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„Gefangen hinter der Brandmauer“: JU-Frau warnt CDU vor dem Inferno!

„Gefangen hinter der Brandmauer“: JU-Frau warnt CDU vor dem Inferno!
Symbolbild: KI-generiert

Eine junge CDU-Politikerin stellt das wichtigste Dogma ihrer Partei infrage. Clara von Nathusius, 30 Jahre alt und bislang Bundesschatzmeisterin der Jungen Union, hat am Montagabend in Hamburg die Abgrenzung der Union zur AfD scharf angegriffen. Ihre Warnung: Bleibt die CDU auf Kurs, drohen absolute AfD-Mehrheiten, in den Ländern und sogar im Bund.

Ein Satz, der im Konrad-Adenauer-Haus wehtut

Bei der Podiumsveranstaltung „stern Stunde“ im Körber Forum fiel der Satz, über den jetzt die halbe Republik diskutiert. Medienberichten zufolge sagte Nathusius:

„Im Moment sind wir hinter der Brandmauer gefangen, und nicht die AfD.“

Damit kehrt sie das Bild um, mit dem die Parteiführung seit Jahren arbeitet. Eigentlich sollte die Mauer die AfD isolieren. Nach Darstellung von Nathusius hat sie aber vor allem die Union eingemauert. Sie gehe sogar noch weiter: „Die Brandmauer hat den völkischen Teil der AfD normalisiert“, wird sie zitiert.

Mache die CDU weiter wie bisher, laufe sie in „ein Inferno“ hinein. Gemeint sei die absolute Mehrheit der AfD, nicht nur in einzelnen Ländern, sondern auch auf Bundesebene.

Die Zahlen geben ihr ein bedrückendes Argument

Ist das Panikmache? Die Umfragen sprechen eine andere Sprache. Im INSA-Sonntagstrend erreichte die AfD zuletzt erstmals die 30-Prozent-Marke. Die Union rutschte zwischenzeitlich auf 17,5 Prozent ab und kommt in der jüngsten Erhebung laut Medienberichten auf 18,5 Prozent. Die Kanzlerpartei liegt damit mehr als zehn Punkte hinter der AfD.

Auch Friedrich Merz selbst steckt tief in der Krise. Einer Umfrage zufolge ist nur noch jeder zehnte Deutsche mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Das ist die Quittung für einen Mann, der einen Politikwechsel versprochen hat und stattdessen ein Schuldenpaket in Rekordhöhe geschnürt hat. Fast die Hälfte der Bürger hält die Ausgrenzungsstrategie gegenüber der AfD laut einer weiteren Erhebung inzwischen für schädlich.

Rote Linien statt Gesprächsverbot

Nathusius fordert keinen blinden Schulterschluss. Sie verlangt, dass die Union ihre Grenzen selbst festlegt. „Wir müssen als Union fragen, was sind bei uns klare Grenzen, die wir nicht überschreiten“, sagte sie laut Berichten. Über genau diese Grenzen müsse man im Zweifel auch mit der AfD sprechen.

Schon vor Wochen hatte sie die Brandmauer als „gescheitertes Projekt“ bezeichnet. In der Partei sorgte das für reichlich Ärger. Nathusius war zuletzt Sprecherin von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und beriet den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt. Dort stellt die AfD Medienberichten zufolge mit Tobias Rausch inzwischen erstmals einen Landtagspräsidenten. Wie der „Stern“ berichtet, wolle sie ihr Amt als JU-Schatzmeisterin nun aufgeben.

Ausgerechnet Gysi nickt

Pikant: Neben ihr saß Linken-Urgestein Gregor Gysi und gab ihr zumindest teilweise recht. Brandmauer-Beschlüsse fasse man nur „aus Angst“, sagte er. Die SPD habe es einst genauso mit der PDS versucht. Am Ende hätten beide gemeinsam Landesregierungen gebildet.

Dieser Hinweis sollte den Strategen in Berlin zu denken geben. Ausgrenzung hat noch nie eine Partei kleingemacht, die auf echte Sorgen der Bürger antwortet. Sicherheit, Migration, Energiepreise, Schulden: Wer diese Themen anderen überlässt, darf sich über deren Wachstum nicht wundern.

Die CDU vor der Gretchenfrage

Die Union steht an einem Scheideweg. Entweder sie liefert endlich die Politik, für die sie im Februar 2025 gewählt wurde, oder sie verwaltet weiter ihren eigenen Niedergang an der Seite der SPD. Nathusius hat ausgesprochen, was viele an der Basis offenbar längst denken. Die Frage ist, ob die Parteispitze zuhört oder die Mauer einfach noch ein Stück höher zieht.

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