
193 Attacken in sechs Monaten: AfD führt traurige Statistik an

Berlin, 10. September 2026: Die Sicherheitsbehörden haben im ersten Halbjahr 2026 erneut mehr Straftaten gegen AfD-Vertreter registriert als gegen Repräsentanten jeder anderen Partei. 193 Fälle zählte die Statistik von Januar bis Juni. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, über die zunächst die "Welt" berichtete.
Union rückt auf Platz zwei vor
Hinter der AfD folgt die Union: 121 Delikte richteten sich laut den Angaben gegen CDU-Vertreter, 20 gegen CSU-Politiker – zusammen 141 Fälle. Danach kommen die Grünen mit 63, die SPD mit 61 und die Linkspartei mit 32 registrierten Straftaten.
Bemerkenswert ist die Verschiebung. In den Jahren 2023 und 2024 standen zeitweise die Grünen an der Spitze dieser Statistik. Nun ist es die Kanzlerpartei, die stärker ins Visier gerät – wobei die meisten Delikte gegen CDU-Vertreter dem Bericht zufolge keinem klaren politischen Spektrum zugeordnet werden können.
Zwölf von 19 Gewalttaten trafen die AfD
Der größte Teil der erfassten Delikte besteht aus Sachbeschädigungen und Propagandastraftaten. Schwerere Taten wie Körperverletzungen, Brandstiftungen oder Sprengstoffdelikte sind seltener – doch auch hier ist das Bild eindeutig: Von 19 registrierten Gewalttaten gegen Parteivertreter richteten sich zwölf gegen die AfD.
In drei Vierteln dieser Gewaltdelikte ermittelte die Polizei den Angaben zufolge gegen Tatverdächtige aus dem linken Spektrum. Für die Betroffenen dürfte das kaum überraschend sein – für die öffentliche Debatte über die Herkunft politischer Gewalt ist es hingegen ein unbequemer Befund.
Auch der Straßenwahlkampf leidet
Besonders drastisch fällt die Bilanz bei Wahlplakaten aus. Insgesamt 2.677 Straftaten erfasste die Polizei im ersten Halbjahr. Die Verteilung:
- AfD: 730 Fälle
- Grüne: 447 Fälle
- CDU und CSU zusammen: 347 Fälle
Wer Plakate zerstört, greift nicht nur Pappe an, sondern die sichtbare Präsenz demokratischer Konkurrenz im Straßenbild. Wahlkampf wird so zum Risiko – und ehrenamtliches Engagement für viele Bürger zur Zumutung.
Kritik an der öffentlichen Wahrnehmung
Der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Hess, kritisierte in diesem Zusammenhang, wie über politische Gewalt gesprochen werde:
Andere Parteien inszenieren sich theatralisch als Hauptopfer politischer Gewalt, während Angriffe auf AfD-Politiker oft zur Randnotiz verkommen
Regelmäßig werde behauptet, die größte Gefahr für die Demokratie gehe von rechts aus; hier sei nach seiner Auffassung ein Umdenken nötig. Bereits 2025 lag die AfD an der Spitze dieser Statistik, ebenso in den Jahren 2018 bis 2021.
Ein Klima, das sich nicht entspannt
Die Zahlen fügen sich in einen Trend, der seit Jahren in eine Richtung zeigt. Laut offiziellen Angaben registrierten die Behörden 2025 bundesweit 85.837 Fälle politisch motivierter Kriminalität – ein Höchststand. Medienberichten zufolge zählte die Polizei im vergangenen Jahr rund 5.140 Straftaten gegen Parteivertreter, darunter 193 Gewaltdelikte.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das ein politisches Versäumnis: Wer Gewalt nur dann skandalisiert, wenn sie die eigene Seite trifft, beschädigt den Rechtsstaat gleich doppelt. Der Schutz von Kandidaten, Plakaten und Parteibüros ist keine Frage der Gesinnung, sondern staatliche Pflicht – gegenüber allen, die sich zur Wahl stellen. Für viele Bürger ist der aufgeheizte Ton der vergangenen Jahre längst Teil des Problems.
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