
Umfrage-Debakel für Merz: Union bricht auf 21 Prozent ein – SPD stürzt auf historisches Tief

Es gibt Zahlen, die man in Berliner Regierungsbüros wohl nur noch mit zugehaltenen Augen liest. Die jüngste Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos gehört zweifellos dazu. Die Union rutscht um einen weiteren Prozentpunkt ab und landet bei mageren 21 Prozent. Die AfD hält ihre 28 Prozent stabil – und damit einen Vorsprung von sieben Punkten auf jene Partei, die noch im Wahlkampf versprochen hatte, den Rechtsruck durch bessere Politik unnötig zu machen.
Ein Wert, den die Union seit 2022 nicht mehr gesehen hat
21 Prozent: Zuletzt stand die Union im Frühjahr 2022 bei diesem Wert – damals in der Opposition, damals ohne Kanzleramt, damals ohne die Verantwortung für ein Land, dessen Wirtschaft ausblutet. Heute regiert sie. Und verliert trotzdem. Oder besser gesagt: gerade deshalb.
Wer sich fragt, wie eine Kanzlerpartei binnen weniger Monate derart abstürzen kann, findet die Antwort nicht in der Demoskopie, sondern in der Politik selbst. Friedrich Merz zog in den Wahlkampf mit dem Versprechen, keine neuen Schulden aufzunehmen. Was folgte, war ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, die Verankerung der Klimaneutralität im Grundgesetz und eine Fiskalpolitik, die kommende Generationen zu Zinsknechten macht. Der Wähler ist vieles, aber nicht vergesslich.
Die SPD auf Rekordtief – und erstmals hinter der Linkspartei
Noch bitterer liest sich die Bilanz des Koalitionspartners. Die SPD verliert ebenfalls einen Punkt und markiert mit 12 Prozent den schlechtesten Wert, den Ipsos für die einst stolze Volkspartei jemals gemessen hat. Zum ersten Mal überhaupt liegt sie hinter der Linkspartei, die unverändert bei 13 Prozent verharrt. Die Grünen legen um einen Punkt zu und behaupten mit 15 Prozent Platz drei – ein Umstand, der angesichts ihrer energiepolitischen Hinterlassenschaften eine eigene Abhandlung verdient hätte.
Bemerkenswert ist auch die Rückkehr der FDP: Mit exakt fünf Prozent kratzen die Liberalen wieder an der Einzugshürde. Offenbar existiert doch eine Wählerschaft, die eine marktwirtschaftliche Stimme im Parlament vermisst. Das BSW verharrt dagegen bei drei Prozent und bleibt eine Fußnote.
Union und SPD kämen gemeinsam auf nur noch 33 Prozent. Die Regierungsmehrheit wäre nicht knapp verfehlt – sie wäre pulverisiert.
Ein Bundestag, der alles auf den Kopf stellen würde
Rechnet man die Zahlen in Mandate um, entsteht ein Parlament, das mit dem heutigen kaum mehr vergleichbar wäre. Die AfD stellte mit 215 Abgeordneten erstmals die stärkste Fraktion, die Union folgte mit 162 Sitzen, dahinter Grüne mit 115, Linke mit 100 und FDP mit 38. Eine stabile Mehrheit ohne die AfD wäre unter diesen Vorzeichen rechnerisch kaum noch zu konstruieren – jedenfalls nicht ohne Bündnisse, die jede inhaltliche Logik über Bord werfen müssten.
Man darf die Frage stellen: Wie lange lässt sich eine Partei, die faktisch ein Drittel der Wählerschaft repräsentiert, per Kordon ausschließen, ohne dass die parlamentarische Arithmetik zur Farce gerät? Wer politische Konkurrenz nicht durch bessere Argumente, sondern durch Ausgrenzung bekämpft, produziert genau das, was er verhindern will.
Vertrauensverlust als Dauerzustand
Die Ursachen liegen offen zutage: eine Migrationspolitik, deren Folgen jeder Bürger im Alltag spürt, eine Kriminalitätsstatistik auf Rekordniveau, eine Industrie, die ihre Produktion ins Ausland verlagert, und eine Inflation, die durch schuldenfinanzierte Programme weiter angeheizt wird. Wer sich in Sonntagsreden auf "Verantwortung für Deutschland" beruft, muss diese auch einlösen. Die Umfragen legen nahe, dass die Bürger daran erhebliche Zweifel hegen – und das ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, sondern offenkundig die eines wachsenden Teils der Bevölkerung.
Für den Sparer bedeutet politische Instabilität in Kombination mit expansiver Schuldenpolitik vor allem eines: Kaufkraftverlust. Wer sein Vermögen nicht dem Vertrauen in Berliner Haushaltsdisziplin überlassen möchte, hat historisch stets zu physischen Sachwerten gegriffen. Gold und Silber kennen keine Koalitionskrise und keine Sondervermögen – sie sind seit Jahrtausenden Versicherung gegen politisches Missmanagement und eignen sich als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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