
Späte Einsicht: Warum Frank Thelen die „Brandmauer“ nun als Bumerang für die Union entlarvt
Es gibt Momente, in denen ein Unternehmer aussprechen darf, was Millionen Bürger längst denken. Der Investor und „Höhle der Löwen“-Juror Frank Thelen hat genau das getan – und die sogenannte Brandmauer der Union gegenüber der AfD als das gebrandmarkt, was sie in Wahrheit sei: ein politischer Selbstschuss. In einem Interview mit der Bild formulierte er es unmissverständlich. Die Brandmauer habe Deutschland geschadet. Ein rein taktischer Fehler.
Wer sich selbst fesselt, darf sich über die Ohnmacht nicht wundern
Thelens Argumentation ist so schlicht wie bestechend. Wer sich als Partei freiwillig die Hände hinter dem Rücken zusammenbindet, der macht sich erpressbar. Die Union habe sich durch ihr öffentliches Bekenntnis zur Brandmauer jeglichen Verhandlungsspielraum genommen – und das gelte gleichermaßen für Gespräche mit der Linkspartei, die Thelen politisch keineswegs unterstütze.
„Wenn wir also einfach jetzt weiterlaufen, dann kann man die CDU/CSU irgendwann nur noch als Juniorpartner der AfD sehen. So weit haben wir das Ganze meiner Meinung nach überspannt.“
Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen. Ausgerechnet jene Partei, die sich als das große bürgerliche Bollwerk inszeniert, hat sich durch ideologische Sturheit selbst ins Abseits manövriert. Thelens Fazit: Ohne diese Brandmauer wäre der Verhandlungsspielraum größer, und wir hätten heute eine stärkere Union. Er wolle keine AfD-Regierung, betont er – doch die Frage, ob im September nach den Landtagswahlen bald ein AfD-Ministerpräsident regiere, stelle sich immer drängender.
Der Preis der Meinung – warum Deutschlands Wirtschaft schweigt
Besonders brisant wird Thelens Kritik dort, wo er die feige Sprachlosigkeit der deutschen Konzernlenker anprangert. Er selbst habe durch seine politischen Äußerungen Millionen verloren. Als er öffentlich sagte, er wolle keine stark linke Regierung, und die Energiepolitik der Grünen kritisierte, hätten Kunden und Investoren binnen weniger Tage Projekte in Millionenhöhe storniert. Konservative Positionen seien schlicht nicht „en vogue“ gewesen.
Hier liegt der Finger in der offenen Wunde einer ganzen Republik. Thelen könne einen solchen Verlust verkraften, ein Mittelständler jedoch nicht. Und so verstummen die Mächtigen aus Angst vor Ächtung.
„Man sieht, dass die großen CEOs aus dem DAX sich politisch nicht äußern. Weil sie sagen: Da kann man nur verlieren. Und das ist sehr, sehr schade.“
Eine Gesellschaft, die keinen breiten politischen Diskussionsraum mehr zulasse, verarme, so Thelen. Wie recht er hat. Wer erlebt, dass wirtschaftlicher Ruin die Strafe für eine unbequeme Meinung ist, der schweigt lieber – und genau so entsteht jenes Klima der Duckmäuserei, das eine freie Debatte im Keim erstickt.
Verspätete Reue oder ehrlicher Sinneswandel?
Man darf und muss kritisch bleiben. Thelen war von 2018 bis 2021 Chef des „Innovation Council“ der Bundesregierung und hat sich in der Vergangenheit durchaus für die Union starkgemacht – für eine Partei, die unter der Ära Merkel jeden konservativen Kern über Bord warf. Dass ihm nun dämmert, wohin dieser Kurs geführt hat, ist begrüßenswert. Doch die Frage bleibt: Wo waren all die klugen Köpfe, als es noch etwas zu verhindern gab?
Fest steht: Thelen spricht ein Problem an, das weit über seine Person hinausreicht. Eine Wirtschaftselite, die aus Opportunismus schweigt, und eine Union, die sich selbst zur Geisel ihrer Dogmen gemacht hat – das ist ein Sinnbild für den Zustand dieses Landes. Und es ist längst nicht nur unsere Redaktionsmeinung, sondern die Überzeugung eines wachsenden Teils der Bevölkerung, der sich nach echter politischer Alternative sehnt.
Was bleibt, ist die Frage nach echter Sicherheit
In Zeiten, in denen selbst wirtschaftliche Schwergewichte nicht mehr wagen, ihre Meinung frei zu äußern, und in denen politische Verlässlichkeit zur Mangelware wird, stellt sich die Frage nach echter Unabhängigkeit umso dringlicher. Wer sein Vermögen nicht dem Wohlwollen wankelmütiger Politik und volatiler Kapitalmärkte überlassen möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber einen wertbeständigen Anker. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portefeuille dienen sie seit Jahrtausenden der Vermögenssicherung – frei von politischer Rhetorik und Brandmauern.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Er ist auch nicht als Steuer- oder Rechtsberatung zu verstehen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Ziehen Sie im Zweifel einen unabhängigen Fach-, Rechts- oder Steuerberater hinzu.

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