
Strom-Schock 2027: Netzentgelte klettern um bis zu 30 Prozent!

Kaum durchgeatmet, schon kommt die nächste Belastung: Die Entgelte für die Nutzung der deutschen „Stromautobahnen“ sollen zum Jahreswechsel um 20 bis 30 Prozent steigen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise. Offiziell wollen die Übertragungsnetzbetreiber das neue Netzentgelt für 2027 am kommenden Donnerstag veröffentlichen, zu den Zahlen äußerten sie sich bislang nicht.
Die Regierung dreht selbst an der Preisschraube
Der wichtigste Treiber kommt diesmal nicht vom Weltmarkt, sondern aus Berlin. Das Bundeskabinett hat am 2. September eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes beschlossen. Damit sinkt der Bundeszuschuss zu den Kosten des Übertragungsnetzes von 6,5 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 5,525 Milliarden Euro.
Das ist ein Minus von 15 Prozent, also knapp eine Milliarde Euro weniger Entlastung pro Jahr. Der gekürzte Betrag soll für 2027, 2028 und 2029 gelten. Geld kommt laut Gesetzentwurf aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die Kürzung selbst sei ein Ergebnis der Haushaltsverhandlungen, bei denen in vielen Bereichen der Rotstift angesetzt wurde.
Pikant daran: Im eigenen Gesetzentwurf begründet die Regierung den Zuschuss ausdrücklich mit den steigenden Energiepreisen infolge des Iran-Krieges und mit der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Man erkennt das Problem also an und verkleinert trotzdem das Gegenmittel.
Der Rabatt von 2026 schmilzt wieder
Wie groß die Wirkung des Zuschusses ist, zeigt ein Blick zurück. Mit den 6,5 Milliarden Euro fiel das durchschnittliche Entgelt auf der Höchstspannungsebene für 2026 nach Angaben der Netzbetreiber um 57 Prozent, von 6,65 auf 2,86 Cent pro Kilowattstunde. Für Haushalte sanken die Netzentgelte laut Branchenauswertungen im Schnitt um rund 13 bis 18 Prozent. Eine Familie mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sparte damit etwa 75 Euro.
Ein Teil dieser Entlastung dürfte nun wieder verloren gehen. Was 2026 als großer Wurf verkauft wurde, sieht im Rückblick eher nach einem Rabatt mit Verfallsdatum aus.
Netzausbau: Die Rechnung wird jedes Jahr größer
Dazu kommt der zweite Kostentreiber, und der lässt sich nicht einfach wegsparen. Die Netzbetreiber müssen Jahr für Jahr mehr Geld in neue Leitungen stecken, damit der Windstrom aus dem Norden überhaupt in die Industriezentren im Süden gelangt. Diese Kosten werden auf alle Stromverbraucher verteilt, vom Rentnerhaushalt bis zum Mittelständler.
Kritiker verweisen seit Jahren auf teure politische Weichenstellungen, etwa den Vorrang für Erdkabel statt günstigerer Freileitungen, der seit 2015 gilt. Die Energiewende hat ihren Preis. Die Frage ist nur, wer ihn zahlt.
Vom Versprechen zur Realität
Die Große Koalition war mit dem Versprechen angetreten, die Stromkosten spürbar zu senken, um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde. Die Senkung der Stromsteuer für alle wurde aber schon 2025 kassiert, und jetzt wird auch der Netzzuschuss gekürzt. Wirtschaftsverbände hatten die Pläne Medienberichten zufolge bereits scharf kritisiert. Für viele Bürger dürfte das Vertrauen in solche Zusagen weiter bröckeln. Gleichzeitig nimmt die Regierung mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in gewaltigem Umfang auf.
Was Verbraucher jetzt wissen müssen
- Die Übertragungsnetzentgelte sollen 2027 laut Branchenkreisen um 20 bis 30 Prozent steigen.
- Der Bundeszuschuss sinkt von 6,5 auf 5,525 Milliarden Euro pro Jahr (2027 bis 2029).
- Wie stark die Endkundenpreise steigen, hängt vom jeweiligen regionalen Verteilnetz ab.
Eines zeigt die Entwicklung deutlich: Wer sich auf staatliche Entlastungen verlässt, baut auf Sand. Die Kaufkraft privater Haushalte gerät durch Energiepreise, Abgaben und eine wachsende Staatsverschuldung von mehreren Seiten unter Druck. Viele Sparer setzen deshalb auf Eigenverantwortung und mischen ihrem breit gestreuten Vermögen physisches Gold und Silber bei, als krisenerprobten Wertspeicher, der von keinem Haushaltsbeschluss abhängt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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