
Starlink-Sperre zeigt offenbar erste Wirkung: Ukraine meldet verlangsamte russische Offensive
Die Entscheidung von Elon Musks SpaceX, den Zugang zu Starlink-Terminals für russische Truppen zu unterbinden, scheint bereits messbare Auswirkungen auf das Kriegsgeschehen in der Ukraine zu haben. Ukrainische Militärvertreter berichten von einer spürbaren Verlangsamung der russischen Offensivoperationen entlang der Frontlinien.
Russische Militärblogger bestätigen Verbindungsabbrüche
Bereits zu Wochenbeginn begannen russische Militärblogger, die Starlink-Unterbrechungen zu bestätigen. Ein unter dem Pseudonym "Military Informant" schreibender Blogger berichtete auf der Messaging-Plattform Telegram, dass sowohl die Starlink-Verbindungen russischer Drohnen als auch die Satelliten-Internetkommunikation für Truppen an der Front gestört worden seien.
Diese Entwicklung könnte die russische Seite dazu zwingen, verstärkt auf ältere Technologien zurückzugreifen. Besonders die Abhängigkeit von kleinen Drohnen, die in diesem Konflikt eine zentrale Rolle spielen, könnte dadurch erheblich reduziert werden.
Ukrainische Offizielle sehen Trend, mahnen aber zur Vorsicht
Zwei Tage nach der Einführung der Starlink-Verifizierung und der Sperrung nicht verifizierter Terminals äußerte sich ein ukrainischer Militärvertreter gegenüber Politico vorsichtig optimistisch:
"Derzeit wird ein solcher Trend tatsächlich beobachtet. Aber es wird notwendig sein, weiter zu beobachten, ob er anhält und ob andere Faktoren hinzukommen werden."
Der Beamte räumte allerdings ein, dass an einigen Stellen auch ukrainische Starlink-Terminals, die noch nicht registriert waren, vom Netz getrennt wurden. Der Registrierungsprozess laufe jedoch weiter.
Komplexe technische Herausforderungen bei der Sperrung
SpaceX handelte auf Ersuchen der Ukraine, nachdem russische Einheiten über Monate hinweg Starlink-Terminals auf das Schlachtfeld gebracht hatten. Diese ermöglichten nicht nur zuverlässige Kommunikation, sondern machten Drohnen offenbar auch weniger anfällig für Störsignale und präziser in ihrer Zielerfassung.
Obwohl SpaceX aufgrund langjähriger US-Sanktionen keine Starlink-Terminals in Russland verkauft, sind diese auf dem Schwarzmarkt und über benachbarte Länder leicht erhältlich. Eine großflächige geografische Sperrung hätte jedoch auch weite Teile der Ukraine selbst betroffen. Daher funktionieren derzeit innerhalb der Ukraine nur formal registrierte Terminals.
Registrierungspflicht für ukrainische Truppen
Das ukrainische Verteidigungsministerium hat die Truppen aufgefordert, ihre Terminals umgehend im DELTA-Gefechtsführungssystem des Landes zu registrieren. Alle nicht registrierten Geräte bleiben funktionsunfähig.
Musks ambivalente Haltung zum Ukraine-Konflikt
Elon Musk hat in Bezug auf die Ukraine eine wechselhafte Position eingenommen. Während er zu Beginn des Konflikts schnell Starlink-Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land bereitstellte, geriet er auch mehrfach mit Präsident Selenskyj aneinander. Musk warnte vor unkontrollierbarer Eskalation und kritisierte die NATO dafür, den Konflikt in einen Stellvertreterkrieg zur Destabilisierung Moskaus zu verwandeln.
Auf der Plattform X kommentierte Musk die jüngsten Maßnahmen mit den Worten: "Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert. Lassen Sie uns wissen, wenn mehr getan werden muss."
Die Frage, ob Musk auch Maßnahmen ergreifen würde, falls Starlink von der Ukraine zur Bekämpfung russischen Territoriums und seiner Bevölkerung eingesetzt wird, bleibt vorerst offen.

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