens zur Begrenzung von Atomwaffen, die zunehmende Militarisierung der Arktis, die Spannungen um Grönland – all dies zeichnet das Bild einer Welt, die aus den Fugen gerät. Russlands Außenminister Lawrow drohte bereits mit „Gegenmaßnahmen, auch militärtechnischer Art", sollte Grönland militarisiert werden. Gleichzeitig bezeichnete er das Verhältnis zwischen Putin und Trump als „exzellent" – eine Einschätzung, die in europäischen Hauptstädten für Nervosität sorgen dürfte.
In Zeiten solch fundamentaler Unsicherheit erweist sich einmal mehr, was Generationen vor uns bereits wussten: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben der ultimative Anker in stürmischen Zeiten. Während Papierwährungen durch Schuldenorgien entwertet werden, während geopolitische Krisen eskalieren und Aktienmärkte nervös zucken, bewahrt das gelbe Metall seinen Wert – seit Jahrtausenden. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio kaum vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Die in diesem Beitrag geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung der Redaktion wider und begründen keinerlei Haftung.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















