
Trump-Deal schon geplatzt? Ukraine trifft Russlands Raffinerie

Kaum hatte US-Präsident Donald Trump eine Feuerpause für Energieanlagen verkündet, schlugen in der Nacht zum Dienstag wieder Drohnen ein: In der russischen Wolga-Region Samara wurde eine Industrieanlage getroffen – nach ukrainischen Angaben eine Ölraffinerie. Der Waffenstillstand für Kraftwerke, Pipelines und Raffinerien hielt keine 24 Stunden.
Die russische Agentur Tass berichtete unter Berufung auf Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew, neben der Anlage seien auch mehrere Wohngebäude beschädigt worden. Todesopfer habe es nicht gegeben, rund 40 Drohnen seien abgefangen worden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich.
Trumps Ankündigung – und Moskaus Schweigen
Am Montag hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärt, Kiew und Moskau hätten zugesagt, die Energieziele der jeweils anderen Seite künftig zu verschonen. Aus dem Kreml kam dazu zunächst keine Bestätigung. Selenskyj sprach von einem „nachdrücklichen Vorschlag“ und schrieb, ein deeskalierender Schritt bei kritischer Infrastruktur könne „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein.
Gleichzeitig ließ er erkennen, wie dünn das Eis ist: Er sei nicht überzeugt, dass Russland sich an eine solche Zusage halte. Die Ukraine sei zur Deeskalation bereit – aber nur, wenn Moskau seine Angriffe auf Kraftwerke, Infrastruktur und Versorgungswege einstelle.
Die Realität lieferte die Antwort prompt. Russland griff Kiew erneut mit Drohnen an und traf abermals eine Tankstelle; Bürgermeister Vitali Klitschko meldete einen Verletzten. Auch ein Lagerhaus wurde beschädigt.
Warum Washington auf die Bremse tritt
Trumps Motiv ist handfest ökonomisch. Bereits am Sonntag hatte er Selenskyj aufgefordert, die Zerstörung russischer Diesel-Anlagen zu stoppen – diese Angriffe verursachten einen weltweiten Kraftstoffmangel, es gebe genügend andere Ziele. Die Ölknappheit, so Trump, gehe nicht auf den Nahen Osten zurück, sondern auf den Krieg im Osten Europas.
Dem Bericht zufolge blendete der US-Präsident dabei aus, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen den Iran und die angespannte Lage in der Straße von Hormus ausgelöst wurde. Wer den Preisschock allein Kiew anlastet, macht es sich bequem.
Die Rechnung zahlt der deutsche Autofahrer
Die Zahlen sprechen für sich: Nordseeöl der Sorte Brent notierte Marktdaten zufolge Mitte September bei gut 106 Dollar je Barrel – rund 17 Prozent mehr als einen Monat zuvor. An deutschen Zapfsäulen kostete Diesel zuletzt weit über zwei Euro je Liter.
Jede getroffene Raffinerie, jede blockierte Meerenge schlägt binnen Tagen auf Heizkosten, Transportpreise und am Ende auf die Inflation durch. Für eine Industrienation, die sich ihre günstigen Energiequellen politisch selbst abgeschnitten hat, ist das eine besonders teure Kombination – Kritiker der deutschen Energiepolitik verweisen seit Jahren darauf.
Krieg, Ă–l und die Frage nach der Absicherung
Für Oktober bereiten beide Seiten laut ukrainischen Angaben neue Gespräche im Dreierformat unter US-Vermittlung vor. Ob daraus mehr wird als eine weitere Ankündigung, bleibt offen.
Für Sparer heißt das: Geopolitische Risiken sind längst Teil der Preisbildung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen als bewährte Ergänzung, um ein breit gestreutes Vermögen gegen Inflations- und Krisenschübe abzufedern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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