
Schulden-Falle Ukraine: Brüssel steuert auf 200 Milliarden zu!

Die EU steht vor einem neuen Schuldenberg. Nach Berechnungen der „Welt am Sonntag“ auf Basis von Zahlen der EU-Kommission dürften die gemeinsamen Kredite für die Ukraine bald die Marke von 200 Milliarden Euro überschreiten. Die gefeierten Zinsen aus eingefrorenem russischen Vermögen decken nur einen Bruchteil davon. Schon in der kommenden Woche beraten die Staats- und Regierungschefs, wie es weitergehen soll.
Kiew braucht 70 Milliarden – Brüssel soll 46 zahlen
Die Lage ist schnell erzählt. Bisher hat Brüssel dem Bericht zufolge 166 Milliarden Euro nach Kiew überwiesen. Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete jüngst einen zusätzlichen Bedarf von 70 Milliarden Euro an. Nach aktueller Planung sollen 46 Milliarden davon auf die EU entfallen.
Medienberichten zufolge hatte Selenskyj beim EU-Gipfel im Oktober vorgerechnet, der Krieg werde sein Land im Jahr 2027 insgesamt 155 Milliarden Euro kosten. Ein großer Teil des Zusatzgelds soll in die eigene Drohnenproduktion fließen.
Russlands Milliarden: Viel Symbolik, wenig Geld
Hier liegt der Haken. Ein Teil der 46 Milliarden soll aus den Zinserträgen der in Europa eingefrorenen russischen Vermögen kommen. Doch diese Quelle sprudelt eher wie ein tropfender Wasserhahn. In gut zwei Jahren kamen laut Kommission gerade einmal rund acht Milliarden Euro zusammen – verteilt auf fünf Tranchen:
- Juli 2024: 1,5 Milliarden Euro
- April 2025: 2,1 Milliarden Euro
- August 2025: 1,6 Milliarden Euro
- April 2026: 1,4 Milliarden Euro
- August 2026: 1,4 Milliarden Euro
Und der eigentliche Kapitalstock? Bleibt aus rechtlichen Gründen voraussichtlich tabu. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte schon im Dezember 2025 vehement dafür geworben, die Vermögen selbst nutzbar zu machen – vergeblich. Berichten zufolge blockiert Belgien, wo ein Großteil der Gelder liegt, bis heute. Übrig bleibt die bequemste Lösung: neue gemeinsame Schulden.
Vom Corona-Tabubruch zur Dauerlösung
Wer sich erinnert: 2020 verschuldete sich die EU im Zuge der Corona-Krise erstmals in großem Stil gemeinschaftlich – mit dem 750-Milliarden-Paket „NextGenerationEU“. Damals hieß es, das sei eine einmalige Ausnahme. Seitdem wurde dieser Weg immer wieder beschritten, mehrfach für die Ukraine.
Für Deutschland als größten Nettozahler der Union ist das keine abstrakte Rechnung. Am Ende haften die Mitgliedstaaten – und damit ihre Steuerzahler. Dass parallel in Berlin ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump läuft, macht die Sache nicht beruhigender.
Kiews Haushaltsloch wird größer
Gleichzeitig verschärft sich die Not in Kiew. Russische Angriffe auf Energie- und Logistikinfrastruktur reißen das Loch im Staatshaushalt weiter auf, der bereits etwa zur Hälfte an EU-Hilfen hängt. Die ukrainische Nationalbank erklärte in dieser Woche, die Wirtschaft werde 2026 schrumpfen – geplant war ein Plus von 1,8 Prozent. Der Bedarf für 2027 dürfte also eher steigen.
Widerstand wächst – von links bis rechts
In vielen EU-Staaten bröckelt die Zustimmung. In Frankreich wird im Mai 2027 gewählt; die als Favoritin gehandelte Marine Le Pen will die Ukraine-Hilfen beenden und Frankreichs EU-Zahlungen auf etwa 20 Prozent des heutigen Niveaus kappen.
Auch hierzulande wird es lauter. Linken-Politiker Dietmar Bartsch erklärte:
„Der Bürger darf finanziell nicht für Putins Krieg büßen. Ukraine-Hilfen darf es nur geben, wenn diese nicht in Sozialkürzungen hierzulande münden.“
Merz und die EU müssten endlich eine Rolle bei Friedensverhandlungen spielen, so Bartsch. Ganz anders DIW-Chef Marcel Fratzscher: Er plädiert für gemeinsame europäische Anleihen, die langfristig sogar über gemeinsame EU-Steuern finanziert werden sollten. Kritiker dürften darin genau das sehen, wovor sie seit Jahren warnen – eine schleichende Schulden- und Steuerunion durch die Hintertür.
Was das für Sparer bedeutet
Immer neue Gemeinschaftsschulden setzen den Euro langfristig unter Druck. Wer sein Erspartes nicht allein dem Haushaltskurs in Brüssel überlassen will, kann über eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. Sie gehören keiner Regierung und gelten seit Jahrhunderten als Schutz in Krisenzeiten, als ein Baustein in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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