
Warsh fordert „Regimewechsel" bei der Fed – Trumps Kandidat will Zentralbank radikal umbauen
Es war eine Anhörung mit Sprengkraft: Kevin Warsh, der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kandidat für den Chefposten der Federal Reserve, hat vor dem Bankenausschuss des US-Senats einen regelrechten „Regimewechsel" bei der mächtigsten Notenbank der Welt gefordert. Der 56-jährige frühere Fed-Gouverneur kündigte nicht weniger an als eine grundlegende Neuausrichtung der Inflationsbekämpfung und eine radikale Kehrtwende in der Kommunikationsstrategie der Zentralbank.
Scharfe Abrechnung mit der Powell-Ära
Warsh ließ keinen Zweifel daran, wie er die vergangenen Jahre unter Notenbankchef Jerome Powell einordnet. Die „fatalen geldpolitischen Fehler der letzten vier bis fünf Jahre" belasteten die amerikanischen Familien bis heute, so seine nüchterne Bilanz. Die Inflationswelle im Gefolge der Corona-Pandemie schreibt er maßgeblich dem Versagen der Fed zu – eine Einschätzung, die man mit Blick auf die absurde Geldschwemme und die verspätete Reaktion der Notenbanker kaum von der Hand weisen kann.
Sein Urteil über den gegenwärtigen Kommunikationsstil der Fed fiel ebenso vernichtend aus: Zu viele Notenbanker äußerten sich öffentlich darüber, wo die Zinsen stehen sollten. Das sei „äußerst wenig hilfreich". Künftig solle es damit Schluss sein. Stattdessen will Warsh neue Datenwerkzeuge prüfen, um ein realistischeres Bild der tatsächlichen Inflationsentwicklung zu bekommen.
Politischer Schlagabtausch im Senat
Die Anhörung geriet schnell zum politischen Kampfplatz. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina nutzte seine gesamte Redezeit, um zu erklären, warum er Warsh nicht zustimmen werde – zumindest solange die Trump-Administration ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den amtierenden Fed-Chef Powell nicht fallen lasse. Tillis bezeichnete die Ermittlungen als haltlos und als Versuch, Powell zum Rücktritt zu zwingen oder zu Zinssenkungen zu bewegen.
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wiederum inszenierte ein Tribunal: Warsh solle doch bitte bestätigen, dass Trump die Wahl 2020 verloren habe. Ein durchsichtiges Manöver, um den Kandidaten politisch in die Enge zu treiben. Warsh umschiffte die Falle elegant.
Unabhängigkeit der Geldpolitik als Leitmotiv
In seinem schriftlichen Statement betonte Warsh mehrfach die Bedeutung geldpolitischer Unabhängigkeit. „Geldpolitische Unabhängigkeit ist essenziell", heißt es darin. Zugleich relativierte er, dass die operative Unabhängigkeit nicht schon dadurch gefährdet sei, dass gewählte Amtsträger ihre Meinung zu Zinsen äußerten – eine diplomatische Formulierung, die Trumps lautstarke Forderungen nach drastischen Zinssenkungen nicht direkt zurückwies.
Trump hatte nur Stunden vor der Anhörung öffentlich klargemacht, dass er enttäuscht wäre, wenn sein Kandidat nicht rasch Zinssenkungen durchsetze. Der Präsident schwebt sogar ein Leitzins von lediglich einem Prozent vor – ein Niveau, das üblicherweise mit Rezessionsphasen assoziiert wird. Warsh wich der Frage aus, ob solche Tiefstwerte nicht neue Inflationsrisiken heraufbeschwören würden.
Kritik am politischen Mandatsmissbrauch der Fed
Besonders bemerkenswert war Warshs Forderung, die Fed müsse „in ihrer Spur bleiben". Damit griff er eine seit Jahren von konservativer Seite vorgebrachte Kritik auf: Eine Zentralbank habe nichts verloren in Debatten über Klimawandel, soziale Gerechtigkeit oder fiskalpolitische Fragen. Ihre Aufgabe sei Preisstabilität – ohne Ausreden, ohne Umschweife. Eine klare Kampfansage an die ideologische Aufladung der Geldpolitik, die auch in Europa, insbesondere bei der Europäischen Zentralbank unter Christine Lagarde, zunehmend kritisch gesehen wird.
Beispielloser Machtkampf in Washington
Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet formal am 15. Mai, doch ohne bestätigten Nachfolger könnte er deutlich länger im Amt bleiben. Seine Amtszeit als Gouverneur reicht sogar bis 2028. Trump hat bereits angedeutet, er könne Powell notfalls entlassen – ein Schritt, der zweifellos vor Gericht landen würde. Die Situation ist für die US-Notenbank historisch beispiellos, denn die Übergabe der Macht verlief dort traditionell kollegial.
Was dies für Anleger bedeutet
Die Turbulenzen an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt sollten aufmerksame Beobachter hellhörig machen. Eine Fed, die unter politischem Druck möglicherweise zu aggressiven Zinssenkungen gedrängt wird, während die Inflationsziele seit mehr als fünf Jahren verfehlt werden, ist kein beruhigendes Szenario. Die Kombination aus fiskalpolitischer Verschwendung, geopolitischen Krisen – vom Ukraine-Krieg bis zum Nahost-Konflikt – und schwelender Notenbankkrise macht deutlich, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährter Anker in unruhigen Zeiten ihren festen Platz in einem gut diversifizierten Vermögen haben. Wer sein Erspartes vor den Launen politisierter Notenbanken schützen möchte, tut gut daran, einen Teil seines Portfolios mit physischem Edelmetall abzusichern.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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