
Trumps KI-Taufe: Berlin sagt Nein zur „Superintelligenz“!

Die Bundesregierung lehnt den Vorstoß von US-Präsident Donald Trump ab, künstliche Intelligenz künftig „Superintelligenz“ zu nennen. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte am Mittwoch, Deutschland brauche keine neuen Begriffe. Trump hatte den Vorschlag einen Tag zuvor vor der UN-Generalversammlung in New York gemacht.
Ein neuer Name für eine alte Technik
Trump nutzte am Dienstag seine Rede zur 81. Generaldebatte der Vereinten Nationen für einen Auftritt, der selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich war. Medienberichten zufolge wies er an, dass in allen Dokumenten der US-Regierung künftig von „Superintelligenz“ die Rede sein solle. Er hoffe, dass die übrige Welt diesem Beispiel folge.
Seine Begründung klingt eher nach Marketing als nach Technik: Das Wort „künstlich“ lasse die Technologie sinngemäß unecht wirken, dabei sei sie echt. Wie berichtet wird, schob er zudem eine Kampfansage nach. Die USA lehnten jeden Versuch ab, eine globale Kontrolle über künstliche Intelligenz aufzubauen.
Berlin reagiert kühl
Das Kanzleramt hält davon wenig. Gegenüber der dts Nachrichtenagentur sagte Kornelius:
„Die deutsche Öffentlichkeit ist mit künstlicher Intelligenz vertraut.“
Eine „neue Begrifflichkeit“ sei deshalb überflüssig. Das ist diplomatisch formuliert, in der Sache aber deutlich. Man kann darüber lächeln, dass zwei Regierungen über ein Etikett streiten. Hinter dem Wortgefecht stehen allerdings zwei Denkweisen, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Regeln aus Brüssel, Tempo aus Washington
Washington spricht beim Thema KI vom Wettlauf mit China, und zwar einem, den man gewinnen müsse. Warnungen vor den Risiken der Technik wischte Trump in New York US-Medien zufolge beiseite. Europa geht den umgekehrten Weg. Mit dem AI Act der EU, der 2024 in Kraft getreten ist, hat Brüssel eines der strengsten Regelwerke der Welt geschaffen.
Kritiker aus der Wirtschaft halten das für einen Bremsklotz. Ob Trumps Namenswahl nun übertrieben ist oder nicht: Das Geld der Investoren fließt derzeit dorthin, wo Innovation willkommen ist, und nicht dorthin, wo sie zuerst durch die Behörden muss. Wenn Berlin am alten Begriff festhält, ist das legitim. Eine eigene Strategie, mit der Deutschland im KI-Rennen aufholt, ersetzt das aber nicht.
Der eigentliche Brennpunkt: Iran
Trump sprach in New York vor allem über den Krieg mit dem Iran, der inzwischen fast sieben Monate dauert. Medienberichten zufolge verteidigte er die US-Angriffe und stellte Teheran vor eine drastische Wahl: ein Abkommen oder eine weitere Eskalation. Die Folgen sind weltweit zu spüren, vor allem beim Ölpreis, der sich zuletzt um die Marke von 100 Dollar bewegte.
Kornelius begrüßte grundsätzlich, dass am Rande der Generalversammlung Gespräche geführt werden. Er sagte:
„Soweit es tatsächlich ernsthafte Bemühungen um ein Abkommen mit dem Iran gibt, wird es auch unsere Unterstützung finden.“
Das Wort „soweit“ ist dabei entscheidend. Berlin legt sich nicht fest und wartet erst einmal ab. Ob sich daraus mehr entwickelt als eine höfliche Absichtserklärung, ist offen.
Was das für Bürger und Sparer bedeutet
Ein Namensstreit, ein Krieg im Nahen Osten und ein teures Barrel Öl: Diese Mischung zeigt, wie unsicher die Weltlage derzeit ist. In solchen Phasen setzen viele Anleger auf Werte, die weder umbenannt noch per Dekret neu bewertet werden können. Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kriege, Krisen und so manche politische Mode überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein, um sich abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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