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08.06.2026
08:18 Uhr

Wenn Diplomatie zur Schmähung wird: De Masi nimmt Schröder in Schutz – und entlarvt die Doppelmoral des Berliner Politbetriebs

Wenn Diplomatie zur Schmähung wird: De Masi nimmt Schröder in Schutz – und entlarvt die Doppelmoral des Berliner Politbetriebs

Es gehört zu den bemerkenswerten Eigenheiten der deutschen Debattenkultur, dass jeder, der auch nur das Wort „Frieden“ in den Mund nimmt, in diesen Tagen unter Generalverdacht gerät. Wer mit Russland redet, gilt als Verräter. Wer schweigt und Waffen liefert, als moralisch geläutert. In dieses vergiftete Klima platzt nun eine Stimme, die sich dem Chor der Empörten verweigert: Fabio De Masi, Co-Vorsitzender des Bündnisses Sahra Wagenknecht und Europaabgeordneter, verteidigt das Vieraugengespräch zwischen Altkanzler Gerhard Schröder und Kremlchef Wladimir Putin.

„Verwahrlosung“ – ein hartes Wort gegen die Selbstgerechten

De Masi findet deutliche Worte. Es sei richtig gewesen, so erklärte er am Samstag, dass sich Schröder mit Putin getroffen habe. Wer sich öffentlich über jene erhebe, die hinter den Kulissen um einen Waffenstillstand ringen, betreibe nichts anderes als „Verwahrlosung“. Und weiter, fast schon als Lehrsatz formuliert: Frieden sei noch nie mit moralischer Selbstgerechtigkeit errungen worden.

„Es ist eine Verwahrlosung, sich öffentlich über jene zu erheben, die hinter den Kulissen versuchen, Russland zu einem Waffenstillstand zu bewegen.“

Man muss De Masis politische Heimat nicht teilen, um die Wucht dieser Aussage zu erkennen. Denn sie trifft einen wunden Punkt: Während sich die selbsternannten Tugendwächter in den deutschen Talkshows mit markigen Sprüchen überbieten, scheint die eigentliche Aufgabe der Diplomatie – das mühselige Ringen um Kompromisse – aus der Mode gekommen zu sein.

Der Verweis auf den Irak-Krieg – und auf die deutsche Doppelmoral

Geschickt erinnert De Masi an jenes Kapitel deutscher Außenpolitik, das Schröder bis heute zugutegehalten wird: dessen Widerstand gegen den Irak-Krieg. Es sei der Altkanzler gewesen, der sich diesem Abenteuer verweigert habe, während – so De Masi süffisant – die „Lautsprecher“ von heute mit ihrer Doppelmoral im Gaza-Krieg und bei den Angriffen auf den Iran Deutschland ein diplomatisches Desaster eingebrockt hätten.

Gemeint ist jene moralische Schieflage, die einem das Reden über Menschenrechte erlaubt, solange es politisch opportun ist – und einem das Schweigen gebietet, sobald die eigenen Verbündeten zu Tätern werden. Diese Doppelzüngigkeit ist es, die das Vertrauen der Bürger in die etablierte Politik zermürbt.

Russland in der Pflicht – aber nicht ohne Gegenüber

Bei aller Verteidigung Schröders nimmt De Masi durchaus auch Moskau in die Pflicht. Selbstverständlich sei Putin aufgefordert, die Waffen schweigen zu lassen. Doch dies gelinge eben nicht durch „Maulheldentum“, sondern durch geduldigen Interessenausgleich. Ein Satz, der wie eine Ohrfeige für all jene wirkt, die glauben, Außenpolitik bestehe aus Twitter-Parolen und symbolischer Empörung.

Energiepreise, Wirtschaft – und das nationale Interesse

Besonders bemerkenswert ist De Masis Hinweis auf die wirtschaftliche Dimension. Frieden in der Ukraine, so der BSW-Politiker, liege angesichts horrender Energiepreise im „überragenden ökonomischen Interesse Deutschlands“. Eine Wiederaufnahme von Gas- und Öllieferungen aus Russland könnte dem Land nützen und diplomatische Türen öffnen.

Hier wird ein Tabu berührt, das in Berlin niemand auszusprechen wagt. Während deutsche Mittelständler unter explodierenden Energiekosten ächzen, während Industriebetriebe ihre Produktion ins Ausland verlagern, verbietet sich der politische Mainstream jeden nüchternen Blick auf die eigenen Interessen. Stattdessen kauft man teures Flüssiggas aus Übersee – und nennt das Souveränität.

Putin bringt Schröder ins Spiel – Berlin und Brüssel mauern

Der Hintergrund: Putin hatte den Altkanzler zuvor öffentlich als möglichen Vermittler ins Spiel gebracht. Schröder, seit Jahren mit dem Kremlchef bekannt und nach seiner Kanzlerschaft für russische Energiekonzerne tätig, gilt vielen als belastet. Über den Inhalt des Gesprächs im Kreml wurde nichts bekannt – ein außenpolitischer Berater Putins bestätigte lediglich, man habe sich getroffen und „gut“ gesprochen.

Der Vorschlag, Schröder als Verhandler einzusetzen, stieß erwartungsgemäß auf Ablehnung in Berlin und Brüssel. Man darf fragen: Ist es wirklich klug, jeden Gesprächskanal zu kappen, nur weil der Überbringer der Nachricht unbequem ist? Oder zeigt sich hier jene ideologische Verbohrtheit, die Deutschland politisch wie wirtschaftlich teuer zu stehen kommt?

Fazit: Zwischen Moral und Realpolitik

Man muss weder Schröder noch das BSW mögen, um zu erkennen, dass De Masi eine berechtigte Frage stellt: Wer soll Frieden stiften, wenn alle, die reden, geächtet werden? Die deutsche Außenpolitik hat sich in eine moralische Sackgasse manövriert, aus der sie ohne nüchternen Pragmatismus kaum herausfindet. In unsicheren Zeiten, in denen Krieg, Inflation und politische Verwerfungen das Vertrauen in Papierwährungen und staatliche Versprechen erschüttern, suchen viele Bürger nach beständigen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfeste Säule der Vermögenssicherung bewährt – unabhängig von politischen Wetterlagen und diplomatischem Kalkül.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Entscheidungen selbst zu verantworten oder fachkundigen Rat einzuholen.

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