
Schönwetter-Sozialismus: DGB fordert „Hitze-Ausfallgeld“ – und schweigt eiskalt zur Frage, wer das bezahlen soll
Es ist Hochsommer, die Thermometer klettern, und pünktlich zur Saison präsentiert der Deutsche Gewerkschaftsbund die nächste Idee aus dem schier unerschöpflichen Katalog neuer Sozialleistungen. DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert allen Ernstes ein staatlich geregeltes „Hitze-Ausfallgeld“. Wer wegen zu hoher Temperaturen nicht arbeiten könne, solle künftig finanziell abgesichert werden. Klingt fürsorglich? Vielleicht. Doch bei näherem Hinsehen offenbart sich ein Vorschlag, der so viele Fragen offenlässt, dass man sich fragen muss, ob die Hitze auch in den Chefetagen der Gewerkschaften bereits ihre Spuren hinterlassen hat.
Die alte Leier: Fordern, ohne zu sagen, wer zahlt
„In extremen Fällen wird zukünftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben“, erklärte Fahimi gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Gesetzgeber müsse Regelungen finden, die ein solches Ausfallgeld „solidarisch“ sichern. Ein schönes Wort, dieses „solidarisch“. Es klingt warm, gemeinschaftlich, unschuldig. In der Realität bedeutet es meist nur eines: Der Steuerzahler und die ohnehin schon geschundenen Arbeitgeber werden erneut zur Kasse gebeten.
Denn wer genau die neue Wohltat finanzieren soll, ließ die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete elegant offen. Wie das System funktionieren, ab welcher Temperatur es greifen und wer am Ende die Rechnung begleichen soll – all das bleibt im Nebel. Man fordert erst und denkt später. Oder eben gar nicht.
Statistik nach Gefühl
Begründet wird der Vorstoß mit einer Erhebung des gewerkschaftseigenen „DGB-Index Gute Arbeit“. Demnach fühlten sich 35 Prozent der Befragten durch hohe Temperaturen am Arbeitsplatz stark belastet. Bei jenen, die täglich über sechs Stunden im Freien arbeiten, seien es knapp 60 Prozent. Man beachte den entscheidenden Zusatz: Die Zahlen beruhen auf der subjektiven Einschätzung der über 4.000 Befragten. Es geht also nicht um harte Fakten, sondern um Gefühle. Politik nach Bauchgefühl – ein Muster, das man aus Berlin inzwischen zur Genüge kennt.
„Jeder Hitzetag kostet unsere Wirtschaft 431 Millionen Euro und erhöht das Risiko für Arbeitsunfälle signifikant“, warnte Fahimi.
Auch diese eindrucksvolle Summe stammt nicht aus realen Abrechnungen einzelner Unternehmen, sondern aus einer volkswirtschaftlichen Modellrechnung. Modellrechnungen haben die angenehme Eigenschaft, dass sie fast jedes gewünschte Ergebnis liefern, wenn man nur die richtigen Annahmen einsetzt. Doch mit einer beeindruckenden Zahl lässt sich eben trefflich Politik machen.
Als Deutschland noch ohne staatliche Rundumversorgung überlebte
Erinnern wir uns: Die Sommer 1976, 1982 und 1983 waren glühend heiß. Und dennoch – man mag es kaum glauben – hat Deutschland überlebt, ohne dass der Staat ein „Schönwettergeld“ auszahlen musste. Dächer wurden gedeckt, Straßen geteert, Felder bestellt. Man begann früher am Morgen, arbeitete in den kühleren Stunden und passte sich an. Es hieß damals noch Eigenverantwortung und Flexibilität – Begriffe, die im heutigen bürokratischen Vollkasko-Staat offenbar zu Fremdwörtern verkommen sind.
Bemerkenswert ist auch ein Aspekt, der in der Debatte gerne verschwiegen wird: In Deutschland und Europa gibt es nach wie vor deutlich mehr Kälte- als Hitzetote. Doch von einem „Kälte-Ausfallgeld“ für frierende Bauarbeiter im Januar hört man aus den Gewerkschaftszentralen erstaunlich wenig. Das passt eben nicht ins Narrativ.
Was heute schon gilt
Dabei sind Arbeitgeber ohnehin bereits verpflichtet, bei hohen Temperaturen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Verschattung, bereitgestellte Getränke, angepasste Kleiderordnung – all das existiert längst. Ein automatisches „Hitzefrei“ für Arbeitnehmer gibt es hingegen nicht, und das aus gutem Grund. Fahimis Forderung wäre also tatsächlich eine völlig neue gesetzliche Sozialleistung – in einem Land, das sich bereits jetzt unter der erdrückenden Last seiner Sozialausgaben und Bürokratie kaum noch bewegen kann.
Ein vergleichbares Modell existiert übrigens bereits im Dachdeckerhandwerk: Dort erhalten Beschäftigte bei witterungsbedingten Ausfällen zwischen April und November 75 Prozent ihres Stundenlohns, begrenzt auf 53 Stunden im Jahr, finanziert über die branchenspezifische Sozialkasse. Ein branchenintern ausgehandeltes System – etwas grundlegend anderes als eine flächendeckende, staatlich verordnete Zwangsleistung.
Immer neue Belastungen für einen ausgezehrten Standort
Man muss die Frage stellen: Wie viel soll der deutsche Wirtschaftsstandort eigentlich noch verkraften? Explodierende Energiepreise, ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg für sogenannte Infrastruktur, die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität, steigende Abgaben – und nun auch noch ein „Schönwettergeld“ obendrauf. Wer soll all das noch erwirtschaften, wenn immer neue Vorschläge die Produktivität untergraben und die Betriebe in die Knie zwingen?
Wahre Fürsorge für Arbeitnehmer sieht anders aus. Sie bestünde darin, den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen, Bürokratie abzubauen und den Menschen mehr Netto vom Brutto zu lassen. Doch dafür braucht es Politiker mit Rückgrat und wirtschaftlichem Sachverstand – und keine Funktionäre, die nach jedem Sonnenstrahl reflexartig nach dem Staat und dem Portemonnaie anderer rufen.
Beständiger als jede Sozialleistung: physische Werte
Während in Berlin über immer neue Umverteilungsmodelle sinniert wird und der Wert des Ersparten durch Inflation und ausufernde Staatsverschuldung leise dahinschmilzt, lohnt sich der Blick auf beständige Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen weder Hitzetage noch politische Schönwetter-Programme. Sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eignen sich als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio – gerade in Zeiten, in denen der Staat immer neue Wege findet, das Geld seiner Bürger zu beanspruchen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Investitionsentscheidungen jeder Art sollten stets auf einer eigenständigen und sorgfältigen Recherche beruhen oder unter Hinzuziehung eines qualifizierten Fachberaters getroffen werden. Für Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

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