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Gaspreis-Schock: Industriestrompreis reißt ein Milliardenloch!

Gaspreis-Schock: Industriestrompreis reißt ein Milliardenloch!
Symbolbild: KI-generiert

Die Strompreishilfe der Bundesregierung für energieintensive Betriebe droht deutlich teurer zu werden als geplant. Eine Berechnung einer großen Wirtschaftszeitung auf Basis von Daten des Analysehauses Aurora Energy Research kommt zu dem Ergebnis, dass der Staat im kommenden Jahr rund eine Milliarde Euro mehr für den Industriestrompreis ausgeben könnte als in diesem. Der Grund ist Europas Gaspreis, der so hoch liegt wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Ein Versprechen ohne Preisschild

Der Industriestrompreis gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 für drei Jahre. Die EU-Kommission hatte am 16. April grünes Licht gegeben. Für das ganze Programm hat die Bundesregierung insgesamt 3,8 Milliarden Euro eingeplant. Gedacht ist es für Branchen wie Chemie, Metall und Zement. Nach Angaben von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche könnten rund 9.500 Unternehmen davon profitieren.

Das Prinzip ist einfach und genau deshalb heikel. Angestrebt wird ein Zielpreis von 5 Cent je Kilowattstunde. Der Staat übernimmt einen Teil der Lücke zwischen diesem Wert und dem Marktpreis. Maßgeblich sind die Terminpreise, die im Vorjahr für das jeweilige Lieferjahr gehandelt wurden. Steigt der Strompreis an der Börse, steigt die Rechnung für den Bund – automatisch und ohne Obergrenze im Kleingedruckten der Weltpolitik.

Warum teures Gas den Strom verteuert

Der Mechanismus heißt Merit-Order. An Europas Strombörsen bestimmt oft das teuerste Kraftwerk den Preis, das gerade noch gebraucht wird. Das ist meist ein Gaskraftwerk. Klettert der Gaspreis, zieht der Strompreis mit.

Genau das passiert jetzt. Der europäische Gas-Terminkontrakt TTF stieg am 20. Oktober erstmals seit Dezember 2022 über 90 Euro je Megawattstunde. Marktberichten zufolge treiben das Auffüllen der Gasspeicher, Lieferausfälle am Persischen Golf und Risiken rund um die Straße von Hormus den Preis. Pikant dabei: Öl wird zeitgleich billiger, Gas dagegen nicht.

Deutschland trifft das besonders hart. Im April 2023 gingen die letzten Atomkraftwerke vom Netz, und der Kohleausstieg ist beschlossen. Gaskraftwerke sind damit wichtiger denn je. Diese Abhängigkeit hat die Politik selbst geschaffen.

Der Steuerzahler als Ausfallbürge

Kritiker sehen im Industriestrompreis vor allem eine teure Pflasterlösung. Die Ursachen hoher Energiepreise werden damit nicht behoben, sondern mit Steuergeld überdeckt. Je unruhiger die Weltmärkte, desto tiefer muss der Bund in die Tasche greifen. Wie lange kann das gutgehen?

Auch die Betriebe können sich nicht sicher sein. Den Förderregeln zufolge gibt es keinen Rechtsanspruch auf die Hilfe. Reicht das Geld nicht, kann die Beihilfe anteilig gekürzt werden. Für eine Branche, die über Jahrzehnte plant, ist das kaum eine verlässliche Grundlage.

Die Chemie schlägt Alarm

Wie ernst die Lage ist, zeigt eine Aussage von Covestro-Chef Markus Steilemann in einem Interview:

„In Europa wird man weite Teile der Massenchemie nur schwer kostendeckend betreiben können“

Gleichzeitig ist der Ifo-Geschäftsklimaindex trotz der teuren Energie zum sechsten Mal hintereinander gestiegen. Das wirkt wie ein Lichtblick. Die Industrie, die besonders viel Energie braucht, erkennt darin aber noch keine echte Wende.

Schulden auf Schulden

Für die Regierung von Friedrich Merz kommt die Nachricht zur Unzeit. Mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen ist der Schuldenberg bereits stark gewachsen. Eine weitere Milliarde, die allein von den Gaspreisen abhängt, belastet den Haushalt zusätzlich. Bezahlen werden das am Ende die Bürger, über Steuern, Abgaben und eine dauerhafte Inflationsgefahr.

Wer sein Erspartes vor solchen Risiken schützen will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber sind dabei seit Jahrhunderten eine bewährte Ergänzung. Sie hängen nicht von Förderprogrammen ab und lassen sich nicht per Haushaltsbeschluss vermehren.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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