
Putins Gold-Ausverkauf: Moskau verscherbelt Reserven für den Krieg!

Die russische Zentralbank hat im September zum zehnten Mal in Folge Gold aus ihren Tresoren verkauft. Der Bestand sank um rund 6,2 Tonnen auf etwa 2.264 Tonnen und damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2019. Während Notenbanken weltweit Gold horten wie lange nicht, plündert Moskau seinen Goldschatz, um Haushaltslöcher und den ausufernden Rüstungsetat zu stopfen.
Zehn Monate Aderlass
Seit Dezember 2025 hat die Bank Rossii rund 62 Tonnen abgegeben, also zwei Millionen Feinunzen. Länger am Stück hat Russland seit Jahrzehnten nicht verkauft. Allein im ersten Halbjahr 2026 waren es Branchenberichten zufolge 43,5 Tonnen. Schon zwischen Januar und April verzeichnete die Notenbank mit 27,9 Tonnen den stärksten Viermonatsrückgang seit 2002.
Die Rekordpreise am Weltmarkt verdecken einen Teil des Schwunds, aber nicht alles. Der Wert der Reserven fiel bis Ende September von 333,4 auf rund 301,6 Milliarden US-Dollar. Anfang 2022 lagen noch etwa 2.300 Tonnen in den Moskauer Tresoren, damals der fünftgrößte Goldschatz der Welt.
Die Kriegskasse ist leer
Hinter den Verkäufen steckt keine neue Geldpolitik. Es geht um Defizitfinanzierung über einen Buchungstrick. Das Finanzministerium holt sich über die sogenannte Haushaltsregel Geld aus dem Nationalen Wohlstandsfonds, die Zentralbank verkauft das passende Gold am Markt. Notenbankchefin Elvira Nabiullina bestätigte das Verfahren am 11. September. Die Abgänge kämen vor allem aus den Geschäften des Ministeriums, sagte sie.
Der Druck ist enorm. Von Januar bis August stieg das Haushaltsdefizit Berichten zufolge auf 5,8 Billionen Rubel, umgerechnet etwa 68,4 Milliarden US-Dollar. Das Ziel für das ganze Jahr, 3,8 Billionen Rubel, war damit nach acht Monaten schon weit überschritten. Russische Exilmedien rechnen bis Jahresende mit einem Loch von 7,3 Billionen Rubel.
Besserung ist nicht in Sicht. Für 2027 will der Kreml die Verteidigungsausgaben noch einmal um 27 Prozent auf 17,1 Billionen Rubel erhöhen, das sind gut 202 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig erwarten Analysten des Moskauer Brokers Finam geringere Einnahmen aus Öl und Gas. Das Gold ist damit die letzte flüssige Reserve. Laut IWF-Daten schmolz der russische Bestand nur einmal schneller: in der Schuldenkrise von 1998.
Der Goldschatz von zwei Jahrzehnten schrumpft
Das ist bemerkenswert. Zwischen 2002 und 2025 hatte Russland mehr als 1.900 Tonnen gekauft, davon allein 1.200 Tonnen von 2014 bis 2019. Nach dem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hörten die Nettokäufe fast ganz auf. Das Gold sollte Russland gegen westliche Sanktionen schützen. Jetzt bezahlt Moskau damit den Krieg.
Die Welt kauft, Moskau verkauft
Russland stellt sich damit gegen einen der stärksten Trends an den Rohstoffmärkten. Laut World Gold Council kauften die Zentralbanken in den vergangenen vier Jahren im Schnitt rund 1.000 Tonnen Gold pro Jahr. Das ist doppelt so viel wie im Jahrzehnt davor. In einer aktuellen Umfrage unter 76 Notenbanken erwarten 89 Prozent weltweit steigende Goldreserven. 45 Prozent wollen selbst kaufen, nur ein Prozent rechnet mit Abflüssen. 74 Prozent gehen davon aus, dass der Anteil des Dollars an den Reserven sinkt.
Im Juli kauften die Zentralbanken insgesamt 23 Tonnen netto. Russland war mit minus sechs Tonnen der größte Verkäufer weltweit. Medienberichten zufolge verkleinert auch Kasachstan seine Bestände, während Polen und China weiter kaufen.
Die Barren fließen nach Osten
Den Londoner Markt kann Moskau nicht mehr nutzen. Deshalb gehen die russischen Barren zunehmend nach Asien. Hongkong führte in den ersten sieben Monaten 2026 rund 112,7 Tonnen russisches Gold ein, mehr als im ganzen Jahr 2025 mit 92,1 Tonnen. Ob die eigenen Minen die Verluste ausgleichen, ist fraglich. Das russische Ressourcenministerium erwartet 480 bis 500 Tonnen Förderung. Das Analysehaus Metals Focus schätzt die tatsächliche Produktion dagegen um 28,8 Prozent niedriger.
Fazit: Gold bleibt die Notreserve
Moskaus Verkäufe zeigen vor allem eines: Wenn ein Staat finanziell nicht mehr weiterweiß, greift er auf sein Gold zurück. Den Goldmarkt bringen sie bislang nicht ins Wanken, denn die anderen Notenbanken kaufen weiter. Für Sparer ist die Lehre klar. Wer sein Vermögen gegen Krisen, Schulden und Inflation absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio halten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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