
Letzte Patrone, leerer Lauf: Wie die GroKo am Mittwoch ihre eigene Hinrichtung inszeniert

Es ist ein Tag, der Geschichte schreiben könnte – wenn auch nicht die Art von Geschichte, die sich Friedrich Merz und seine schwarz-rote Notgemeinschaft erträumt haben. Am Mittwoch tritt das Kabinett zusammen, und auf dem Tisch liegt nichts Geringeres als die Frage, ob diese Koalition aus CDU/CSU und SPD überhaupt noch regierungsfähig ist. CSU-Chef Markus Söder hat sein eigenes Bonmot vom Februar 2025 reaktiviert: Diese Koalition sei die „letzte Patrone der Demokratie“. Eine bemerkenswerte Wortwahl – denn wer mit der letzten Patrone schießt und danebentrifft, der steht mit leerem Magazin in einem Hinterhalt aus eigener Schuld.
Das 20-Milliarden-Loch und die Kunst der Luftbuchungen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) muss dem Kabinett einen Haushaltsentwurf für 2027 vorlegen, der eine Lücke von 20 Milliarden Euro aufweist. In den beiden Folgejahren klafft jeweils ein Loch von satten 60 Milliarden. Wer sich noch an die vollmundigen Wahlversprechen von Friedrich Merz erinnert, der „keine neuen Schulden“ machen wollte, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Stattdessen wurde das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur durchgewunken, die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz gemeißelt – und nun fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Welch Überraschung.
Klingbeil jongliert mittlerweile mit sogenannten „Globalen Minderausgaben“ – ein freundlicher Euphemismus für nicht existierende Einsparungen. Im Klartext: Luftbuchungen. Der Steuerzahler darf gespannt sein, welche Subventionen am Ende fallen sollen. Wirtschaftsförderung? Strompreisstützung? Breitbandausbau? Sozialer Wohnungsbau? Bislang konnten sich Union und SPD auf nichts verständigen.
Berlin gegen Bielefeld: Zwei Lager, ein Trümmerhaufen
Während die Spitzenpolitiker von CDU und CSU auf dem Berliner Euref-Campus in Schöneberg tagten, zogen sich einflussreiche Sozialdemokraten mit Arbeitsministerin Bärbel Bas und Verteidigungsminister Boris Pistorius in die Bielefelder Hechelei zurück. Sinnbildlich genug: Beide Versammlungsorte sind sanierte Industrie-Ruinen. Man könnte fast meinen, die Symbolik sei mit Absicht gewählt worden.
Aus Berlin tönte es: „Weiteren Stillstand können wir uns nicht erlauben.“ Aus Bielefeld zog man stoisch „rote Linien“. Die Union fordert, Ausgaben an Einnahmen anzupassen, die SPD will mehr Wirtschaftsförderung – sprich: noch mehr staatliche Verteilungsmaschinerie. Annäherung? Fehlanzeige.
Warkens Gesundheitsreform – die nächste Baustelle
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sitzt zwischen allen Stühlen. Bereits 2026 muss die gesetzliche Krankenversicherung mit über 15 Milliarden Euro aus Steuermitteln gestützt werden. Tendenz steigend. Eine Reform-Kommission hatte ihr 66 Vorschläge präsentiert, doch der dickste Brocken – zwölf Milliarden Euro für versicherungsfremde Leistungen für Bürgergeld-Empfänger – darf nicht ins SPD-geführte Arbeitsministerium abgeschoben werden, wo er sachlogisch hingehörte. Bas und Klingbeil mauern.
Auch die beitragsfreie Mitversicherung nicht arbeitender Eheleute ist für die SPD „unverhandelbar“. Stattdessen sollen Pharma-Industrie, Kliniken, Ärzte und Patienten bluten. Wer die deutsche Sozialpolitik kennt, weiß: Am Ende zahlt der Mittelstand. Wie immer.
Die „Reichensteuer“-Farce
Besonders pikant wird es bei der Einkommensteuer. Die SPD will Menschen mit Einkommen um 3000 Euro entlasten und im Gegenzug die „Reichen“ schröpfen. Reich ist nach SPD-Lesart offenbar bereits, wer 70.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen hat – also Facharbeiter, angestellte Akademiker und Selbstständige. Söder hat dies in der ARD treffend als Mittelstandsbelastung entlarvt.
Ein Kompromissvorschlag aus der Unionsfraktion sieht vor, den Spitzensteuersatz erst ab 85.000 Euro greifen zu lassen, dafür aber den „Reichensteuersatz“ von 45 auf 47,5 Prozent zu erhöhen und bereits ab 210.000 Euro fällig werden zu lassen. Ob das den Sozialdemokraten genügt, steht in den Sternen.
Die Schuldenbremse als „Feuerschutz“?
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat vorsorglich das Ass aus dem Ärmel gezogen, das gar keines ist: die Schuldenbremse erneut aussetzen. Begründet wird dies mit dem andauernden Iran-Krieg und seinen wirtschaftlichen Verwerfungen. Für die Union wäre dies ein Tabubruch, hatte man sich doch auf dem Stuttgarter Parteitag im Februar explizit zur Schuldenbremse bekannt. Doch Versprechen aus der Union – wir erinnern uns – haben in jüngerer Vergangenheit eine bemerkenswert kurze Halbwertszeit.
Während die Politik streitet, eskaliert die Welt
Während sich Union und SPD in ihren Wagenburgen verschanzen, ballen sich am Horizont finstere Wolken zusammen. Die Blockade der Straße von Hormus drückt die Wirtschaft, der Ölpreis bleibt hoch, Wachstumsprognosen sind Makulatur. Die Umfragewerte der AfD steigen, die Beliebtheit von Friedrich Merz stürzt ab. Die etablierten Parteien wirken wie Statisten in einem Theaterstück, dessen Drehbuch ihnen längst entglitten ist.
Es ist die bittere Quittung für eine Politik, die seit Jahren am Bürger vorbei regiert. Die Inflation frisst die Kaufkraft auf, die Sozialsysteme ächzen unter Lasten, die selbst verschuldet sind, und die politische Klasse beschäftigt sich vor allem mit sich selbst. Diese Einschätzung teilt nicht nur unsere Redaktion – sie spiegelt sich auch in den Stimmungsbildern eines wachsenden Teils der deutschen Bevölkerung wider.
Edelmetalle als Fels in der Brandung
Wenn die Politik versagt, wenn Haushaltslöcher mit Luftbuchungen kaschiert werden und die Schuldenbremse zum politischen Ventil verkommt, dann stellt sich für jeden vorausschauenden Bürger die Frage nach echtem Vermögensschutz. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie politische Krisen, Währungsverwerfungen und Staatsversagen überdauern. Sie sind kein spekulatives Versprechen auf eine bessere Zukunft, sondern realer, greifbarer Wert. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein wichtiger Anker sein – gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik schwindet.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenverantwortlich zu recherchieren und gegebenenfalls qualifizierte Berater zu konsultieren. Eine Haftung für Anlage-, Steuer- oder Rechtsentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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