
Rente mit 70: Wie der Staat die junge Generation in die Altersarmut schickt
Es ist die nĂ€chste schallende Ohrfeige fĂŒr Millionen fleiĂiger Beitragszahler: Die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission denkt offenbar laut darĂŒber nach, das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise auf 70 Jahre anzuheben. Gleichzeitig soll das Rentenniveau weiter abgesenkt werden. Wer geglaubt hatte, der Sozialstaat deutscher PrĂ€gung sei eine Konstante, der wird nun eines Besseren belehrt. Das politische Versagen mehrerer Jahrzehnte wird auf den Schultern der JĂŒngeren abgeladen â ganz so, als hĂ€tten diese nicht ohnehin schon genug zu tragen.
Ein Stufenmodell der EnttÀuschung
Wie die Bild unter Berufung auf das Umfeld der Kommission berichtet, soll Ende Juni ein Reformpaket prĂ€sentiert werden, das es in sich hat. Anfang der 2040er-Jahre wĂ€re demnach Schluss mit der Rente mit 67 â es ginge hoch auf 68 Jahre. Ein Jahrzehnt spĂ€ter folgte die Anhebung auf 69 Jahre, und ab 2061/62 soll dann die magische Schwelle von 70 Jahren erreicht sein. Wer heute Mitte zwanzig ist, darf sich also schon einmal mental darauf einstellen, fast bis zur Bahre zu schuften, bevor er in den verdienten Ruhestand wechseln darf.
Den Vorsitz der Kommission teilen sich die Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda und der ehemalige Chef der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Frank-JĂŒrgen Weise. Offiziell arbeite das Gremium unabhĂ€ngig und weisungsfrei, heiĂt es aus Regierungskreisen. Doch wer politische Prozesse in Berlin kennt, weiĂ: Solche Kommissionen liefern selten Ergebnisse, die nicht zumindest in groben ZĂŒgen erwĂŒnscht sind.
Rentenniveau auf der Rutschbahn nach unten
Doch damit nicht genug. Die Experten erwĂ€gen offenbar, das Rentenniveau nach 2031 von derzeit 48 auf 46 Prozent abzusenken. Bis 2031 wurde die sogenannte Haltelinie mit dem aktuellen Rentenpaket politisch fixiert â danach jedoch beginnt freier Fall. FĂŒr kĂŒnftige Rentner bedeutet das: Im VerhĂ€ltnis zum durchschnittlichen Lohn wird die Rente spĂŒrbar magerer ausfallen. Eine schleichende Entwertung der Lebensleistung, kaschiert hinter technokratischen Formulierungen.
MĂŒtterrente und Rente mit 63 auf dem PrĂŒfstand
Auch die beiden sozialpolitischen SĂ€ulen MĂŒtterrente und âRente mit 63" sollen offenbar nicht unangetastet bleiben. Beide gelten der Kommission als zu teuer. Gerade die MĂŒtterrente, erst kĂŒrzlich erweitert, sodass auch fĂŒr vor 1992 geborene Kinder drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet werden, war ein lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Akt der Anerkennung familiĂ€rer Lebensleistung. Wer Kinder groĂgezogen hat, hat dem Staat seine kĂŒnftigen Beitragszahler geschenkt â ein Beitrag, der in unserer kinderarmen Gesellschaft gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Doch ausgerechnet hier soll nun der Rotstift kreisen.
Beamte? BloĂ nicht behelligen!
Besonders pikant: Die Frage, ob kĂŒnftig auch Beamte in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen sollen, wird in der Kommission offenbar mit einem deutlichen âNein" beantwortet. Eine Mehrheit zeichne sich dafĂŒr nicht ab, heiĂt es. Man wundert sich nicht: Politiker und Staatsdiener sichern sich ihre Pensionsprivilegien, wĂ€hrend dem normalen Arbeitnehmer zugemutet wird, drei Jahre lĂ€nger an der Werkbank, im Krankenhaus oder auf der Baustelle zu stehen. Die Argumentation, zusĂ€tzliche Beitragszahler brĂ€chten kurzfristig Einnahmen, aber langfristig neue LeistungsansprĂŒche, ist juristisch korrekt, gerechtigkeitspolitisch jedoch ein Hohn.
Demografie als bequeme Ausrede
NatĂŒrlich verweist die Politik gebetsmĂŒhlenartig auf die demografische Entwicklung. Die geburtenstarken JahrgĂ€nge gingen in Rente, weniger Beitragszahler rĂŒckten nach â so die StandarderzĂ€hlung. Doch wer hat denn jahrzehntelang verschlafen, eine echte Familienpolitik zu betreiben, die junge Paare ermutigt, Kinder zu bekommen? Wer hat es versĂ€umt, eine kapitalgedeckte Vorsorge nach schwedischem oder norwegischem Vorbild aufzubauen, wĂ€hrend andere LĂ€nder Staatsfonds in Billionenhöhe ansparten? Die Antwort liegt auf der Hand: dieselben politischen Akteure, die nun mit der Brechstange Reformen erzwingen wollen.
Die drei SĂ€ulen-Illusion
Die Kommission will ihren Vorschlag offenbar in ein Drei-SĂ€ulen-Modell einbetten: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge. In zehn bis fĂŒnfzehn Jahren, so die hoffnungsfrohe Botschaft, könne die Gesamtversorgung höher liegen als heute. Doch wer soll diese private Vorsorge stemmen, wenn Inflation, explodierende Lebenshaltungskosten und immer höhere Steuern und Abgaben die Sparquote vieler Haushalte lĂ€ngst auf null gedrĂŒckt haben? Und auf welche Produkte sollen sich die Menschen verlassen â auf Aktienfonds, deren Werte in Krisenzeiten erodieren, oder auf staatlich geförderte Vorsorgevehikel wie Riester, deren Bilanz blamabel ist?
Sachwerte als Anker in stĂŒrmischen Zeiten
In einer Zeit, in der das staatliche Rentenversprechen mehr und mehr zur Makulatur verkommt, gewinnen Sachwerte als Baustein der Altersvorsorge erheblich an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als Wertspeicher bewiesen â unabhĂ€ngig von politischen Mehrheiten, Reformkommissionen und Haushaltsentscheidungen. Wer sich nicht allein auf das Wohlwollen kĂŒnftiger Politikergenerationen verlassen möchte, tut gut daran, einen Teil seines Vermögens in krisenfeste Sachwerte zu diversifizieren. Eine breit gestreute Vermögensstruktur, in der physische Edelmetalle eine sinnvolle Beimischung darstellen, kann gerade in Zeiten staatlicher Vertrauenskrisen ein wichtiger Anker sein.
Fazit: Politik auf Kosten der Jugend
Ob die VorschlĂ€ge der Kommission tatsĂ€chlich Gesetz werden, bleibt abzuwarten. Bundesregierung und Bundestag mĂŒssen daraus erst konkrete Gesetzesvorhaben formen. Doch die Richtung ist klar: Die junge Generation, ohnehin schon belastet mit dem 500-Milliarden-Schuldenpaket der GroĂen Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz, soll auch noch das demografische Versagen der Politik schultern. Drei Jahre lĂ€nger arbeiten, weniger Rente bekommen, mehr BeitrĂ€ge zahlen â das ist die bittere Bilanz fĂŒr all jene, die heute jung sind und morgen das Land tragen sollen. Wer Vertrauen in den Staat verloren hat, dem bleibt nur eines: selbst vorzusorgen, und zwar in Werten, die kein Politiker mit einem Federstrich entwerten kann.
Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geĂ€uĂerten EinschĂ€tzungen stellen ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion dar und sind keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, sich selbst eingehend zu informieren und gegebenenfalls qualifizierten Rat einzuholen. Anlageentscheidungen liegen ausschlieĂlich in der Verantwortung des Anlegers selbst.
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