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Kettner Edelmetalle
08.04.2026
05:57 Uhr

Wenn der Hirte zur Wahlurne predigt: Evangelischer Bischof rüstet gegen die AfD

Es gibt Momente, in denen die Grenze zwischen Kanzel und Wahlkampfbühne so dünn wird, dass man sie mit bloßem Auge kaum noch erkennen kann. Der evangelische Bischof Tilman Jeremias im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche liefert derzeit ein Paradebeispiel dafür, wie eine Institution, die sich eigentlich um das Seelenheil ihrer Schäfchen kümmern sollte, zur politischen Kampfmaschine mutiert – und dabei noch dreist behauptet, keine Parteipolitik zu betreiben.

Ein Hirtenbrief als politisches Pamphlet

Wenige Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, bei der die AfD laut INSA-Umfragen auf stolze 34 Prozent kommt, hat Bischof Jeremias offenbar die Nerven verloren. In einem Hirtenbrief – einem Dokument, das traditionell der geistlichen Erbauung und seelsorgerischen Orientierung dient – teilte er scharf gegen die AfD aus. Die Positionen der Partei seien „mit christlichen Werten und mit der Verfassung unserer Kirche nicht vereinbar", so der Bischof. Die AfD stelle eine „Gefahr" für die Demokratie dar. Garniert wurde das Ganze mit einer kaum verhüllten Wahlempfehlung: Die Gläubigen sollten doch bitte jene Kandidaten stärken, „die für die Menschenrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen".

Man muss kein Theologe sein, um zu verstehen, was hier gemeint ist. Wählt alles, nur nicht blau. Dass Jeremias im anschließenden Interview mit dem Nordkurier dann allen Ernstes verkündete, die Kirche betreibe „keine Parteipolitik", grenzt an eine Dreistigkeit, die selbst hartgesottene Beobachter des politisch-kirchlichen Komplexes sprachlos macht.

Juristische Aufrüstung gegen den Wählerwillen

Doch damit nicht genug. Der Bischof bereitet sich offenbar auch juristisch auf eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung vor. Sollte eine neue Landesregierung es wagen, die Staatsleistungen an die Kirche abzuschaffen oder den bequemen Einzug der Kirchensteuern durch die Finanzämter einzustellen, wolle man gewappnet sein. Eine bemerkenswerte Offenheit, die den wahren Kern der bischöflichen Sorge entlarvt: Es geht nicht um christliche Werte, nicht um die Demokratie, nicht um die Menschenrechte. Es geht ums Geld.

Denn genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die evangelische Kirche in Deutschland verliert seit Jahren Hunderttausende Mitglieder. Die Kirchensteuereinnahmen sinken, die Abhängigkeit von staatlichen Zuwendungen wächst. Und nun droht eine Partei, die offen darüber diskutiert, jeden Euro Steuergeld auf den Prüfstand zu stellen – einschließlich der üppigen Zahlungen an die Kirchen. Kein Wunder, dass bei Bischof Jeremias die Alarmglocken schrillen.

Die Kirche als „Büttel der Politik"

AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult fand deutliche Worte für die Vorgänge. Er könne es „kaum glauben", dass ein Kirchenbrief die Gläubigen offen dazu aufrufe, bei der Landtagswahl 2026 nicht die AfD zu wählen. Die Kirche sei zum „Büttel der Politik" verkommen – ein Zustand, den er als „unerträglich" bezeichnete. Schult vermutet, die Ablehnung des Bischofs rühre schlicht daher, dass die AfD in Mecklenburg-Vorpommern plane, sämtliche Steuergelder einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.

Und tatsächlich drängt sich diese Interpretation geradezu auf. Wer die Entwicklung der evangelischen Kirche in den vergangenen Jahren verfolgt hat, konnte beobachten, wie sich die Institution immer weiter von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt hat. Statt Glaubensvermittlung und Seelsorge dominieren politische Stellungnahmen, Gender-Gottesdienste und eine geradezu obsessive Unterwerfung unter den grün-linken Zeitgeist. Dass diese Entwicklung traditionelle Christen in Scharen aus der Kirche treibt, scheint die Kirchenoberen nicht im Geringsten zu beunruhigen – solange der Staat die finanziellen Löcher stopft.

Trennung von Staat und Kirche? Nur wenn es passt

Die Ironie der Geschichte ist kaum zu überbieten. Dieselbe Kirche, die sich gerne auf die Trennung von Staat und Kirche beruft, wenn es ihr in den Kram passt, agiert hier als verlängerter Arm des politischen Establishments. Sie nutzt ihre institutionelle Autorität, um Millionen von Gläubigen in eine bestimmte Wahlrichtung zu drängen – und behauptet gleichzeitig, dies habe nichts mit Parteipolitik zu tun. Man fragt sich unwillkürlich: Für wie dumm hält Bischof Jeremias eigentlich seine Gemeinde?

Die Situation in Mecklenburg-Vorpommern ist dabei symptomatisch für ein viel größeres Problem. Die Koalitionsbildung nach der Landtagswahl dürfte sich ohnehin schwierig gestalten. Laut aktuellen Umfragen würde es nicht einmal für ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen reichen. Ein Anti-AfD-Bündnis bräuchte mindestens die Unterstützung des BSW oder der Linken. Dass sich die Kirche in dieser Gemengelage als politischer Akteur positioniert, der aktiv gegen den Wählerwillen eines Drittels der Bevölkerung arbeitet, ist nicht nur fragwürdig – es ist ein demokratiepolitischer Skandal.

Der stille Exodus spricht Bände

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Jahr für Jahr kehren Hunderttausende Deutsche den Kirchen den Rücken. Die Gründe sind vielfältig, doch die zunehmende Politisierung der Kirchenführung spielt eine zentrale Rolle. Wenn ein Bischof seine geistliche Autorität missbraucht, um Wahlempfehlungen auszusprechen, und sich gleichzeitig juristisch gegen eine demokratisch legitimierte Partei rüstet, dann hat die Institution ihren moralischen Kompass verloren. Dann ist sie nicht mehr Kirche im eigentlichen Sinne, sondern eine politische Organisation mit Steuereinzugsprivileg.

Es wäre an der Zeit, dass die Kirchen in Deutschland sich auf ihre Kernaufgabe besinnen: den Menschen geistlichen Beistand zu leisten, Trost zu spenden und Gemeinschaft zu stiften. Stattdessen erleben wir eine Institution, die sich vor allem um ihre eigenen Pfründe sorgt und dabei nicht davor zurückschreckt, die Kanzel zur Wahlkampfbühne umzufunktionieren. Dass dies dem Ansehen der Kirche schadet, liegt auf der Hand. Dass es der Demokratie schadet, sollte jedem klar denkenden Bürger einleuchten.

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