
Brandenburg im Umbruch: AfD klettert auf Rekordwert von 37 Prozent – Koalition im freien Fall

Was sich in Brandenburg abspielt, ist mehr als nur eine Momentaufnahme der politischen Stimmung. Es ist ein schallendes Echo des Unmuts, das durch die märkische Provinz hallt. Eine aktuelle Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg lässt die etablierten Parteien erblassen: Die AfD erreicht mit 37 Prozent einen historischen Höchstwert und düpiert damit die regierende SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke nach Belieben.
Ein Erdrutsch, der seinen Schatten vorauswirft
Man stelle sich vor: Bei der Landtagswahl im September 2024 lag die AfD noch bei 29,2 Prozent. Nun, keine zwei Jahre später, sind es satte acht Prozentpunkte mehr. Allein gegenüber der Dezember-Umfrage 2025 legte die Partei nochmals zwei Punkte zu. Die SPD hingegen verharrt bei mageren 22 Prozent – ein Verlust von rund neun Prozentpunkten gegenüber dem Wahlergebnis. Wer hier von einem Denkzettel spricht, untertreibt gewaltig. Es ist eine Ohrfeige für eine Politik, die an den Sorgen der Bürger vorbeiregiert.
Die Werte im Ăśberblick
- AfD: 37 Prozent (+2)
- SPD: 22 Prozent (=)
- CDU: 12 Prozent (-2)
- Linke: 12 Prozent (+3)
- GrĂĽne: 6 Prozent (+1)
- BSW: 4 Prozent (-3)
- Sonstige: 7 Prozent (-1)
Besonders pikant: Die einst staatstragende CDU dümpelt mit zwölf Prozent auf einem Niveau, das sie sich nun ausgerechnet mit der Linkspartei teilen muss. Die Postkommunisten, die derzeit gar nicht im Potsdamer Landtag sitzen, vervierfachen ihren Wert. Dass eine Volkspartei wie die Union Kopf an Kopf mit den Erben der SED liegt, sagt mehr über den Zustand der bürgerlichen Mitte aus als jeder Leitartikel.
Eine Koalition, die niemand mehr will
Das Urteil der Brandenburger über ihre Regierung fällt vernichtend aus. Ganze 62 Prozent zeigen sich unzufrieden mit dem schwarz-roten Bündnis, nur magere 28 Prozent sind zufrieden. Es offenbart sich das Bild einer Koalition, die durch Übertritte einzelner Abgeordneter überhaupt erst ihre Mehrheit zusammenkratzte – nachdem das ursprüngliche Bündnis aus SPD und BSW kläglich zerbrochen war.
62 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Koalition in Schule und Bildung etwas voranbringt – nur 27 Prozent erwarten Besserung.
Auch bei den Kernthemen herrscht blankes Misstrauen. Ob Polizei und Sicherheit, ob Zuwanderung und Migration, ob Wirtschaft – überall traut die Bevölkerungsmehrheit der Regierung keinerlei Verbesserung zu. Und wer könnte es ihnen verdenken? Wenn sogar Polizisten, wie an anderer Stelle berichtet wird, offen aussprechen, sie hätten dieses Land bereits verloren gegeben, dann sind die Umfragewerte nur die logische Quittung für jahrelanges Wegsehen.
Woidke – der letzte Fels in der Brandung?
Bemerkenswert bleibt einzig die Person Dietmar Woidke. 57 Prozent der Brandenburger wünschen sich, dass er bis zur regulären Wahl 2029 im Amt bleibe. Mit seiner Arbeit zeigen sich immerhin 46 Prozent zufrieden. Doch auch dieser Wert bröckelt – zu Beginn der inzwischen zerbrochenen SPD-BSW-Regierung waren es noch 55 Prozent. Selbst ein erfahrener Landesvater kann die strukturelle Erosion seiner Partei offenbar nicht aufhalten.
Das BSW, einst als Hoffnungsträger gefeiert, stürzt mit vier Prozent ins Bedeutungslose. Ein Minus von neuneinhalb Punkten – schneller ist selten ein politisches Projekt verglüht. FDP und Freie Wähler bleiben ebenfalls unter der Fünfprozenthürde gefangen.
Was diese Zahlen wirklich bedeuten
Natürlich gilt der übliche Vorbehalt: Umfragen sind keine Prognosen, sondern lediglich Stimmungsbilder eines Augenblicks. Befragt wurden zwischen dem 18. und 22. Juni 1159 Wahlberechtigte, die Schwankungsbreite liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten. Und doch lässt sich der Trend nicht wegrelativieren. Während die etablierten Parteien sich in Selbstgefälligkeit üben, wenden sich die Bürger in Scharen ab. Es ist die Sehnsucht nach einer Politik, die endlich wieder für die eigenen Landsleute regiert – und nicht gegen sie. Diese Stimmung teilt nicht nur unsere Redaktion, sondern offensichtlich ein erheblicher Teil der märkischen Wähler.
In unsicheren Zeiten wie diesen, in denen das Vertrauen in Politik und Institutionen schwindet, suchen viele Menschen nach Beständigkeit. Während Parteienlandschaften erodieren und Koalitionen wie Kartenhäuser einstürzen, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihren zeitlosen Wert. Sie sind kein Spielball politischer Launen und kennen keine Fünfprozenthürde – ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute Portfolio.

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