
Rubio fordert Europa zur Rückbesinnung auf westliche Werte – und trifft damit einen Nerv
Es war eine Rede, die es in sich hatte. US-Außenminister Marco Rubio nutzte die Münchner Sicherheitskonferenz, um den Europäern einen Spiegel vorzuhalten – und was darin zu sehen war, dürfte manchem Brüsseler Funktionär die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. In einem anschließenden Interview mit Bloomberg vertiefte Rubio seine Kernbotschaft: Die transatlantische Allianz müsse sich grundlegend wandeln, weil sich die Welt grundlegend gewandelt habe. Doch der Wandel beginne nicht bei Militärbudgets oder Handelsabkommen – er beginne bei der Identität.
Eine Allianz, die ihren Kompass verloren hat
Rubios Diagnose ist so scharf wie schmerzhaft zutreffend: Europa habe seine kulturelle Identität verloren. Die westliche Zivilisation, auf die man einst stolz gewesen sei – von Michelangelo bis zu den Errungenschaften der Aufklärung –, werde von den Europäern selbst systematisch demontiert. Statt Stolz auf das eigene Erbe herrsche eine Kultur der permanenten Selbstgeißelung, des vorauseilenden Gehorsams gegenüber dem Zeitgeist und einer politischen Korrektheit, die jede substanzielle Debatte im Keim ersticke.
„Menschen kämpfen und sterben nicht für abstrakte Ideen", so Rubio wörtlich. Sie seien bereit, das zu verteidigen, was sie seien und was ihnen wichtig sei. Doch wofür steht Europa heute noch? Diese Frage stellte der US-Außenminister mit einer Direktheit, die in den diplomatischen Salons Europas selten geworden ist.
Die Trump-Administration sende damit eine unmissverständliche Botschaft: Die Vereinigten Staaten wollten Partner an ihrer Seite, die wüssten, wer sie seien – und nicht ein Konglomerat von Nationen, das sich in identitätspolitischen Grabenkämpfen und wokistischer Nabelschau verliere. Man wolle kein Bündnis mit einem Partner, der an einem kollektiven Identitätsverlust leide.
Die Lehren des Kalten Krieges – und die fatalen Fehler danach
Besonders aufschlussreich waren Rubios historische Parallelen. Er erinnerte daran, dass es in den 1960er und 1970er Jahren durchaus Stimmen gegeben habe, die eine sowjetische Expansion für unvermeidlich hielten. Der Westen habe dennoch gesiegt – gemeinsam. Doch der anschließende Siegestaumel habe zu verheerenden Fehlentscheidungen geführt: Die Deindustrialisierung des Westens und eine wachsende Abhängigkeit von China bei kritischen Gütern seien die bitteren Früchte jener Euphorie.
„Wir sollten niemals in eine Situation geraten, in der unsere Allianz und unsere jeweiligen Länder durch Erpressung oder Nötigung verwundbar sind, weil jemand 99 Prozent von etwas kontrolliert, das für das nationale Leben entscheidend ist."
Diese Worte sollten in jedem europäischen Regierungssitz nachhallen. Denn genau diese Abhängigkeit – sei es von russischem Gas, chinesischen Seltenen Erden oder indischen Pharma-Vorprodukten – ist das Ergebnis einer Politik, die Wohlstand auf Pump und Sicherheit auf Kredit aufgebaut hat. Deutschland, einst industrielles Kraftzentrum Europas, ist ein Paradebeispiel für dieses Versagen. Jahrelang hat man sich in der Illusion gewiegt, Wandel durch Handel würde autoritäre Regime zähmen. Das Ergebnis: eine Energiekrise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, zerbrochene Lieferketten und eine Industrie, die zunehmend abwandert.
Ukraine-Krieg: Nüchterne Analyse statt ideologischer Verblendung
Zum Ukraine-Konflikt äußerte sich Rubio mit einer Nüchternheit, die wohltuend von der moralischen Überhöhung abweicht, die man aus europäischen Hauptstädten gewohnt ist. Niemand gewinne diesen Krieg, konstatierte er. Russland verliere sieben- bis achttausend Soldaten pro Woche – nicht verwundet, sondern tot. Die Ukraine wiederum habe außerordentliche Schäden erlitten, insbesondere an ihrer Energieinfrastruktur. Der Wiederaufbau werde Milliarden kosten und Jahre dauern.
Rubio machte unmissverständlich klar, dass dieser Krieg nicht militärisch gelöst werden könne, sondern nur durch eine Verhandlungslösung. Die USA befänden sich in der einzigartigen Position, als einzige Nation der Welt beide Seiten an einen Tisch bringen zu können. Man werde diese Verantwortung nicht aufgeben. Gleichzeitig stellte er fest, dass Russland seine ursprünglichen Kriegsziele längst nicht mehr erreichen könne – der Konflikt habe sich auf den Wunsch Moskaus verengt, die verbleibenden 20 Prozent des Donezker Gebiets zu erobern.
Diese pragmatische Herangehensweise steht in scharfem Kontrast zur europäischen Haltung, die oft zwischen maximalistischen Forderungen und hilfloser Passivität schwankt. Während in Berlin und Brüssel noch darüber debattiert wird, ob man Taurus-Marschflugkörper liefern soll oder nicht, arbeiten die Amerikaner bereits an konkreten Verhandlungsformaten.
Iran, Kuba und die Kunst des Deals
Auch zu Iran bezog Rubio klar Position: Teheran werde niemals eine Nuklearwaffe besitzen dürfen. Punkt. Die Verlegung eines zweiten Flugzeugträgers in die Region sei eine notwendige Maßnahme, da Iran in der Vergangenheit die Bereitschaft gezeigt habe, amerikanische Stützpunkte anzugreifen. Gleichwohl bevorzuge Präsident Trump eine diplomatische Lösung – eine Haltung, die Rubio als charakteristisch für die Außenpolitik der aktuellen Administration beschrieb.
Zu Kuba fand Rubio besonders deutliche Worte. Das kommunistische Regime habe schlicht kein funktionierendes Wirtschaftsmodell. Die Machthaber würden lieber ein Land in Armut regieren, als den Menschen wirtschaftliche Freiheit zu gewähren – aus Angst, die Kontrolle zu verlieren. Ein Satz, der in seiner Klarheit auch auf manche europäische Regierung anwendbar wäre, die ihre Bürger durch immer neue Regulierungen und Abgaben gängelt.
Was Europa – und Deutschland – daraus lernen sollte
Rubios Botschaft ist im Kern eine zutiefst konservative: Erinnert euch, wer ihr seid. Seid stolz auf eure Zivilisation. Hört auf, euch für eure Geschichte zu schämen. Baut eure Industrie wieder auf. Macht euch unabhängig. Verteidigt eure Werte – nicht mit Sonntagsreden, sondern mit konkretem Handeln.
Für Deutschland hat diese Mahnung besondere Brisanz. Ein Land, das sich unter der Ampelregierung in Gender-Debatten, Heizungsgesetzen und einer ideologiegetriebenen Energiewende verloren hat, steht exemplarisch für genau jenen Identitätsverlust, den Rubio anprangert. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, einen anderen Kurs einzuschlagen – doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 lassen Zweifel aufkommen, ob man die Zeichen der Zeit wirklich verstanden hat.
Wenn selbst die Amerikaner den Europäern sagen müssen, dass sie sich wieder auf ihre zivilisatorischen Grundlagen besinnen sollen, dann ist das kein diplomatischer Fingerzeig mehr – es ist ein Weckruf. Die Frage ist nur, ob Europa bereit ist, ihn zu hören. Oder ob man lieber weiterschläft, eingelullt vom Wiegenlied der politischen Korrektheit, während die Welt sich weiterdreht.
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