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341-Milliarden-Rechnung aus Athen: Griechenland macht wieder Druck!

341-Milliarden-Rechnung aus Athen: Griechenland macht wieder Druck!
Symbolbild: KI-generiert

Griechenlands Staatspräsident Konstantinos Tasoulas hat die Reparationsforderungen seines Landes an Deutschland erneut bekräftigt. Bei den Gedenkfeiern zum 83. Jahrestag des Massakers von Lyngiades nannte er die Ansprüche „aktiv, rechtmäßig und nicht verjährt“. Je nach Berechnung geht es um 278 bis 341 Milliarden Euro, eine Summe, die selbst den aufgeblähten Bundeshaushalt sprengen würde.

Ein Dorf, ein Verbrechen, eine offene Wunde

Der Anlass der Rede wiegt schwer. Am 3. Oktober 1943 töteten Wehrmachtssoldaten nach griechischen Angaben in dem Bergdorf Lyngiades im nordgriechischen Epirus 88 Zivilisten. Mehr als 40 davon waren Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre. Die Bluttat gilt als Vergeltung dafür, dass Partisanen einen deutschen Kommandanten getötet hatten.

Lyngiades war kein Einzelfall. Im Juni 1944 ermordete die SS im Dorf Distomo mehr als 200 Menschen. Historiker bezeichnen die deutsche Besatzung von 1941 bis 1944 als die blutigste in einem nicht-slawischen Land: Zehntausende Zivilisten wurden hingerichtet, im ersten Besatzungswinter starben mindestens 100.000 Menschen an Hunger. Joachim Gauck legte 2014 als Bundespräsident in Lyngiades einen Kranz nieder. Die Erinnerung an diese Verbrechen ist unbestritten. Strittig ist allein die Rechnung.

Was Athen genau verlangt

Die griechische Forderung besteht im Kern aus zwei Teilen:

  • Kriegsreparationen für zerstörte Dörfer, Infrastruktur und Menschenleben
  • Die Rückzahlung einer Zwangsanleihe, die das Besatzungsregime 1942 in Höhe von 476 Millionen Reichsmark erpresste. Ihr heutiger Wert wird je nach Schätzung auf acht bis elf Milliarden Euro beziffert

Neu ist das alles nicht. Schon 2015 brachte die Regierung Tsipras mitten in der Schuldenkrise eine Summe von knapp 279 Milliarden Euro ins Spiel. 2019 beschloss das Parlament in Athen offiziell, Ansprüche geltend zu machen, und überreichte Berlin eine Verbalnote mit der Aufforderung zu Verhandlungen.

Berlin: Das Thema ist erledigt

Die Bundesregierung bleibt hart, und zwar parteiübergreifend seit Jahrzehnten. Sie verweist auf ein Wiedergutmachungsabkommen von 1960 und vor allem auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990. Damals sei die Reparationsfrage politisch und juristisch abschließend geregelt worden. Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages erörtern zudem, ob Griechenland durch jahrzehntelanges Schweigen stillschweigend auf seine Ansprüche verzichtet haben könnte.

Athen sieht das anders. Juristen streiten seit Jahren darüber, ob vor allem die Zwangsanleihe als gewöhnlicher Kredit außerhalb der Reparationsregeln steht. Ein internationales Gericht hat die Frage bis heute nicht entschieden.

Wer hat hier eigentlich wem geholfen?

Bei vielen deutschen Steuerzahlern dürfte die Forderung einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Zwischen 2010 und 2015 bewahrten die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds Griechenland mit drei Rettungspaketen vor der Pleite, Deutschland trug dabei als größter Garantiegeber das höchste Risiko. Ausgerechnet das Land, dessen Staatsfinanzen ohne europäische Hilfe kollabiert wären, präsentiert nun regelmäßig eine Rechnung in dreistelliger Milliardenhöhe.

Beobachter sehen in den wiederkehrenden Forderungen deshalb auch ein innenpolitisches Instrument, das sich in Athen zuverlässig aktivieren lässt. Griechenland steht damit nicht allein: Polen verlangte 2022 sogar rund 1,3 Billionen Euro.

Die eigentliche Frage an die Regierung Merz

Zahlen wird Berlin kaum. Doch die Debatte zeigt ein Grundproblem deutscher Außenpolitik: Wer als Zahlmeister Europas gilt, wird auch so behandelt. Ein Land, das sich mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen selbst tief verschuldet, kann sich neue Begehrlichkeiten schlicht nicht leisten.

Das Gedenken an die Opfer von Lyngiades ist eine moralische Pflicht. Doch Erinnerung und Bezahlung sind zwei verschiedene Dinge. Die Bundesregierung täte gut daran, beides klar zu trennen und gegenüber Athen ruhig, respektvoll und standhaft zu bleiben.

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