
ZDF entlarvt sich selbst: Whistleblower fliegt, KI-Skandal-Reporterin bleibt
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland steht einmal mehr im Kreuzfeuer der Kritik – und diesmal hat er sich die Munition selbst geliefert. Was sich derzeit beim ZDF abspielt, liest sich wie ein Lehrstück über institutionelle Doppelmoral, das selbst hartgesottene Medienkritiker fassungslos zurücklässt. Während eine Korrespondentin, die mit KI-generierten Fälschungen das Vertrauen der Zuschauer erschütterte, weiterhin auf der Gehaltsliste des Senders steht, wurde ein langjähriger Investigativjournalist kurz vor Weihnachten fristlos vor die Tür gesetzt. Sein Vergehen? Er hatte es gewagt, intern unbequeme Fragen zu stellen.
Der Fall Nicola Albrecht: Fälschen ohne Folgen
Die ehemalige New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht wurde zwar von ihrem Posten abberufen, nachdem der KI-Skandal im Heute-Journal öffentlich wurde. ZDF-Intendant Norbert Himmler soll ihr vorgeworfen haben, das öffentliche Image des Senders „schwer beschädigt" zu haben. Doch was folgte auf diese vernichtende Diagnose? Keine Kündigung. Keine ernsthaften arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Stattdessen dürfe Albrecht weiterhin beim ZDF beschäftigt bleiben – und das offenbar in einer der höchsten tariflichen Vergütungsgruppen. Man reibt sich verwundert die Augen.
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten räumte in einer Betriebsversammlung sogar ein, dass der Sender in der Kommunikation rund um den Skandal schlicht Unwahrheiten verbreitet habe. Man habe „den Leuten nicht die Wahrheit gesagt". Eine bemerkenswerte Formulierung für eine Institution, die sich selbst gerne als Bollwerk der Wahrheit inszeniert und deren Existenzberechtigung auf dem Vertrauen der Bürger fußt – jener Bürger wohlgemerkt, die den Laden mit ihren Zwangsgebühren am Laufen halten.
Joe Sperling: Über 30 Jahre Dienst, dann der Rauswurf
Ganz anders erging es dem Frontal-Redakteur Joe Sperling. Mehr als drei Jahrzehnte hatte der Investigativjournalist für das ZDF gearbeitet. Er galt als erfahrener, renommierter Reporter. Doch Sperling beging einen unverzeihlichen Fehler – zumindest in den Augen der Senderführung: Er stellte unbequeme Fragen. Intern.
Sperling kritisierte unter anderem die ZDF-Dokumentation „Die Straße des Todes" des Reporters Arndt Ginzel und bemängelte fehlende Überprüfungen von Kriegsmaterial, das man von ukrainischer Seite erhalten hatte. Darüber hinaus soll er unangenehme Fragen zur Beschäftigung eines gewissen Friedrich Kurz beim ZDF gestellt haben. Kurz, der jahrelang als Redakteur bei Frontal arbeitete, stand im Verdacht, als V-Mann für den Verfassungsschutz tätig gewesen zu sein – Vorwürfe, über die unter anderem der Stern und der Spiegel berichteten. Kurz verstarb im März 2019 unter bislang ungeklärten Umständen bei einem Verkehrsunfall.
Erst versetzt, dann entsorgt
Im Juli 2024 wurde Sperling zunächst aus der Frontal-Redaktion in Berlin nach Mainz versetzt. Die Begründung? Nebulös. In dem Schreiben habe lediglich gestanden, er solle seine persönlichen Sachen in Berlin räumen. Seine damalige Vorgesetzte habe angedeutet, es seien „Dinge vorgefallen", die eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machten – ohne jemals zu konkretisieren, was damit gemeint gewesen sei. Sperling selbst beschrieb die Formulierung als etwas, das „wie ein persönlicher Fehltritt" geklungen habe.
Doch Sperling ließ sich nicht mundtot machen. Er kritisierte weiterhin intern die Verfehlungen des Senders und wandte sich sogar an den ZDF-Fernsehrat – wohlgemerkt alles auf dem internen Dienstweg, ohne an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Quittung kam wenige Tage vor Weihnachten 2025: fristlose Kündigung. Der offizielle Grund sei das Risiko eines Imageschadens für das ZDF gewesen.
Die groteske Logik des Zweiten Deutschen Fernsehens
Man muss sich diese Konstellation auf der Zunge zergehen lassen: Eine Journalistin, die nach Darstellung des eigenen Intendanten einen tatsächlichen, schweren Imageschaden verursacht hat, darf bleiben und wird weiter fürstlich alimentiert. Ein Journalist hingegen, der intern auf Missstände hinweist und dabei stets den Dienstweg einhält, wird wegen eines möglicherweise drohenden Imageschadens fristlos entlassen. Das ist keine Personalpolitik mehr – das ist ein Offenbarungseid.
Die Botschaft, die das ZDF damit an seine Mitarbeiter sendet, könnte kaum deutlicher sein: Wer auf Linie bleibt und das gewünschte Narrativ bedient, genießt den Schutz des Hauses – selbst wenn dabei mit gefälschtem Material gearbeitet wird. Wer hingegen den Finger in die Wunde legt und journalistische Standards einfordert, wird aussortiert wie ein lästiger Störfaktor.
Ein Symptom eines größeren Problems
Der Fall Sperling steht dabei symptomatisch für ein strukturelles Problem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Seit Jahren mehren sich die Hinweise darauf, dass kritische Stimmen innerhalb der Sender systematisch marginalisiert werden. Die ideologische Schlagseite der Berichterstattung, die viele Bürger längst am eigenen Bildschirm beobachten, ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis einer Personalpolitik, die Konformität belohnt und Widerspruch bestraft.
Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit jährlich über acht Milliarden Euro an Zwangsbeiträgen finanziert wird, macht diesen Zustand umso unerträglicher. Die Bürger zahlen für einen Sender, der interne Kritiker rücksichtslos verfolgt, während er bei nachgewiesenen Manipulationen beide Augen zudrückt. Wer angesichts solcher Zustände noch von einer „vierten Gewalt" spricht, die unabhängig und kritisch die Mächtigen kontrolliert, der hat entweder einen ausgeprägten Sinn für schwarzen Humor – oder er hat schlicht nicht aufgepasst.
Sperling klagt derzeit vor dem Arbeitsgericht Mainz gegen seine fristlose Kündigung. Der Verhandlungstermin stehe erst in der zweiten Jahreshälfte an. Das ZDF habe eine entsprechende Presseanfrage bislang unbeantwortet gelassen. Man darf gespannt sein, ob die Justiz dem Sender die Grenzen aufzeigt, die er selbst offenkundig nicht mehr erkennen kann – oder will.
Die Doppelmoral ist offensichtlich: Interne Kritiker werden rücksichtslos verfolgt, während bei linientreuen Mitarbeitern deutlich laxere Standards angewandt werden.
Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Angriff nimmt. Nicht morgen, nicht irgendwann – jetzt. Denn ein System, das Wahrheit bestraft und Manipulation belohnt, hat seinen Auftrag verwirkt. Die Bürger dieses Landes haben Besseres verdient als einen Staatsfunk, der sich hinter dem Feigenblatt der Pressefreiheit versteckt, während er intern jeden mundtot macht, der es wagt, genau diese Freiheit einzufordern.
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