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15.10.2026
12:22 Uhr
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Aufschwung auf Pump: Der Staat wächst, die Wirtschaft schrumpft!

Aufschwung auf Pump: Der Staat wächst, die Wirtschaft schrumpft!
Symbolbild: KI-generiert

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent angehoben. Gleichzeitig arbeiteten im August 2026 in Deutschland 235.000 Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahlen zeigen, wo das Problem liegt: Getragen wird die Konjunktur vor allem vom Staat. Der finanziert sich zunehmend über neue Schulden.

Wer trägt diesen Aufschwung?

Im Frühjahr rechnete die Regierung noch mit 0,5 Prozent. Jetzt sind es 1,3 Prozent, und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gibt sich zuversichtlich. Laut Herbstprojektion stützen neben den Exporten aber vor allem der Staatskonsum und öffentliche Investitionen das Wachstum. Der private Konsum bleibt dagegen schwach.

Auch die Regierung selbst geht für 2026 von 0,5 Prozent weniger Erwerbstätigen aus. Für 2027 und 2028 erwartet sie weitere Stellenverluste. Das Wachstum soll 2027 auf 1,1 und 2028 auf nur noch 0,6 Prozent sinken. Nach einer Trendwende sieht das nicht aus.

5,5 Millionen im öffentlichen Dienst

Mitte 2025 beschäftigte der öffentliche Dienst rund 5,5 Millionen Menschen, also 95.100 mehr als ein Jahr zuvor. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen fiel nach Angaben des Statistischen Bundesamts dagegen bis August 2026 auf 45,41 Millionen.

Ein Teil der neuen Stellen ist sinnvoll, etwa an Schulen, Hochschulen und in Kitas. Doch jede dauerhafte Planstelle kostet Gehalt und später oft auch Pension. Bezahlt wird das mit Steuern, Beiträgen oder neuen Krediten.

Baden-Württemberg verliert Industriejobs

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Baden-Württemberg, dem Land von Daimler, Bosch und vielen mittelständischen Weltmarktführern. Dort gingen im Verarbeitenden Gewerbe binnen eines Jahres bis zum zweiten Quartal 2026 40.600 Arbeitsplätze verloren. Im selben Zeitraum kamen 22.200 Stellen bei öffentlichen und sonstigen Dienstleistungen, in Bildung und Gesundheit hinzu. Dazu zählen allerdings auch private Einrichtungen.

Trotzdem ist die Richtung bedenklich. Die Industrie bringt Exporte, Patente und gut bezahlte Jobs. Wenn hier Stellen verschwinden, verliert Deutschland einen wichtigen Teil seiner Wirtschaftskraft.

Schulden erhöhen das BIP, aber nicht die Wertschöpfung

Kurzfristig kann jeder Staat das Bruttoinlandsprodukt steigern. Er vergibt Bauaufträge, stellt Personal ein und startet Förderprogramme. Investitionen, die die Produktivität dauerhaft erhöhen, können sich dabei auszahlen. Reiner Staatskonsum schafft dagegen keine bleibenden Werte. Wird er mit Krediten bezahlt, entstehen vor allem Zahlungspflichten für die Zukunft.

Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur den Weg in neue Schulden geöffnet, obwohl Merz im Wahlkampf solide Finanzen versprochen hatte. Die Bundesbank rechnet bis 2028 mit einem Staatsdefizit von etwa fünf Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Schuldenquote könnte auf rund 70 Prozent steigen. Hinzu kommen höhere Zinskosten, die künftige Haushalte belasten.

Weniger Erwerbstätige für einen teureren Staat

Die Alterung der Gesellschaft verschärft das Problem. Immer weniger Erwerbstätige müssen Renten, Pflege, Gesundheit und Verwaltung finanzieren. Höhere Produktivität könnte das teilweise ausgleichen. Dafür müssten die Unternehmen aber mehr investieren und wettbewerbsfähiger werden. Auch laut ifo Institut wollen Industrie und Handel jedoch weiter Stellen abbauen.

Daraus kann ein Kreislauf entstehen: Die Privatwirtschaft hält sich zurück, der Staat ersetzt die fehlende Nachfrage mit eigenen Ausgaben, und der Finanzbedarf steigt. Am Ende bleiben dann höhere Abgaben, harte Kürzungen oder noch mehr Schulden. Langfristig kann kein Staat mehr ausgeben, als seine Wirtschaft erwirtschaftet.

Fazit: Die Rechnung kommt später

Ein Wachstum, das ohne immer neue Kredite nicht auskommt, ist keine echte Erholung. Die Kosten werden nur in die Zukunft verschoben, auf Familien, Sparer und die nächste Generation. Wenn Staatsschulden steigen und das Vertrauen in die Kaufkraft des Geldes sinkt, setzen viele Bürger auf physisches Gold und Silber. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Edelmetalle helfen, sich gegen solche Risiken abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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