
Migrationstragödie im Jemen: Wenn politisches Versagen Menschenleben kostet
Wieder einmal erschüttert eine Migrationstragödie die Weltöffentlichkeit. Vor der Küste des Jemen sind mindestens 76 Menschen ertrunken, 49 weitere werden vermisst. Das Boot, vollgestopft mit 157 verzweifelten Menschen aus Äthiopien, kenterte auf dem Weg zur südjemenitischen Provinz Abjan. Es sei das schlimmste Bootsunglück des Jahres in dieser Region, heißt es von der Internationalen Organisation für Migration.
Die tödliche Route der Hoffnungslosen
Die Meerenge Bab Al-Mandab zwischen Dschibuti und dem Jemen gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten weltweit. Im vergangenen Jahr starben hier mindestens 558 Menschen – 462 davon bei Bootsunglücken. Erst im letzten Monat zwangen skrupellose Schleuser 150 Migranten, ins offene Meer zu springen. Acht Menschen ertranken.
Was treibt diese Menschen dazu, ihr Leben aufs Spiel zu setzen? Sie fliehen vor Kämpfen, Armut und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat. Ihr Ziel: die reichen Ölstaaten der arabischen Halbinsel, wo sie auf Arbeit und ein besseres Leben hoffen. Doch der Weg führt durch den Jemen – ein Land, das selbst seit 2014 im Bürgerkrieg versinkt.
Das Versagen der internationalen Gemeinschaft
Die Migrationsexpertin Ayla Bonfiglio vom Mixed Migration Centre bringt es auf den Punkt: Diese Route werde von Schleusern und Menschenschmugglern kontrolliert. Die Flüchtlinge hätten keine andere Wahl, als deren Dienste in Anspruch zu nehmen. Sie wüssten um die Risiken, aber ohne legale Wege sähen viele keinen anderen Ausweg.
"Diese Route wird überwiegend von Schleusern und Menschenschmugglern kontrolliert. Flüchtlinge und Migranten haben keine andere Wahl, als ihre Dienste in Anspruch zu nehmen."
Hier offenbart sich das fundamentale Versagen der internationalen Politik. Während in Europa über Gendersterne in Bundesministerien debattiert wird – eine Praxis, die die neue Bundesregierung zum Glück abgeschafft hat – sterben Menschen auf der Flucht vor existenzieller Not. Während wir uns mit ideologischen Scheinproblemen beschäftigen, versäumen wir es, echte Lösungen für echte Probleme zu finden.
Die Heuchelei der Migrationspolitik
Der Vatikan zeigt sich "zutiefst traurig" über den Verlust an Menschenleben. Doch wo sind die konkreten Maßnahmen? Wo sind die sicheren Fluchtrouten? Wo ist die Hilfe vor Ort, die Menschen davon abhält, ihr Leben skrupellosen Schleppern anzuvertrauen?
Die Wahrheit ist unbequem: Die internationale Gemeinschaft hat versagt. Statt die Fluchtursachen zu bekämpfen, werden Symptome verwaltet. Statt in Äthiopien für Stabilität und wirtschaftliche Perspektiven zu sorgen, lässt man zu, dass Menschen in seeuntauglichen Booten ihr Glück versuchen.
Ein Teufelskreis ohne Ende
Allein im vergangenen Jahr kamen über 60.000 Migranten im Jemen an – in einem Land, das selbst am Boden liegt. Viele stranden dort, gefangen zwischen der Hölle, aus der sie flohen, und dem unerreichbaren Paradies, das sie suchten. Die jemenitischen Behörden starteten einen großangelegten Sucheinsatz, um die Leichen zu bergen. An mehreren Stränden wurden bereits Tote angespült.
Diese Tragödie ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Systems, das Menschenleben als Kollateralschaden akzeptiert. Während in Deutschland über 500 Milliarden Euro Sondervermögen für fragwürdige Klimaprojekte diskutiert werden, fehlt das Geld für effektive Entwicklungshilfe, die Menschen eine Perspektive in ihrer Heimat geben könnte.
Die 32 Überlebenden dieses Unglücks wurden nach Aden gebracht. Sie haben überlebt, aber zu welchem Preis? Traumatisiert, mittellos und ohne Perspektive werden viele von ihnen es wieder versuchen. Der Kreislauf des Elends dreht sich weiter, während die Politik wegschaut und sich lieber mit Symbolpolitik beschäftigt.
Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel. Statt Milliarden in ideologische Projekte zu pumpen, sollten wir in echte Lösungen investieren: Stabilität in den Herkunftsländern, legale Migrationswege für qualifizierte Arbeitskräfte und konsequente Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Nur so lässt sich verhindern, dass das Mittelmeer und das Rote Meer weiterhin zu Massengräbern werden.