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10.01.2026
19:34 Uhr

Das Zoll-Wunder: Warum Trumps Handelskrieg die US-Verbraucher kaum trifft

Das Zoll-Wunder: Warum Trumps Handelskrieg die US-Verbraucher kaum trifft

Die Kassandra-Rufe der Wirtschaftsexperten verhallten offenbar ungehört. Wo blieb der prognostizierte Preisschock? Wo die befürchtete Konsumkrise? Die von Donald Trump verhängten Importzölle haben die amerikanischen Verbraucher weitaus weniger belastet als von den meisten Ökonomen vorhergesagt. Ein Umstand, der so manchen Kritiker des US-Präsidenten in Erklärungsnot bringt.

Exporteure und Importeure schlucken die bittere Pille

Mohamed El-Erian, Chefökonom der Allianz und wahrlich kein Trump-Apologet, musste jüngst einräumen, was viele nicht wahrhaben wollten: Die Zölle haben die US-Verbraucher weit weniger getroffen als erwartet. Stattdessen tragen Exporteure und Importeure die Hauptlast der Mehrkosten. El-Erian beschreibt die Situation in den Unternehmen mit bemerkenswerter Offenheit: Die Firmen würden Produkt für Produkt durchgehen, Preiselastizitäten prüfen und abwägen, welche Erhöhungen die Konsumenten noch verkraften könnten, ohne dass die Nachfrage einbricht.

Das Ergebnis dieser Kalkulationen ist eindeutig: Die Unternehmen können nicht annähernd so viel an die Endverbraucher weitergeben, wie sie eigentlich müssten. Die Angst vor einem Käuferstreik hat sie dazu veranlasst, die höheren Zölle zu großen Teilen selbst zu schultern – auf Kosten ihrer eigenen Gewinnmargen. Ein bemerkenswerter Vorgang, der zeigt, wie sehr die Macht des Verbrauchers unterschätzt wird.

Die Flexibilität der US-Wirtschaft überrascht

Auch die Ökonomen der Commerzbank haben sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Im Frühjahr dämpften Prognosen einer bevorstehenden Wirtschaftskrise die Stimmung erheblich. Unternehmen und Konsumenten gingen auf Tauchstation. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis diese pessimistische Grundhaltung auch auf die Ausgabenfreude der Amerikaner durchschlagen würde.

Doch die Realität zeichnete ein anderes Bild. Für das vierte Quartal 2025 rechnen die Experten mit einem US-Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Damit dürfte die amerikanische Wirtschaft im gesamten Jahr 2025 um 2,4 Prozent gewachsen sein – exakt so stark wie im Vorjahr. Von einer Rezession keine Spur.

Clevere Strategien der Marktteilnehmer

Hinter dieser überraschend positiven Entwicklung steht die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit der US-Wirtschaft. Importeure und ihre Lieferanten haben auf das Errichten der Zollmauern rasch und geschickt reagiert. Sie füllten ihre Lager vor Inkrafttreten der Zölle auf und konnten so die Wirkung steigender Preise zumindest verzögern. Die höheren Abgaben schlugen damit nicht sofort durch.

Hinzu kamen Ausnahme- und Übergangsregelungen für als lebenswichtig eingestufte Einfuhren. Besonders bedeutsam war zudem, dass Importe aus Mexiko und Kanada – immerhin rund 27 Prozent der Gesamteinfuhren – USMCA-kompatibel gemacht wurden. Diese Waren kamen somit in den Genuss der niedrigen Zollsätze innerhalb der nordamerikanischen Wirtschaftszone.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ist der Zollanteil von etwa 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 2023 und 2024 auf 1,1 Prozent im zweiten Halbjahr 2025 gestiegen. Eine Wirkung auf die US-Konjunktur ist also durchaus messbar. Der Bremseffekt der Zollerhöhungen liegt bei rund 0,8 Prozent des BIP. Doch das reicht bei weitem nicht aus, um die amerikanische Wirtschaft in eine Krise zu stürzen. Diese wächst nominal gerechnet im Trend um vier bis fünf Prozent pro Jahr – ein Puffer, der die Zollbelastung mühelos absorbiert.

Künstliche Intelligenz als unerwarteter Retter

Zur Hilfe kam der Wirtschaft auch der Boom der Investitionen in Künstliche Intelligenz. Dieser hat die Ausgaben für IT und Software nach oben getrieben. Vor allem im ersten Halbjahr, als die zollbedingten Belastungen rasch anstiegen, lieferten diese Investitionen beträchtliche Wachstumsbeiträge. Der entsprechende Beitrag zum Wachstum des realen BIP lag bei knapp 1,1 Prozentpunkten – deutlich mehr als die rund 0,2 Prozentpunkte im Jahr 2024. Die KI-Investitionen boomten also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ein Lehrstück für europäische Bedenkenträger

Was lehrt uns diese Entwicklung? Zunächst einmal, dass wirtschaftliche Prognosen mit Vorsicht zu genießen sind – besonders wenn sie von jenen stammen, die politische Entscheidungen von vornherein ablehnen. Die amerikanische Wirtschaft hat sich als weitaus widerstandsfähiger erwiesen, als viele Kritiker wahrhaben wollten.

Während in Deutschland bei jeder wirtschaftspolitischen Maßnahme sofort der Untergang beschworen wird, zeigen die USA, wie Flexibilität und unternehmerischer Pragmatismus selbst schwierige Situationen meistern können. Die Bereitschaft der Unternehmen, Margeneinbußen hinzunehmen, um Kunden zu halten, ist ein Zeichen funktionierender Marktwirtschaft. Hierzulande würde man vermutlich sofort nach staatlichen Subventionen rufen.

„Bislang trägt der Verbraucher die geringste Last. Die Unternehmen stellen fest, dass sie nicht so viel von den Preiserhöhungen weitergeben können, wie sie möchten."

Diese Worte von Mohamed El-Erian sollten all jenen zu denken geben, die Trumps Zollpolitik reflexartig verdammt haben. Die Realität ist komplexer als simple Schwarz-Weiß-Malerei. Und manchmal – nur manchmal – behält derjenige recht, dem man es am wenigsten zugetraut hätte.

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