
Biowaffen-Alarm bei Claude: KI-Konzern sperrt fünf Nutzerkonten

Der US-Entwickler Anthropic hat nach eigenen Angaben fünf Fälle aufgedeckt, in denen Wissenschaftler seinen Chatbot Claude für heikle biologische Forschung nutzten. Es ging um verändertes Chikungunya-Virus, Vogelgrippe, Pockenerreger und tierische Gifte. Der Bericht wurde am Donnerstag veröffentlicht – die Vorfälle fallen in den Zeitraum Dezember 2025 bis August 2026.
Ein Förderantrag, der Alarm auslöste
Besonders brisant ist laut dem Bericht eine Anfrage vom Mai. Ein Forscher habe Claude bei einem Förderantrag für sogenannte Gain-of-Function-Experimente am Chikungunya-Virus einspannen wollen – also für Versuche, bei denen Erreger gezielt verändert werden.
Konkret sollen Mutationen im Fokus gestanden haben, die das Virus ansteckender machen oder der Immunabwehr entziehen könnten. Durchgeführt werden sollten die Arbeiten den Unterlagen zufolge an einem nicht näher bezeichneten militärischen Forschungsinstitut, beteiligt waren demnach auch zivile Wissenschaftler.
Claudes Sicherheitsfilter blockierte die Anfrage. Doch bei der Prüfung stellte das Unternehmen fest, dass eine zwischengeschaltete Plattform sensible Eingaben schlicht an ein Konkurrenzmodell mit lascheren Schutzvorkehrungen weiterreichte. Genutzt worden seien US-Infrastruktur, künstlich angelegte Konten und Wiederverkäufer, um regionale Sperren auszuhebeln.
Gesperrt – und wenige Tage später wieder online
Anthropic sperrte die bekannten Konten und informierte Behörden sowie andere KI-Firmen. Erledigt war der Fall damit nicht: Der Betreiber habe binnen weniger Tage neue Zugänge eingerichtet, die Forschung sei weitergelaufen.
In einem weiteren Fall arbeitete ein Wissenschaftler aus einer nicht unterstützten Region wochenlang mit Claude an der Anpassung hochpathogener Vogelgrippeviren an Säugetiere – tausende Nachrichten. Ein anderes Konto ließ sich in rund einer Stunde einen kompletten Förderantrag zu Orthopoxviren entwerfen, zu denen Pocken und Mpox zählen. Das System griff nicht ein, weil das Projekt als Abschwächungsforschung deklariert worden sei.
Beweise für ein Waffenprogramm? Fehlanzeige
Anthropic warnt selbst vor voreiligen Schlüssen: Wissen über veränderte Erreger diene ebenso Impfstoffen wie Waffen. Der Leiter der Bedrohungsanalyse, Jacob Klein, sagte der „New York Times“:
Es ist eine unglaublich nuancierte Situation.
Eine schädliche Absicht werde nirgends offen ausgesprochen. Als Warnzeichen wertet das Unternehmen aber die Verschleierung des Forschungszwecks, das Umgehen von Sperren und Verbindungen zu staatlichen oder militärischen Stellen. Der frühere US-Verteidigungsbeamte Andrew Weber nannte die Erkenntnisse gegenüber der Zeitung alarmierend und forderte, leistungsfähige KI-Werkzeuge nur überprüften Forschern zu öffnen.
Wenn Konzerne die Weltsicherheit verwalten
Es ist bereits der dritte Missbrauchsbericht des Unternehmens seit März 2025. Darin dokumentiert sind laut Medienberichten auch Spähsoftware-Anbieter, staatsnahe Propagandanetzwerke aus Russland, dem Iran, der Türkei und weiteren Regionen sowie hunderte gefälschte Social-Media-Konten.
Und hier liegt der wunde Punkt: Ein privates Unternehmen entscheidet faktisch, welche biologische Forschung weltweit KI-Unterstützung bekommt. Sagt ein Modell Nein, klickt der Nutzer eben zum nächsten Anbieter. Kritiker mahnen deshalb verbindliche staatliche Regeln an – während die EU ihre Energie aus Sicht vieler Unternehmer lieber in Bürokratie für Mittelständler steckt als in wirksame Sicherheitsarchitektur.
Für Anleger ist das eine Erinnerung daran, wie schnell technologische Umbrüche politische Risiken erzeugen. Wer Vermögen über Generationen denkt, setzt traditionell auch auf physisch greifbare Werte wie Gold und Silber – unabhängig von Serverfarmen, Algorithmen und Firmenrichtlinien.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
- Themen:
- #Aktien
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















