
Volkswagen vor dem Offenbarungseid: Wenn deutsche Werke chinesische Autos zusammenschrauben sollen

Es ist ein Satz, der einem den Atem stocken lässt. Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen, bringt allen Ernstes die Idee ins Spiel, künftig in China entwickelte Konzernmodelle auch in Deutschland zu fertigen. Man muss sich diesen Vorgang auf der Zunge zergehen lassen: Das einstige Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst soll nun Fahrzeuge aus dem Reich der Mitte an deutschen Bändern montieren, um die eigenen Werke überhaupt noch ausgelastet zu bekommen.
Vom Erfinder zum Lohnfertiger – ein Sinnbild des Niedergangs
Lies argumentiert, man könne durch diesen Schritt die Auslastung der Werke stabilisieren und Arbeitsplätze sichern. Verlagere man Modelle aus China nach Deutschland, so der SPD-Politiker, hole man zugleich die Chance auf neue Entwicklung und Innovation an die Standorte zurück. Klingt zunächst pragmatisch. Doch bei näherer Betrachtung offenbart sich darin das ganze Drama der deutschen Automobilindustrie.
„Wenn wir Fahrzeuge, die wir bislang in China bauen, auch hier produzieren würden, könnten wir die Auslastung unserer Werke stabilisieren“, so Lies gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Was hier als kluge Standortpolitik verkauft werde, ist in Wahrheit das Eingeständnis einer historischen Niederlage. Deutschland, das Land des Automobils, das Land von Daimler, Benz und Bosch, soll sich nun damit bescheiden, die Entwürfe asiatischer Partner nachzubauen. Der Erfinder wird zum Lohnfertiger. Stolzer Innovationsführer war gestern.
Wer hat diesen Niedergang zu verantworten?
Die Frage drängt sich auf: Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt nicht allein in den Chefetagen von Wolfsburg, sondern vor allem in Berlin. Eine jahrelange Politik, die der Verbrennertechnologie den Krieg erklärt, die deutsche Schlüsselindustrie mit ideologischen Vorgaben überzieht und mit einem überstürzten Verbrenner-Aus ganze Wertschöpfungsketten zertrümmert hat, trägt eine gewaltige Mitverantwortung. Während Brüssel und Berlin die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schreiben, baut China währenddessen seine industrielle Vormachtstellung in aller Ruhe aus.
Lies betont, es gehe nicht darum, Produktion aus Deutschland zu verlagern, sondern zusätzliche Auslastung an die europäischen Standorte zu holen. Eine bemerkenswerte Wortakrobatik. Doch dass ein deutscher Spitzenpolitiker und VW-Aufsichtsrat überhaupt darüber nachdenken muss, chinesische Modelle hierzulande zusammenzuschrauben, sagt mehr über den Zustand unseres Industriestandorts aus als jede Sonntagsrede.
Sparkurs, Widerstand und die bittere Realität
Parallel verschärft der Konzern Berichten zufolge seinen Sparkurs weiter, Widerstand der Belegschaft ist angekündigt. Es brodelt in Wolfsburg. Die Beschäftigten spüren längst, dass hier nicht über Wachstum, sondern über Schadensbegrenzung verhandelt wird. Das ist die nüchterne Bilanz einer Wirtschaftspolitik, die jahrelang gegen die Interessen des eigenen Industriestandorts gearbeitet hat.
Was bleibt dem Bürger? Beständige Werte statt Papierversprechen
Wenn selbst die einstigen Säulen der deutschen Wirtschaft ins Wanken geraten, stellt sich für jeden vorausschauenden Bürger die Frage nach echter Vermögenssicherung. Aktien einzelner Konzerne können binnen Monaten an Wert verlieren, wenn ganze Geschäftsmodelle erodieren. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen kennen keine Quartalszahlen, keine Gewinnwarnungen und keine politisch verordneten Technologiebrüche. Als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Portfolios bewahren sie seit Jahrtausenden ihren Wert – unabhängig davon, ob ein Werk in Wolfsburg ausgelastet ist oder nicht.
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