
15,49 Billionen Dollar: BlackRock wird größer als ganze Volkswirtschaften

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat das dritte Quartal mit einem Rekordbestand von 15,49 Billionen US-Dollar abgeschlossen. Das geht aus dem Zahlenwerk hervor, das der Konzern am 14. Oktober bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Diese Summe entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten.
Medienberichten zufolge lag das verwaltete Vermögen vor einem Jahr noch bei 13,46 Billionen Dollar. Allein im Sommerquartal flossen dem Konzern netto 205 Milliarden Dollar an frischem Kundengeld zu.
Eine Geldmaschine, die nicht stillsteht
Auch die übrigen Kennzahlen fielen glänzend aus. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 7,75 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 15,93 Dollar, nach den strengeren GAAP-Regeln bei 10,57 Dollar. Laut Berichten entspricht das beim bereinigten Gewinn einem Sprung von 38 Prozent. Zusätzlich kaufte BlackRock eigene Aktien für 550 Millionen Dollar zurück.
Konzernchef Larry Fink war entsprechend gut gelaunt. Die Kunden hätten dem Haus im Quartal 205 Milliarden Dollar anvertraut, über zwölf Monate sogar 869 Milliarden. Wörtlich sagte er:
„We're entering our seasonally strongest fourth quarter with accelerating momentum."
Die Fundamentaldaten der Märkte seien aus seiner Sicht stark und gut gestützt, getragen von höheren Margen und von neuer Technologie. Fast 135 Milliarden Dollar der Zuflüsse entfielen auf die hauseigenen iShares-ETFs. Die AI Infrastructure Partnership, also das KI-Infrastrukturbündnis des Konzerns, hat im Quartal zum ersten Mal Kapital investiert.
Private Credit: Gefahr gebannt oder nur vertagt?
Brisant ist der Blick auf private Kreditmärkte. Die Branche stand 2026 enorm unter Druck. Grund war die sogenannte „SaaSpocalypse“, also die wachsende Sorge um Kredite an Softwarefirmen, deren Geschäftsmodelle durch KI ins Wanken geraten. Viele Anleger wollten ihr Geld zurück.
BlackRock meldet dagegen netto fünf Milliarden Dollar mehr Zuflüsse in seine Private-Credit-Fonds als im Vorquartal. Finanzchef Martin Small sieht dort nach eigener Aussage eine deutlich größere und dauerhafte Chance. Die Rückgabewünsche im Corporate Lending Fund gingen leicht zurück, von 13,3 auf rund 11,5 Prozent der Anteile. Mehr als jeder neunte Anteil sollte damit aber weiterhin zurückgegeben werden. Entwarnung sieht anders aus.
Die Ratingagentur Moody's warnt in einem Bericht vom 14. Oktober ausdrücklich. Bei schwächeren mittelständischen Kreditnehmern in den USA nähmen die Risiken für die Qualität der Kredite zu. Als Gründe nennt Moody's dauerhaft hohe Zinsen, Probleme bei der Refinanzierung, Druck durch Rückgaben und weiterhin mangelnde Transparenz. Die Lage könnte demnach schlechter sein, als die gemeldeten Ausfallquoten vermuten lassen.
Wenn Größe selbst zum Risiko wird
Die Börse blieb trotz der Rekorde skeptisch. Die Aktie legte zunächst um bis zu fünf Prozent zu, gab den Gewinn im Lauf des Handelstages aber wieder komplett ab. Insgesamt verläuft die Berichtssaison bisher gemischt: Morgan Stanley, Progressive und State Street übertrafen die Erwartungen, bei den Großbanken zum Auftakt gab es dagegen keine großen Überraschungen. Als Nächstes legt Blackstone Zahlen vor.
Bemerkenswert ist vor allem die Machtballung. Ein einziges Unternehmen verwaltet mehr als das Dreifache der deutschen Wirtschaftsleistung. Hierzulande ist der Name ohnehin politisch aufgeladen: Bundeskanzler Friedrich Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland. Kritiker fragen seit Langem, wie viel Einfluss ein solcher Finanzriese auf Märkte, Unternehmen und Politik haben darf.
Für Sparer heißt das: Wer sein Vermögen über ETFs und Fonds anlegt, ist oft auf die Infrastruktur einiger weniger Konzerne angewiesen, ob er will oder nicht. Physisches Gold und Silber funktionieren anders. Sie hängen von keinem Fondsmanager ab, unterliegen keinen Rücknahmeschranken und tragen kein Gegenparteirisiko. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie deshalb ein stabiles Fundament für die Vermögenssicherung bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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