
Terror-SchĂŒsse bei Paris: Todesfahrt mit automatischer Waffe!

Ein Toter, vier Schwerverletzte, darunter ein zwölfjĂ€hriges MĂ€dchen: Am Freitagvormittag hat ein Mann in den Gemeinden Trappes und La VerriĂšre westlich von Paris aus seinem Auto heraus auf Passanten gefeuert. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez stuft die Tat als Terroranschlag ein. Die Ermittler prĂŒfen ein mögliches rassistisches Motiv.
Drei Tatorte, eine Spur der Gewalt
Was sich im DĂ©partement Yvelines abspielte, klingt nach einem Albtraum. Nach Angaben von Nuñez eröffnete der mutmaĂliche TĂ€ter an drei verschiedenen Stellen das Feuer und zielte dabei auf fĂŒnf Menschen. Er habe offenbar eine Waffe militĂ€rischer Bauart benutzt, zumindest aber eine automatische Waffe.
Der BĂŒrgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sagte dem Sender BFMTV, unter anderem seien eine Tankstelle, ein Gesundheitszentrum und ein Spielplatz unter Beschuss geraten. Der SchĂŒtze habe erkennbar wahllos geschossen und ein Blutbad anrichten wollen. Dass es nicht mehr Opfer gegeben habe, nannte Rabeh ein Wunder.
In La VerriĂšre traf es nach Angaben von BĂŒrgermeister Nicolas Dainville das zwölfjĂ€hrige MĂ€dchen. AuĂerdem seien zwei MĂ€nner im Alter von 29 und 49 Jahren angegriffen und in Kliniken gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft mahnt allerdings zur Vorsicht und will bestĂ€tigte Opferzahlen erst spĂ€ter nennen.
Festnahme in CoigniĂšres, Gasflaschen in der Wohnung
Lange konnte der Mann nicht fliehen. Medienberichten zufolge nahm die Polizei den 39-JĂ€hrigen kurz nach der Tat im nahen CoigniĂšres fest. Den Geheimdiensten war er nach bisherigen Erkenntnissen nicht bekannt. Genau das sollte nachdenklich machen.
Noch beunruhigender ist eine Meldung von BFMTV. Unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet der Sender, die Ermittler hĂ€tten bei der Durchsuchung seiner Wohnung prĂ€parierte Gasflaschen gefunden. Stimmt das, ging es womöglich um weit mehr als um eine SchieĂerei.
âDie Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen.â
So Ă€uĂerte sich Nuñez gegenĂŒber Journalisten in Trappes.
Rassistisches Motiv im Fokus
Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall ĂŒbernommen. Sie ermittelt unter anderem wegen gezielter Tötung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben und wegen Waffendelikten. Unter Berufung auf den Staatsanwalt sagte Nuñez, die Tat könne rassistisch motiviert sein. EndgĂŒltig geklĂ€rt sei das Motiv aber noch nicht.
Französischen Medien zufolge war der Getötete ein Mann afrikanischer Herkunft. Ein weiteres Opfer nordafrikanischer Herkunft schwebe in Lebensgefahr. PrĂ€sident Emmanuel Macron zeigte sich auf X erschĂŒttert und dankte den EinsatzkrĂ€ften. Premierminister SĂ©bastien Lecornu sprach von âsehr ernsten VorfĂ€llenâ.
Ein Land am Rande der Belastungsgrenze
Der Anschlag trifft Frankreich in einer ohnehin explosiven Lage. FĂŒr Samstag sind neue Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten angekĂŒndigt, nachdem es in der Vorwoche zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Die Regierung zieht deutlich mehr SicherheitskrĂ€fte zusammen.
Und es ist nicht der erste Schock in diesem Monat. Erst am 12. Oktober soll ein 14-JĂ€hriger an einer Schule bei Marseille einen Schulleiter und eine Lehrkraft angeschossen haben. Auch diesen Fall hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft an sich gezogen.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein bitteres Muster: Der Staat erfÀhrt von GewalttÀtern oft erst dann, wenn sie schon geschossen haben. Wie ein Mann ohne Geheimdienstakte an eine automatische Waffe kommt, ist die Frage, die Paris jetzt schnell beantworten muss.
Auch fĂŒr Deutschland ist das eine Mahnung. Wer innere Sicherheit ernst nimmt, darf bei Extremismus nicht wegsehen, egal aus welcher Richtung er kommt. Die BĂŒrger haben Anspruch auf einen Staat, der Bedrohungen erkennt, bevor Kinder auf SpielplĂ€tzen ins Visier geraten. Betroffenheit allein reicht dafĂŒr nicht.
- Themen:
- #AFD

Als PDF in wenigen Sekunden per E-Mail.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











