
Pulverfass Hormus: Europa und Japan rüsten sich für den Ernstfall an der Lebensader der Weltwirtschaft
Die Straße von Hormus – jene schmale Wasserstraße, durch die täglich rund ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt – droht zum Schauplatz einer geopolitischen Katastrophe zu werden. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Japan haben am 19. März ihre Bereitschaft erklärt, die strategisch bedeutsame Schifffahrtsroute gegen iranische Blockademaßnahmen zu sichern. Was nach diplomatischer Routine klingt, ist in Wahrheit ein Alarmsignal erster Güte.
Teheran dreht den Ölhahn zu – und Europa schaut zu lange weg
Die Lage im Persischen Golf hat sich dramatisch zugespitzt. Iran hat seine Angriffe auf Energieinfrastruktur in der gesamten Golfregion massiv ausgeweitet. Raffinerien in Saudi-Arabien und Kuwait wurden getroffen, Flüssiggasanlagen in Katar beschädigt. Die Revolutionsgarden in Teheran bezeichnen die Energieinfrastruktur am Golf mittlerweile unverhohlen als „legitime Ziele". Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Regime, das selbst am wirtschaftlichen Abgrund steht, bedroht die Energieversorgung der halben Welt – und die westliche Staatengemeinschaft brauchte erst den unmissverständlichen Weckruf aus Washington, um überhaupt zu reagieren.
US-Präsident Trump hatte seine Verbündeten zuvor unmissverständlich aufgefordert, Marineschiffe zur Sicherung der Route zu entsenden. Zunächst sei die Resonanz verhalten gewesen, heißt es. Erst als der politische Druck aus dem Weißen Haus zunahm, bewegten sich die europäischen Hauptstädte. Ein Muster, das man leider nur allzu gut kennt.
Ölpreise explodieren – und der deutsche Bürger zahlt die Zeche
Die Konsequenzen der Eskalation sind bereits jetzt brutal spürbar. Brent-Rohöl schoss zeitweise auf über 119 US-Dollar pro Barrel, während die amerikanische Sorte WTI kurzfristig die 100-Dollar-Marke durchbrach. Europäische Gaspreise legten nach den Angriffen auf das iranische Gasfeld South Pars um bis zu 40 Prozent zu. Qatar Energy prüft offenbar, bei langfristigen LNG-Verträgen höhere Gewalt geltend zu machen – rund 17 Prozent der Exportkapazität seien beeinträchtigt.
Was bedeutet das für den deutschen Verbraucher? Steigende Spritpreise, explodierende Heizkosten, eine weitere Belastung der ohnehin angeschlagenen Wirtschaft. Und das in einem Land, das sich durch seine ideologiegetriebene Energiepolitik der vergangenen Jahre selbst in eine fatale Abhängigkeit manövriert hat. Wer Kernkraftwerke abschaltet, Gaslieferungen aus Russland kappt und gleichzeitig auf Windräder und Sonnenkollektoren setzt, der steht bei einer Krise wie dieser besonders nackt da.
Irans neuer Führer kennt kein Erbarmen
Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Chamenei ließ keinen Zweifel daran, dass Teheran die Blockade der Meerenge fortsetzen und seine Angriffe in der Region intensivieren werde. Auslöser der jüngsten Eskalationsspirale war ein israelischer Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars, woraufhin Iran Vergeltung ankündigte. Auch Präsident Masoud Pezeshkian warnte vor „unkontrollierbaren Konsequenzen" mit globalen Auswirkungen. Es sind keine leeren Drohungen. Unter normalen Umständen passieren täglich etwa 100 Schiffe die Straße von Hormus, darunter rund 50 Öltanker. Dieser Verkehr ist infolge der Spannungen drastisch zurückgegangen.
Besonders beunruhigend: Iran diskutiert offenbar die Einführung von Transitgebühren für durchfahrende Schiffe sowie neue Regelungen, die den Zugang für als feindlich eingestufte Staaten einschränken könnten. Eine faktische Privatisierung einer internationalen Wasserstraße durch ein autoritäres Regime – das wäre ein beispielloser Bruch des Völkerrechts.
Deutschland muss endlich Verantwortung übernehmen
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten die sechs Staaten, maritime Sicherheit und die Freiheit der Schifffahrt lägen im Interesse aller Nationen. Sie riefen weitere Länder zur Beteiligung auf und kündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiemärkte an, darunter eine engere Zusammenarbeit mit Förderländern zur Ausweitung der Produktion.
Schöne Worte. Doch reichen sie? Die Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einer Bewährungsprobe. Nach Jahren der sicherheitspolitischen Vernachlässigung durch die Ampelkoalition, nach dem systematischen Kaputtsparen der Bundeswehr und der naiven Annahme, Konflikte ließen sich durch Diplomatie und Sanktionen allein lösen, muss Deutschland nun beweisen, dass es als europäische Führungsmacht mehr zu bieten hat als wohlfeile Erklärungen. Die Marine ist chronisch unterfinanziert, die Einsatzbereitschaft der Flotte seit Jahren ein Trauerspiel. Ob Deutschland tatsächlich einen substanziellen Beitrag zur Sicherung der Hormus-Passage leisten kann, darf bezweifelt werden.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Eines zeigt diese Krise mit aller Deutlichkeit: Die Welt ist fragiler, als viele wahrhaben wollen. Geopolitische Verwerfungen können innerhalb weniger Tage die Energiepreise in die Höhe treiben, Lieferketten unterbrechen und ganze Volkswirtschaften unter Druck setzen. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind – ein verlässlicher Wertspeicher und sicherer Hafen. Während Aktienmärkte einbrechen und Währungen unter Druck geraten, behält das gelbe Metall seine Kaufkraft. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, kommt an einer soliden Beimischung von Edelmetallen im Portfolio kaum vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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