
CDU-Basis in Aufruhr: „Warum sollen wir die CDU überhaupt noch wählen?"

Es ist eine Szene, die mehr über den Zustand der Union verrät als jede Umfrage: Beim traditionellen Spargelessen des CDU-Kreisverbandes Celle, in einer zur Partyscheune umfunktionierten ehemaligen Hühnerstall-Idylle am Rande des niedersächsischen Städtchens, brodelt es gewaltig unter den Christdemokraten. Die Stimmung an der Basis – sie kippt. Und das nach gerade einmal einem Jahr Regierungsverantwortung unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Drei Rosen, drei Absagen
Jörg Nigge, Bürgermeister der Stadt Celle, eröffnet den Abend mit einer Anekdote, die wie ein Faustschlag wirkt. Beim Rosenverteilen im Kommunalwahlkampf hätten ihn unabhängig voneinander drei Bürger angesprochen – mit einer Botschaft, die kaum vernichtender hätte ausfallen können: Den Bürgermeister persönlich, ja, den würden sie wieder wählen. Aber die CDU? Niemals mehr. Eine Erfahrung, die Nigge offenbar nicht für einen Einzelfall hält.
Damit ist der Ton gesetzt für einen Abend, an dem sich rund 100 Mitglieder und Sympathisanten der Union zusammenfinden, um über Spargel und Schnitzel hinweg eine Diagnose zu stellen, die der Berliner Regierungszentrale nicht gefallen dürfte. Denn was sich hier offenbart, ist nichts weniger als der schleichende Vertrauensverlust einer Volkspartei, die ihren Markenkern preiszugeben droht.
Middelberg mahnt – und stellt ein Ultimatum
Mathias Middelberg, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat an diesem Abend keinen leichten Stand. Der Applaus bleibt höflich, mehr nicht. Der Jurist versucht zu erklären, was sich in Berlin so schwer erklären lässt: den Ukraine-Krieg, den Iran-Konflikt, Trumps Zollpolitik, die hohen Energiepreise, die exorbitanten Arbeitskosten. Und ja, auch das mangelnde wirtschaftspolitische Grundverständnis des Koalitionspartners SPD.
Middelberg räumt offen ein, dass er sich von Beginn an „das komplette Reformprogramm" gewünscht hätte – statt der inzwischen berüchtigten Trias aus Mütterrente, Gastrosteuer und Pendlerpauschale, garniert mit 500 Milliarden Euro Sonderschulden. Bis zur Sommerpause, so der Fraktionsvize, müsse die Koalition liefern. Gesundheit, Pflege, Rente, Steuern – alles müsse auf den Tisch. „Wir haben noch 90 Tage Zeit." Ein Satz, der wie ein Ultimatum klingt – und auch so gemeint sein dürfte.
Die Basis hat den Geduldsfaden längst verloren
Was dann aus dem Publikum kommt, ist alles andere als die brave Akklamation, die man früher von einem CDU-Spargelessen erwartet hätte. „Wenn die SPD nicht von ihrer Realitätsverweigerung wegkommt, dann wird Deutschland ein großes Desaster erleben", warnt Hartmut Knigge. Susanne Führer bringt das Dilemma der Partei auf den Punkt: Wenn sich die stärkste Fraktion vor einer schrumpfenden SPD klein mache und deren Themen übernehme, dann fragten sich die eigenen Wähler zu Recht, wozu man die CDU überhaupt noch brauche.
„Ich glaube nicht, dass es mit der schwarz-roten Koalition aufwärtsgehen wird. Ich befürchte, dass wir auf Neuwahlen Anfang des nächsten Jahres zulaufen werden." – Axel Fuchs, CDU-Mitglied
Rainer Taubenheim hofft auf große Reformen in den nächsten 90 Tagen. Doch der Tenor ist deutlich: Die Geduld ist aufgebraucht. Die einstmals stolze Volkspartei wirkt auf ihre eigenen Anhänger wie ein Schatten ihrer selbst – ein Juniorpartner einer SPD, die in Umfragen längst auf dem absteigenden Ast ist und es dennoch schafft, der Union ihre sozialdemokratische Handschrift aufzuzwingen.
Wadephul gegen Middelberg – die Risse werden sichtbar
Während in Celle die Reformuhr tickt, versucht Außenminister Johann Wadephul im schleswig-holsteinischen Groß Wittensee, die Wogen zu glätten. Beim Kreisverbandstreffen erteilt er jedem Gedanken an ein Aufkündigen der Koalition eine kategorische Absage. „Diese Koalition wird zusammenhalten – sie wird zusammenhalten müssen." Weglaufen, so der Chefdiplomat, gelte nicht. Nach dem Scheitern der Ampel könne man sich keinen zweiten Regierungskollaps leisten.
Doch auch hier, im scheinbar entspannteren Norden, kommt die Kritik durch. Tim Albrecht, Fraktionschef der Union im Kreistag von Rendsburg-Eckernförde, fordert, die Berliner Koalition müsse endlich ihre PS auf die Straße bringen, statt sich im „Kleinklein" zu verlieren. Kreisgeschäftsführer Helge Dirks gibt zu, dass seine Mitglieder „nicht gerade euphorisch" auf die Arbeit der Bundesregierung blickten – eine Untertreibung, die viel sagt.
Günthers besorgniserregender Befund
Auch Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, kann die Wirklichkeit nicht schönreden. 13 bis 15 Prozent Zustimmung zur Politik der Bundesregierung in den Umfragen – das nennt Günther „echt besorgniserregend". Es ist ein bemerkenswertes Eingeständnis. Und es offenbart die ganze Tragik dieser Koalition: Eine Union, die mit dem Versprechen massiver Reformen, einer Wirtschaftswende und einer Migrationskehrtwende angetreten ist, liefert stattdessen Mütterrente, Sonderschulden und Pendlerpauschale.
Das war es nicht, was die Wähler der Union im Februar 2025 ihrer Partei in die Hand gegeben hatten. Es war ein Auftrag zur grundlegenden Erneuerung – nicht zur Verwaltung des sozialdemokratischen Status quo. Friedrich Merz hatte vor der Wahl versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Geliefert hat er ein 500-Milliarden-Sondervermögen, das künftige Generationen über Jahrzehnte mit Zins und Tilgung belasten wird. Die Klimaneutralität bis 2045 wurde im Grundgesetz verankert – ein ideologisches Korsett, das die deutsche Wirtschaft weiter strangulieren dürfte.
Eine Regierung auf Bewährung
Was sich in Celle und Groß Wittensee abspielt, ist mehr als ein parteiinternes Gemurre. Es ist das Frühwarnsystem einer Volkspartei, die spürt, dass ihre Wähler abwandern. Und das in alle Richtungen. Wenn die Union es nicht schafft, in den verbleibenden Wochen bis zur Sommerpause echte Reformen durchzusetzen – und zwar gegen die zu erwartenden Widerstände einer SPD, die ihre Wahlniederlage offenbar bis heute nicht verarbeitet hat –, dann könnten Szenarien wie das von Axel Fuchs skizzierte schneller Realität werden, als es Friedrich Merz lieb sein dürfte.
Die deutsche Politik der vergangenen Jahre hat das Vertrauen vieler Bürger nachhaltig erschüttert. Steigende Lebenshaltungskosten, ausufernde Bürokratie, eine Migrationspolitik, die weite Teile der Bevölkerung als gescheitert betrachten, und eine Wirtschaft, die unter der Last ideologisch motivierter Energiepreise ächzt – all das verlangt nach echten Antworten. Eine Bundesregierung, die stattdessen weiter mit Symbolpolitik und kleinteiligen Wohltaten operiert, wird das verlorene Vertrauen nicht zurückgewinnen. Diese Auffassung teilen längst nicht mehr nur konservative Stammwähler – sie ist mittlerweile die Meinung eines erheblichen Teils der deutschen Bevölkerung.
Was bleibt: Die Suche nach Werterhalt
In einem politischen Umfeld, in dem selbst die einstigen Hoffnungsträger einer bürgerlichen Wende ihre Versprechen brechen und Schuldenberge auftürmen, in dem die Inflation durch staatliche Ausgabenprogramme weiter angeheizt wird und die Realeinkommen der Bürger schrumpfen, gewinnt die Frage nach realer Vermögenssicherung eine neue Dringlichkeit. Wer sein erarbeitetes Kapital gegen die schleichende Geldentwertung schützen möchte, tut gut daran, ein breit aufgestelltes Portfolio zu prüfen, in dem physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Stabilitätsanker eine wichtige Rolle spielen können – als jahrtausendealte, von politischer Willkür unabhängige Wertspeicher.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder. Wir betreiben keine Anlageberatung. Anlageentscheidungen sollten stets auf Grundlage eigener Recherchen und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Beraters getroffen werden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich.

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