
Tarif-Beben in Wolfsburg: VW kündigt Belegschaft fast alle Verträge!

Volkswagen macht Ernst. Am Mittwoch hat Europas größter Autobauer bei einem Treffen mit Betriebsrat und IG Metall in Hannover zehn seiner 13 Haustarifverträge zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Auch der Manteltarifvertrag ist darunter, also das Fundament der Arbeitsbedingungen für mehr als 100.000 Beschäftigte in Deutschland.
Was jetzt auf dem Spiel steht
Den Manteltarifvertrag kann man sich als Grundgesetz des VW-Arbeitsalltags vorstellen. Er legt Arbeitszeiten, Zuschläge, Sonderurlaub, Ergebnisbeteiligung und viele weitere Leistungen fest. Medienberichten zufolge fällt auch die tarifliche Zusatzleistung unter die Kündigung. Bislang durften Beschäftigte hier zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen und einer Zahlung von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens wählen.
Besonders heikel ist ein anderer Punkt. Wie berichtet wird, denkt die Konzernspitze darüber nach, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden anzuheben. Das wäre für Wolfsburg eine historische Wende. Noch 1993 hatte VW eine Vier-Tage-Woche eingeführt, um Zehntausende Stellen zu retten.
Unangetastet bleibt immerhin der Zukunftstarifvertrag von 2024. Damit sind betriebsbedingte Kündigungen weiterhin bis Ende 2030 ausgeschlossen.
Gewerkschaft schäumt: „Übles Foul“
Öffentlich gemacht hatte den Schritt zuerst die IG Metall, später bestätigte ihn der Konzern. Die Arbeitnehmerseite reagierte erwartungsgemäß scharf. Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger ließ verlauten:
„Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen.“
Aus dem Betriebsrat kommt der Vorwurf der Erpressung. Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechne mit einer „heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel“. Brisant ist dabei der Kalender: Am 1. Januar 2027 endet die vereinbarte Friedenspflicht, ab dann sind Streiks wieder möglich.
Das Management verweist auf den China-Schock
Die VW-Führung hält dagegen, sie habe keine Wahl. Personalvorstand Arne Meiswinkel erklärte, das wirtschaftliche Umfeld habe sich für die Autoindustrie und damit auch für Volkswagen „in den vergangenen 18 Monaten gravierend verschärft“. Weiter heißt es von ihm:
„Diese Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend. Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa.“
Der Zukunftsplan 2030 müsse deshalb schnell und konsequent umgesetzt werden. Mit der fristgerechten Kündigung wolle man einen Verhandlungsraum öffnen.
Schon 2024 floss Blut und Schweiß
Neu ist der Sparkurs nicht. Erst kurz vor Weihnachten 2024 hatten sich beide Seiten nach Warnstreiks und einem Verhandlungsmarathon geeinigt. Die Bilanz dieses Kompromisses:
- Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030
- Aussetzung einer vereinbarten Entgelterhöhung von 5,5 Prozent
- Keine Einmalzahlung von 600 Euro für 2025 und 2026
- Kürzungen bei Ergebnisbeteiligung und Sonderleistungen
Nach Konzernangaben spart VW dadurch jährlich 1,5 Milliarden Euro an Arbeitskosten. Offenbar reicht das nicht. Und das ist das eigentlich Alarmierende.
Ein Symptom der Standortkrise
Aus Sicht unserer Redaktion wäre es zu billig, den Konflikt nur als Streit zwischen Management und Gewerkschaft zu lesen. Wolfsburg steht vielmehr stellvertretend für ein Land, in dem Industrie zunehmend unter Druck gerät. Kritiker nennen dafür seit Jahren dieselben Gründe: hohe Energiepreise, erdrückende Bürokratie, starre CO2-Vorgaben aus Brüssel und eine lange einseitige Wette auf die E-Mobilität. Dazu kommen Zölle aus Washington und die Billigkonkurrenz aus China.
Die Rechnung dafür landet nun bei den Arbeitern am Band. Bei Porsche und Mercedes fallen ebenfalls weitere Stellen weg. Viele Familien fragen sich deshalb zu Recht, wie sicher ihr Wohlstand überhaupt noch ist. Wer in solchen Zeiten sein Erspartes schützen will, setzt häufig auf Werte, die unabhängig von Konzernbilanzen und politischen Fehlentscheidungen bestehen. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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