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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
05:33 Uhr
KI-generiert

„Schädlingsbekämpfung“: Hallervorden-Video sorgt für Empörung

„Schädlingsbekämpfung“: Hallervorden-Video sorgt für Empörung
Symbolbild: KI-generiert

Dieter Hallervorden zieht in den Wahlkampf – auf TikTok. Der 90-jährige Kabarettist veröffentlichte am Freitag ein Kurzvideo, in dem er die Nicht-Wahl der AfD als „Schädlingsbekämpfung“ bezeichnet. Der Auftritt fällt mitten in die heiße Phase vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September.

Vier Sätze, die für Aufsehen sorgen

Die Botschaft ist kurz und in Hallervordens gewohntem Komiker-Duktus vorgetragen. Wörtlich sagt er in dem Clip:

„Leute, ich bin ja sehr erfolgreich in der Schädlingsbekämpfung. Wie ich das mache? Ja, ich wähle einfach nicht AfD. Ja, versucht's auch mal. Das hilft“

Es blieb nicht bei einem Video. In weiteren Beiträgen reimt er, Vernunft wähle „niemals AfD“, und rät „Leuten, die manchmal ihren Denkapparat benutzen“, die Partei links liegen zu lassen. Der Gewinner sei dann Deutschland.

Vom Bühnenkomiker zum Wahlkämpfer

In einem anderen Clip beruft sich Hallervorden auf Altkanzler Helmut Schmidt: Wer keine Kompromisse machen könne, sei für die Demokratie nicht zu gebrauchen. Tage zuvor hatte er die Partei mit einem „Feuersturm“ verglichen, dem man nicht schweigend den Rücken kehren dürfe.

Für Kritiker ist genau das der wunde Punkt. Wer im selben Atemzug Kompromissfähigkeit einfordert und Wähler einer im Bundestag vertretenen Partei in die Nähe von Ungeziefer rückt, muss sich Fragen nach dem eigenen Maßstab gefallen lassen. Beobachter sehen in der Wortwahl eine gefährliche Entgleisung – Sprache, die entmenschlicht, hat in der deutschen Geschichte einen düsteren Klang.

Die CDU im Bündnis mit einem Linken-Sympathisanten?

Pikant ist der politische Kontext. Hallervorden unterstützt nach eigener Darstellung den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze, der im Januar das Amt von Reiner Haseloff übernommen hat. Ende Juli traten beide gemeinsam auf.

Bei einem dieser Auftritte soll Hallervorden dem Bericht zufolge Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius als „Kriegsminister“ bezeichnet und das israelische Vorgehen im Gazastreifen als „Völkermord“ gebrandmarkt haben. Teile der CDU hätten die Zusammenarbeit anschließend als Fehler betrachtet. Wer sich prominente Hilfe borgt, borgt sich eben auch deren Meinungen.

Wahlkampf mit Prominenz statt mit Argumenten

Der Blick auf die Zahlen erklärt die Nervosität. Laut Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt seit Monaten bei rund 40 Prozent, die CDU zuletzt bei etwa 24 Prozent. Nur 29 Prozent der Befragten zeigten sich Ende Juli mit der Arbeit der Landesregierung aus CDU, SPD und FDP zufrieden.

Das Land kämpft mit Abwanderung, einem Durchschnittsalter von 48,3 Jahren, rund 25 Milliarden Euro Schulden und einer schwächelnden Wirtschaft. Aus Sicht unserer Redaktion sind das die Themen, die an Küchentischen zwischen Magdeburg und Halle entschieden werden – nicht auf TikTok.

Prominenten-Appelle haben in der Vergangenheit selten Wähler zurückgeholt. Sie liefern eher den Beweis, dass etablierte Parteien lieber über die Konkurrenz reden als über eigene Versäumnisse. Am 26. August treffen Schulze und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im TV-Duell aufeinander. Dort zählen Argumente – keine Pointen.

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