
Spanische Justiz erteilt Fernandes-Vorwürfen gegen Ulmen eine schallende Abfuhr
Was von manchen Medien bereits als ausgemachter Skandal inszeniert wurde, entpuppt sich zunehmend als juristisches Kartenhaus: Die Staatsanwaltschaft Palma de Mallorca hat es abgelehnt, die von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhobenen Vorwürfe zur Anklage zu bringen. Mehr noch – die spanischen Ankläger bescheinigen den angezeigten Sachverhalten keinerlei hinreichende strafrechtliche Relevanz. Ein Paukenschlag, der die mediale Vorverurteilung der vergangenen Wochen in einem gänzlich anderen Licht erscheinen lässt.
Spaniens Staatsanwaltschaft spricht Klartext
Die Rechtsanwaltskanzlei Schertz Bergmann, die Christian Ulmen in dieser Angelegenheit vertritt, teilte am späten Montagabend mit, dass die Staatsanwaltschaft Palma de Mallorca beantragt habe, die fehlende Zuständigkeit der spanischen Gerichte festzustellen und das Verfahren nach Deutschland abzugeben. Doch das eigentlich Entscheidende verbirgt sich hinter der nüchternen Juristensprache: Die spanische Justiz sieht in den vorgebrachten Anschuldigungen schlicht keinen strafrechtlich relevanten Tatbestand. Für keinen einzigen der von der Anzeige erfassten Sachverhalte sei man zuständig, so das klare Ergebnis der Anklagebehörde.
Besonders pikant: Fernandes hatte wiederholt betont, gerade deshalb auf die spanische Justiz zu setzen, weil dort deutlich strengere Gesetze gegen Identitätsdiebstahl und sogenannte digitale sexuelle Übergriffe existierten. Ausgerechnet diese vermeintlich schärfere Rechtsordnung kommt nun zu dem Schluss, dass die Vorwürfe nicht einmal die Schwelle zur strafrechtlichen Relevanz überschreiten. Man könnte sagen: Die Strategie, sich das günstigere Forum zu suchen, ist spektakulär gescheitert.
Ein bereits eingestelltes Verfahren und neue Gegenvorwürfe
Darüber hinaus bestätigten die spanischen Ankläger laut Ulmens Anwälten, dass sich unter Fernandes' Einlassungen ein Vorfall befinde, der sich im Jahr 2023 in Palma ereignet haben soll und mit der Festnahme beider Ehegatten geendet habe. Dieses Verfahren sei bereits durch das zuständige Gericht eingestellt worden. Ein Detail, das in der bisherigen medialen Berichterstattung erstaunlich wenig Beachtung fand.
Ulmen selbst hatte erst vor wenigen Tagen über seine Anwaltskanzlei die Vorwürfe seiner Ex-Frau entschieden zurückgewiesen. Er soll Fernandes seinerseits vorgeworfen haben, ihm eine Verletzung am Hals zugefügt zu haben. Die Angelegenheit ist also weitaus komplexer, als es die einseitige Darstellung in zahlreichen Talkshows und Nachrichtenformaten vermuten ließ.
Wenn Medien zum Richter werden
Der Fall wirft einmal mehr ein grelles Schlaglicht auf den Zustand der deutschen Medienlandschaft. Noch bevor ein einziges Gericht auch nur ansatzweise über die Vorwürfe befunden hatte, wurde in Talkshows und Nachrichtensendungen ein Narrativ etabliert, das kaum Raum für die Unschuldsvermutung ließ. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk inszenierte Fernandes' Darstellung als nahezu unumstößliche Wahrheit – eine journalistische Praxis, die man bestenfalls als fahrlässig, schlimmstenfalls als bewusst tendenziös bezeichnen muss.
Dass eine Sendung mit Fernandes zum Zuschauer-Flop geriet, deutet darauf hin, dass das Publikum durchaus in der Lage ist, zwischen seriöser Berichterstattung und medialer Kampagne zu unterscheiden. Die Bürger sind offenbar klüger, als es mancher Redakteur wahrhaben möchte.
Ein Lehrstück über voreilige Urteile
Was bleibt von dieser Affäre? Zunächst die bittere Erkenntnis, dass in Deutschland die mediale Vorverurteilung längst zur Normalität geworden ist. Ein Vorwurf genügt, und die Maschinerie der öffentlichen Ächtung setzt sich in Gang – ungeachtet der Faktenlage, ungeachtet rechtsstaatlicher Grundsätze. Dass nun ausgerechnet die spanische Justiz, auf die Fernandes so große Hoffnungen gesetzt hatte, den Vorwürfen jede strafrechtliche Substanz abspricht, sollte all jenen zu denken geben, die vorschnell Partei ergriffen haben.
Es wäre an der Zeit, dass sich deutsche Medien wieder auf das besinnen, was einst als Grundpfeiler seriösen Journalismus galt: die Trennung von Behauptung und Beweis, die Achtung der Unschuldsvermutung und die Bereitschaft, beide Seiten einer Geschichte zu beleuchten. Doch solange Quote und Klicks wichtiger sind als Wahrheit und Fairness, wird sich an diesem Zustand wohl wenig ändern.
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