
Pop-Appell für Schwesig: Sänger warnt vor „Haken“ beim Kreuz

Vier Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern holt die SPD prominente Unterstützung von der Bühne. Am Dienstagvormittag veröffentlichte Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf Instagram ein Video, in dem Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band Die Prinzen, zur Stimmabgabe für die Sozialdemokraten aufruft — und gegen die AfD wettert.
Es gebe eine reale Chance, dass die SPD vorne liege, sagt der Musiker in dem Clip. In Mecklenburg-Vorpommern werde hoffentlich nicht passieren, was in Sachsen-Anhalt passiert sei. Seine Wortwahl: „Wahnsinn“.
„Ring in den Hut“ — und ein Seitenhieb auf Berlin
Bemerkenswert ehrlich ist eine andere Passage: Nicht alles, was die Sozialdemokratie derzeit mache, erfreue sein Herz. Das gehe vielen Menschen so, räumt er ein. Zwischen Landes- und Bundespolitik gebe es aber einen „großen Unterschied“.
Man könnte es auch so lesen: Die Berliner Regierungsbilanz der SPD soll im Nordosten bitte keine Rolle spielen. Für „Manu Schwesig“ wolle er seinen „nicht vorhandenen Ring in den Hut werfen“. Die Wahl sei eine Chance zu zeigen, dass „wir nach wie vor mehr sind“.
„Macht euer Kreuz bei der richtigen Stelle und achtet darauf, dass es keine Haken hat.“
Wer entscheidet, was die „richtige Stelle“ ist? Diese Frage stellen sich nach solchen Appellen erfahrungsgemäß viele Wähler. Krumbiegel hat sich schon häufiger politisch positioniert: Ende April sagte er Medienberichten zufolge in einer ZDF-Sendung, er habe in einem Lied besungen, dass er Elon Musk gerne verprügeln würde — er selbst zahle gerne Steuern und sehe Personen kritisch, die Steuern eher vermeiden wollten.
Das Rennen ist offen — und für die SPD historisch bitter
Die Zahlen erklären die Nervosität. Eine neue Insa-Erhebung für die „Bild“ sieht die AfD bei 37 Prozent, die SPD bei 35 Prozent. Die Linke käme auf zehn, die CDU auf sieben, die Grünen auf fünf Prozent. Union und Grüne müssen laut diesen Werten um den Einzug in den Landtag zittern.
Andere Institute zeichnen ein ähnliches Bild: Im Schnitt der Umfragen kurz vor dem Wahltag liegt die AfD bei rund 37 Prozent, die SPD bei etwa 32 Prozent. Zum Vergleich: 2021 holte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent. Die Union hätte sich demnach in fünf Jahren halbiert.
Sachsen-Anhalt als Menetekel
Der Blick nach Sachsen-Anhalt zeigt, warum die SPD zur Mobilisierung bläst: Bei der Wahl am 6. September kam die AfD dort auf 43,8 Prozent, die CDU stürzte auf 17,2 Prozent, die SPD landete bei 9,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 77,8 Prozent einen Rekordwert — von Politikverdruss also keine Spur.
Aus Sicht unserer Redaktion liegt darin die eigentliche Botschaft: Wer Bürger seit Jahren mit Energiepreisen, ausufernder Bürokratie, Schuldenpaketen und einer aus dem Ruder gelaufenen Migrations- und Sicherheitspolitik konfrontiert, gewinnt sie nicht mit Prominenten-Videos zurück. Moralische Appelle ersetzen keine Politik, die Ergebnisse liefert.
Dass Wahlkämpfe in Deutschland zunehmend über Stimmungsbilder statt über Sachfragen geführt werden, hat Folgen — auch für Anleger. Politische Unsicherheit, hohe Staatsschulden und schwaches Wachstum sind seit Jahrhunderten die Umgebung, in der physische Edelmetalle ihre Rolle als stiller Vermögensanker spielen: als Ergänzung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich selbst umfassend informieren.
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