
Eskalation am Golf: Saudi Aramco-Chef sagt Energiekonferenz ab – Ölmärkte im Ausnahmezustand
Es sind Bilder, die man aus Friedenszeiten nicht kennt: Drohnenangriffe auf Raffinerien, gesperrte Meerengen, explodierende LNG-Terminals. Der Chef des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, hat seine geplante Teilnahme an der prestigeträchtigen CERAWeek-Energiekonferenz in Houston kurzfristig abgesagt. Der Grund ist so simpel wie beunruhigend – der eskalierende Konflikt mit dem Iran zwingt ihn, in Saudi-Arabien zu bleiben.
Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft unter Beschuss
Was sich derzeit in der Golfregion abspielt, hat das Potenzial, die globale Energieversorgung auf Jahre hinaus zu erschüttern. Der Konflikt, der mittlerweile in seine vierte Woche geht, hat bereits mehr als 2.000 Menschenleben gefordert und die internationalen Märkte in Aufruhr versetzt. Iranische Vergeltungsschläge haben die Straße von Hormus – jene schmale Wasserstraße, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen fließt – faktisch lahmgelegt. Gleichzeitig wurden gezielt Energieinfrastrukturen am Golf attackiert, darunter auch Anlagen von Saudi Aramco selbst.
US-Präsident Donald Trump verschärfte die Rhetorik am vergangenen Samstag noch einmal drastisch: Er drohte dem Iran mit der Bombardierung seiner Kraftwerke, sollte Teheran die Meerenge nicht vollständig wieder öffnen. Eine Drohung, die in ihrer Tragweite kaum zu überschätzen ist. Denn was hier auf dem Spiel steht, ist nichts Geringeres als die Stabilität der globalen Energieversorgung – und damit der Wohlstand ganzer Volkswirtschaften.
Aramcos größte Krise seit der Pandemie
Für Saudi Aramco ist die aktuelle Lage die schwerste Bewährungsprobe seit der Covid-19-Pandemie und den verheerenden Angriffen auf die Abqaiq- und Khurais-Anlagen im Jahr 2019, die damals mehr als die Hälfte der saudischen Rohölproduktion vorübergehend zum Erliegen brachten. Nasser selbst warnte während einer Telefonkonferenz am 10. März vor „katastrophalen Konsequenzen" für die weltweiten Ölmärkte, sollte der Iran-Konflikt die Straße von Hormus weiterhin blockieren.
Um die Meerenge zu umgehen, pumpt Aramco derzeit Millionen Barrel Rohöl pro Tag von der Ostküste an die Westküste Saudi-Arabiens. Gleichzeitig wurde die Förderung an zwei Feldern um rund zwei Millionen Barrel pro Tag gedrosselt. Die alternative Route führt über den Rotmeer-Hafen Yanbu – doch auch dieser geriet vergangene Woche ins Fadenkreuz, als eine ballistische Rakete abgefangen wurde und ein Drohnenangriff eine angrenzende Raffinerie traf. Die Ölpreise schossen daraufhin in die Höhe.
Flächenbrand am Golf: Katar und Kuwait ebenfalls betroffen
Die iranischen Vergeltungsschläge vom 19. März richteten sich nicht nur gegen Saudi-Arabien. Auch Kuwaits Energieinfrastruktur wurde attackiert, und – besonders folgenschwer – Katars gigantischer Ras-Laffan-LNG-Komplex wurde getroffen. Der Chef von QatarEnergy erklärte gegenüber Nachrichtenagenturen, dass 17 Prozent der katarischen LNG-Kapazität für bis zu fünf Jahre ausfallen könnten. Eine Hiobsbotschaft für den ohnehin angespannten globalen Gasmarkt, die insbesondere Europa hart treffen dürfte – jenen Kontinent, der sich nach dem Bruch mit russischem Gas verzweifelt nach alternativen Lieferquellen umschaut.
Auch der CEO der staatlichen Kuwait Petroleum Corporation, Scheich Nawaf Al-Sabah, sagte seine persönliche Teilnahme an der CERAWeek ab und wird lediglich virtuell zugeschaltet. Vom Abu Dhabi-Staatsfonds Mubadala werde voraussichtlich überhaupt kein Vertreter erscheinen. Ob Sultan Al Jaber, Chef des emiratischen Ölkonzerns ADNOC, persönlich nach Houston reist, blieb zunächst unklar.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für Deutschland, das sich unter der neuen Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD ohnehin mit einer fragilen Energieversorgungslage konfrontiert sieht, könnten die Entwicklungen am Golf zum nächsten wirtschaftlichen Stresstest werden. Die Abhängigkeit von globalen Energielieferketten rächt sich einmal mehr. Wer jahrelang ideologiegetriebene Energiepolitik betrieben hat – Stichwort Atomausstieg, Kohleausstieg, grüne Transformation um jeden Preis –, der steht nun vor den Scherben einer Strategie, die auf dem naiven Glauben basierte, fossile Energieträger ließen sich im Handumdrehen ersetzen.
Nassers legendärer Kommentar auf der letztjährigen CERAWeek klingt in diesem Zusammenhang geradezu prophetisch: Die Wahrscheinlichkeit, dass Elvis persönlich auf der Konferenz spreche, sei größer als die, dass die aktuellen Pläne zur Energiewende weg von fossilen Brennstoffen tatsächlich aufgingen. Man mag über die Formulierung schmunzeln – die Realität gibt ihm auf bittere Weise recht.
Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen dieser Größenordnung zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle. Während Aktienmärkte nervös reagieren, Ölpreise wild schwanken und Währungen unter Druck geraten, erweist sich Gold als das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Anker der Stabilität. Wer sein Vermögen in Zeiten wie diesen nicht zumindest teilweise mit physischen Edelmetallen absichert, handelt fahrlässig. Die Geschichte lehrt uns: Krisen kommen und gehen – Gold bleibt.
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