
Deutsche-Bank-Chef rüttelt Merz wach: Ran an den Kündigungsschutz!

Ein Machtwort aus den Frankfurter Bankentürmen: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hält die Reformen der Bundesregierung für zu langsam und zu zaghaft. Im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ verlangt er an diesem Wochenende, den Kündigungsschutz weiter zu lockern, Subventionen zu streichen und die Bürokratie deutlich zurückzufahren.
Für die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz kommt die Kritik zur Unzeit. In Berlin brodelt es ohnehin schon.
„Erkannt, was zu tun ist“ – aber dann?
Sewing geht nicht mit dem Holzhammer vor, er sticht mit dem Florett. Die Regierung habe durchaus verstanden, was nötig sei, räumt er ein. Hapern würde es dagegen an Tempo und Konsequenz bei der Umsetzung. Dann folgt der Satz, der in der Koalition wehtun dürfte:
„Und wir dürfen uns auch nicht immer auf Kompromisse einlassen.“
Wer die Geschichte dieser Koalition kennt, versteht den Seitenhieb. Die Union war mit dem Versprechen eines Politikwechsels angetreten. Herausgekommen sind bislang vor allem Formelkompromisse mit der SPD und ein Schuldenpaket mit 500 Milliarden Euro für die Infrastruktur, das künftige Generationen schultern müssen.
Der Tabubruch beim Kündigungsschutz
Am meisten Sprengkraft steckt in Sewings Aussagen zum Arbeitsrecht. Man müsse wohl auch an Dinge heran, „die uns natürlich alle lieb geworden sind“, sagte der Banker. Gemeint ist der Kündigungsschutz. In einer schnelllebigen Welt müssten Unternehmen schneller reagieren können.
Den ersten Schritt hält er für richtig. Laut Sewing wurde der Schutz für Beschäftigte mit einem Verdienst von mehr als 180.000 Euro bereits eingeschränkt. Medienberichten zufolge soll diese Regelung ab 2027 greifen. Doch sie trifft nur einen Bruchteil der Arbeitnehmer, Schätzungen zufolge gerade einmal rund 0,27 Prozent. Sewing fordert, die Grenze „etwas weiter nach unten“ zu ziehen. Wie weit, ließ er offen.
Tankrabatt? „Kein Fan“
Auch beim Tankrabatt widerspricht der Bank-Chef der Regierung. Er glaube nicht, dass die Entlastung dauerhaft helfe, weil die Krise im Nahen Osten nicht so bald vorbei sein werde. Angesichts der ohnehin angespannten Lage der Staatsfinanzen könne man nicht ständig noch mehr draufpacken. Zudem schlägt er vor: Bleibt ein Antrag drei bis vier Monate lang unbeantwortet, soll er automatisch als genehmigt gelten.
Warnruf an die politische Mitte
Die politische Lage hält Sewing für ein „erhebliches Risiko“. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt und die Enteignungsdebatte in Berlin hätten ihn viele ausländische Investoren angerufen und gefragt, was das für Deutschland bedeute. Er nennt die Entwicklung „brandgefährlich“. Die einzige Antwort darauf seien Reformen für Wachstum aus der demokratischen Mitte.
Lob gibt es dagegen für die Rentenpläne mit Altersvorsorgedepot und Frühstartrente. Sewing warnt allerdings eindringlich davor, die Reform zu verwässern.
Was bleibt für die Sparer?
Natürlich wirbt der Chef der größten deutschen Bank für mehr Aktien im Depot. Das gehört zu seinem Geschäft. Bemerkenswert ist sein Hinweis, dass man nicht einseitig und schon gar nicht allein auf das Sparkonto setzen sollte. Wer einer Politik mit Rekordschulden, Dauersubventionen und unsicheren Reformen nicht blind vertraut, findet seit Jahrhunderten ein bewährtes Mittel: physisches Gold und Silber. Edelmetalle hängen an keinem Koalitionsvertrag. In einem breit gestreuten Vermögen können sie als stabilisierende Beimischung dienen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.
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