
Trump hält sich bei Nachfolge-Frage bedeckt: Vance oder Rubio für 2028?
Die Frage, wer die Republikanische Partei in die Zukunft führen wird, beschäftigt Washington bereits jetzt – obwohl die nächste Präsidentschaftswahl noch Jahre entfernt liegt. US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview mit NBC News geschickt aus der Affäre gezogen, als er nach seiner Präferenz zwischen Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio für die Präsidentschaftskandidatur 2028 gefragt wurde.
Der Präsident lobt beide Kandidaten – ohne sich festzulegen
Mit der ihm eigenen Rhetorik umschiffte Trump die heikle Frage elegant. „Ich möchte darauf nicht eingehen. Wir haben noch drei Jahre vor uns", erklärte der Präsident und fügte hinzu: „Ich habe zwei Leute, die einen großartigen Job machen." Trump betonte, er wolle keinen Streit zwischen seinen engsten Vertrauten provozieren. Beide seien „fantastisch" und von „sehr hoher Intelligenz".
Besonders bemerkenswert war Trumps Einschätzung, dass einer der beiden „etwas diplomatischer" sei als der andere – eine subtile Charakterisierung, die Raum für Spekulationen lässt. Der Präsident hob hervor, dass beide in der Lage seien, anspruchsvolle Medienauftritte zu absolvieren, etwa bei Joe Rogan, während ihre politischen Gegner solche Herausforderungen scheuen würden.
Rubio: Vom Konkurrenten zum Schlüsselspieler
Marco Rubio, der 2016 noch als Trumps Rivale um die republikanische Nominierung kämpfte, hat sich in der zweiten Trump-Administration als unverzichtbare Kraft etabliert. Der 54-jährige Außenminister übernahm zusätzlich die kommissarische Leitung der US-Entwicklungshilfeagentur USAID im Februar 2025 sowie den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters im Mai desselben Jahres.
Im Juli 2025 bestätigte Rubio die Schließung von USAID – ein Schritt, der die „America First"-Doktrin der Regierung unterstreicht. Die Begründung: Die Auslandshilfe habe keine Ergebnisse für amerikanische Bürger geliefert. Auch auf der internationalen Bühne setzte Rubio Akzente, etwa als er Panama erfolgreich dazu bewegte, das Abkommen mit China im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative nicht zu verlängern.
Vance: Der aufsteigende Stern der Konservativen
JD Vance, mit seinen 41 Jahren deutlich jünger als sein potenzieller Konkurrent, hat sich sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik profiliert. Besonders hervorzuheben ist seine entscheidende Stimme im Senat, mit der er einen Versuch der Demokraten blockierte, Trumps militärische Handlungsfähigkeit in Venezuela einzuschränken. Der Vizepräsident gilt als leidenschaftlicher Verfechter der „America First"-Agenda.
„Die Kombination aus JD und Marco wäre sehr schwer zu schlagen", so Trump über seine beiden Spitzenleute.
Umfragen sehen Vance deutlich vorne
Eine Harvard CAPS Harris-Umfrage vom Januar zeigt ein eindeutiges Bild: Unter republikanischen Wählern führt Vance mit beeindruckenden 53 Prozent. Rubio landet mit 17 Prozent auf dem dritten Platz, während Donald Trump Jr. mit 21 Prozent den zweiten Rang belegt. Die konservative Organisation Turning Point USA hat Vance bereits im Dezember für 2028 unterstützt.
Während Vance betonte, er wolle zunächst in der aktuellen Regierung gute Arbeit leisten, bevor er über eine eigene Kandidatur nachdenke, hat Rubio seinen Vizepräsidenten als „großartige Wahl" für die nächste Wahl bezeichnet – ohne sich selbst aus dem Rennen zu nehmen. Die Weichen für einen spannenden innerparteilichen Wettbewerb sind gestellt.

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