
Über drei Euro pro Liter: Deutschlands Autofahrer werden an der Zapfsäule geschröpft wie nie zuvor
Was sich am vergangenen Sonntag an einer AVIA-Tankstelle im hessischen Eschborn abspielte, dürfte selbst hartgesottenen Autofahrern den Atem verschlagen haben: 3,06 Euro für einen Liter Super (E5) und unfassbare 3,16 Euro für einen Liter Diesel. Wer glaubte, die Schmerzgrenze sei längst erreicht, wurde eines Besseren belehrt. Die Drei-Euro-Marke ist gefallen – und mit ihr offenbar auch der letzte Rest an Vertrauen in die Fähigkeit der Bundesregierung, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu schützen.
Die 12-Uhr-Regelung: Gut gemeint, schlecht gemacht
Seit dem 1. April – ein Datum, das angesichts der Ergebnisse fast wie ein schlechter Scherz anmutet – dürfen Tankstellen ihre Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um Punkt 12 Uhr mittags. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche hatte sich von dieser Maßnahme „preisdämpfende Effekte" versprochen. Das Gegenteil ist eingetreten. Statt die Preise zu zügeln, hat die Regelung den Tankstellenbetreibern offenbar einen Freibrief ausgestellt, um 12 Uhr gleich ordentlich zuzulangen. Senken dürfen sie schließlich jederzeit – nur tut das kaum einer.
Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Im bundesweiten Durchschnitt kletterte der Preis für Super auf 2,30 Euro pro Liter, Diesel kostete durchschnittlich 2,49 Euro. Noch eine Woche zuvor, am 29. März, lag Super bei 2,12 Euro und Diesel bei 2,27 Euro. Ein Anstieg von fast 20 Cent innerhalb weniger Tage – das ist kein normaler Marktmechanismus mehr, das ist ein Raubzug gegen den Geldbeutel der Bürger.
Der Staat als größter Profiteur der Preisexplosion
Wer nun reflexartig auf die „gierigen Ölkonzerne" zeigt, greift zu kurz. Denn der eigentliche Gewinner dieser Entwicklung sitzt in Berlin. Hochrechnungen zufolge hat der Staat allein im März durch die explodierten Spritpreise bis zu 320 Millionen Euro mehr an Umsatzsteuer eingenommen, als wenn die Preise auf dem Februarniveau geblieben wären. Hinzu kommen die Energiesteuer und die CO₂-Abgabe – jene klimapolitische Wunderwaffe, die den einfachen Pendler trifft, während Politiker in ihren Dienstwagen chauffiert werden.
Der Steuer- und Abgabenanteil am Spritpreis beträgt bei E10-Benzin mittlerweile rund 55 Prozent, bei Diesel etwa 44 Prozent. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Mehr als die Hälfte dessen, was der Bürger an der Zapfsäule bezahlt, fließt direkt in die Staatskasse. Ohne diese erdrückende Steuerlast läge der Literpreis bei geschätzten 1,40 bis 1,50 Euro. Ein Preis, der in Nachbarländern durchaus Realität ist – in Österreich tankte man zuletzt Diesel für 1,60 Euro, in Polen Super für 1,44 Euro.
Ein Déjà-vu grüner Preisphantasien
Erinnert sich noch jemand an die Forderung der Grünen aus den 1990er Jahren, der Liter Benzin solle fünf D-Mark kosten? Was damals als realitätsferne Spinnerei belächelt wurde, rückt in erschreckende Nähe. Umgerechnet wären fünf D-Mark etwa 2,56 Euro – ein Preis, der mittlerweile nicht nur erreicht, sondern vielerorts bereits überschritten wird. Die Grünen mögen nicht mehr in der Regierung sitzen, doch ihr ideologisches Erbe – der Green Deal, die CO₂-Bepreisung, der Krieg gegen den Verbrennungsmotor – wirkt fort wie ein Fluch, den niemand zu brechen wagt.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte den Bürgern Entlastung versprochen. Stattdessen erleben wir eine Fortführung jener Politik, die Deutschland systematisch deindustrialisiert und die individuelle Mobilität zum Luxusgut degradiert. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Inflation weiter anheizen, und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 wird als Rechtfertigung für immer neue Abgaben herhalten müssen. Generationen von Steuerzahlern werden die Zeche begleichen – während die politische Klasse sich in Sonntagsreden über bezahlbare Mobilität ergeht.
Tanktourismus als stiller Protest
Wer an der Grenze wohnt, hat längst die Konsequenzen gezogen. Österreich, Polen, Luxemburg, Tschechien – überall ist Tanken günstiger als in Deutschland. Dieser Tanktourismus ist mehr als ein individueller Sparreflex; er ist ein stiller Protest gegen eine Politik, die den eigenen Bürgern das Autofahren systematisch verleidet. Dass ausgerechnet Deutschland, einst stolze Autonation und Heimat der Autobahn, seine Bürger an der Zapfsäule derart schröpft, ist ein Treppenwitz der Geschichte.
Besonders hart trifft es jene, die keine Alternative haben: Pendler im ländlichen Raum, Handwerker, Spediteure, Familien. Sie alle sind auf das Auto angewiesen – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus purer Notwendigkeit. Der öffentliche Nahverkehr, den die Politik so gerne als Alternative anpreist, existiert in weiten Teilen des Landes schlicht nicht in einer Form, die den Alltag bewältigen ließe. Und das Elektroauto? Für viele schlicht unbezahlbar – und angesichts der ebenfalls steigenden Strompreise auch keine echte Entlastung.
Wenn der Staat zum Kartell wird
Die 12-Uhr-Regelung offenbart ein grundsätzliches Problem deutscher Wirtschaftspolitik: den naiven Glauben, man könne Marktmechanismen durch bürokratische Eingriffe aushebeln. Statt die Ursachen der hohen Preise zu bekämpfen – die erdrückende Steuerlast, die ideologisch motivierte Energiepolitik, die Abhängigkeit von Importen – doktert man an Symptomen herum und wundert sich, wenn das Ergebnis kontraproduktiv ausfällt. Die Tankstellenbetreiber haben die Regelung längst durchschaut: Um 12 Uhr wird kräftig erhöht, danach allenfalls kosmetisch gesenkt. Das Kartellamt schaut zu. Die Politik zuckt die Schultern.
Deutschland braucht keine weiteren regulatorischen Flickschustereien. Es braucht eine grundlegende Kehrtwende in der Energiepolitik, eine spürbare Senkung der Energiesteuern und den Mut, ideologische Dogmen über Bord zu werfen. Doch danach sieht es unter der aktuellen Regierung nicht aus. Und so bleibt dem deutschen Autofahrer vorerst nur eines: zahlen, zähneknirschend – und sich bei der nächsten Wahl daran erinnern, wer ihm das eingebrockt hat.

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