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15.01.2026
20:05 Uhr

Trump verschärft Kritik an Selenskyj: „Das Problem ist nicht Putin"

Trump verschärft Kritik an Selenskyj: „Das Problem ist nicht Putin"

In einem bemerkenswerten Interview aus dem Oval Office hat US-Präsident Donald Trump erneut scharfe Kritik am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geübt. Fast vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Krieges macht Trump den ukrainischen Staatschef für das Stocken der Friedensverhandlungen verantwortlich – eine Einschätzung, die im deutlichen Widerspruch zur Position der europäischen Verbündeten steht.

Putin verhandlungsbereit, Selenskyj zögerlich?

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte sich Trump unmissverständlich zur Frage, wer die Friedensbemühungen blockiere. Der russische Präsident Wladimir Putin sei bereit, einen Deal abzuschließen, so Trump. Die Ukraine hingegen zeige sich weniger kompromissbereit. Auf die direkte Frage, warum die von den USA geführten Verhandlungen bisher gescheitert seien, antwortete Trump mit einem einzigen Wort: „Selenskyj."

Diese Aussagen stehen in deutlichem Kontrast zu den Einschätzungen europäischer Regierungen, die Moskau vorwerfen, kein echtes Interesse an einem Waffenstillstand zu haben. Die Beziehung zwischen Trump und Selenskyj gilt seit langem als angespannt, wenngleich sich die Interaktionen im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit verbessert haben sollen.

Streitpunkt Wahlen und territoriale Zugeständnisse

Ein zentraler Konfliktpunkt zwischen Washington und Kiew betrifft die Frage demokratischer Wahlen in der Ukraine. Trump hat die Ukraine wiederholt dafür kritisiert, dass unter dem geltenden Kriegsrecht keine Präsidentschaftswahlen stattfinden. Das ukrainische Parlament hat daraufhin einen Sonderausschuss eingerichtet, um diese Frage zu prüfen.

Selenskyj knüpft mögliche Wahlen jedoch an Bedingungen: Russland müsse zunächst einem temporären Waffenstillstand zustimmen, und internationale Partner sollten Schutz und Unterstützung für einen solchen Wahlprozess garantieren.

Die Frage territorialer Zugeständnisse bleibt ebenfalls ungelöst. Während die USA auf einen Kompromiss im Donbass drängen, beharrt Selenskyj darauf, kein Territorium abzutreten. Er sei lediglich zu einem „Einfrieren" der Frontlinien bereit, nicht jedoch zu einer politischen Anerkennung der von Russland annektierten Gebiete. Bei einem Treffen mit europäischen Verbündeten in London schloss Selenskyj im vergangenen Monat kategorisch aus, dass sein Land im Rahmen eines Friedensabkommens Gebiete abtreten werde.

Mögliches Treffen in Davos

Auf die Frage, ob er Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum in Davos treffen werde, zeigte sich Trump offen, deutete jedoch an, dass keine konkreten Pläne bestünden. „Ich würde – wenn er dort ist", sagte Trump. „Ich werde dort sein."

Beobachter spekulieren derweil, dass Selenskyjs Handlungsspielraum durch nationalistische Milizen und Teile des ukrainischen Militärs eingeschränkt sein könnte. Sollte er für den Frieden Territorium aufgeben, könnten Gruppierungen wie das Asow-Regiment oder der Rechte Sektor dies nicht akzeptieren.

Trump scheint zunehmend bereit, das amerikanische Engagement in dem Konflikt zu reduzieren. Ob dies jedoch konkrete Auswirkungen auf die US-Geheimdienstunterstützung für ukrainische Streitkräfte oder auf Waffenlieferungen und Finanzhilfen haben wird, bleibt vorerst unklar.

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