
Blutiger Einheitstag: Messerstich, Hetzjagd und Prügel gegen Schwule

Am Tag der Deutschen Einheit gab es in mehreren deutschen Städten schwere Gewalttaten. Zwischen der Nacht zum Samstag und dem Samstagabend schlugen Täter in Lippstadt, Bremen, Markdorf, Euskirchen und Bochum zu. Ein 21-Jähriger überlebte nur dank einer Notoperation. In Bremen wurde ein schwules Paar angegriffen, die Polizei geht von einem homophoben Motiv aus.
Lippstadt: Verfolgt, niedergeschlagen, in den Rücken gestochen
Der schwerste Fall ereignete sich gegen 6.45 Uhr in Lippstadt. Laut Polizei sollen zwei Männer einen 21-Jährigen und seine gleichaltrige Begleiterin auf dem Heimweg verfolgt und beleidigt haben. Dann holten sie das Paar ein. Sie hätten den jungen Mann zu Boden geschlagen und auf ihn eingetreten.
Die beiden konnten zunächst fliehen. Doch einer der Angreifer soll den 21-Jährigen kurz darauf erneut eingeholt und ihm ein Messer in den Rücken gestochen haben. Ein Rettungshubschrauber flog das Opfer nach Dortmund. Dort retteten Ärzte ihm mit einer Notoperation das Leben.
Nach Polizeiangaben ist einer der Verdächtigen etwa 25 Jahre alt und trägt einen Vollbart. Er sei von „südländischem Aussehen“ gewesen und habe gebrochen Deutsch gesprochen. Eine Mordkommission ermittelt. Mehrere Medien berichten, dass die Ermittler dringend Zeugen suchen.
Bremen: Homophobe Beleidigungen, dann fliegen die Fäuste
Am Samstagabend waren zwei Männer im Alter von 29 und 33 Jahren in der Bremer Innenstadt auf dem Heimweg von den Einheitsfeierlichkeiten. Dabei trafen sie auf eine Gruppe von etwa zehn Personen. Mehrere junge Männer aus dieser Gruppe sollen das Paar auf Arabisch homophob beleidigt haben.
Als der 29-Jährige sein Handy zückte, sollen mehrere Angreifer mit Fäusten auf die beiden eingeschlagen haben. Der Jüngere musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Ausgerechnet am Feiertag für Einheit und Freiheit wurden zwei Männer angegriffen, weil sie sich liebten. Bitterer kann die Symbolik kaum sein.
Pfefferspray, Nothammer, Raubzüge
Auch im badischen Markdorf eskalierte kurz nach Mitternacht ein Streit in einer Gaststätte. Ein Unbekannter soll seinem Gegner Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und auf den am Boden Liegenden eingetreten haben. Danach stürzten beide eine Steintreppe mit elf Stufen hinunter. Auch dort habe der Angreifer weiter zugeschlagen und Umstehende anschließend mit einem Nothammer bedroht.
Das Opfer kam mit einer stark blutenden Kopfwunde in die Klinik. Die Polizei sucht einen 20 bis 25 Jahre alten Mann mit „dunklem Hauttyp“ und Tätowierungen im Gesicht und an den Armen.
Euskirchen und Bochum: Überfälle aus der Gruppe heraus
- Euskirchen: Gegen vier Uhr morgens soll ein Mann aus einer Dreiergruppe einen 48-Jährigen niedergeschlagen und ihm ein teures Handy geraubt haben. Seine Begleiter hätten noch versucht, ihn zurückzuhalten. Die Polizei beschreibt den Verdächtigen als etwa 30-jährigen Mann mit „südländischem Phänotyp“.
- Bochum-Werne: Kurz vor Mitternacht am Freitag soll ein schwarzer Wagen einem 41-Jährigen auf dem Gehweg den Weg abgeschnitten haben. Sechs bis sieben Männer hätten ihn umringt, geschlagen und seine Geldbörse verlangt. Der Mann wurde leicht verletzt.
Einzelfälle? Die Statistik spricht eine andere Sprache
Jede dieser Taten wird einzeln aufgearbeitet. Für viele Bürger ergeben sie jedoch ein Gesamtbild. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist ein Rekordniveau bei der erfassten Kriminalität aus, die Zahl der Messerangriffe ist deutlich gestiegen. Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Zufall, sondern die Folge jahrelanger politischer Versäumnisse. Dazu zählen eine Migrationspolitik ohne wirksame Steuerung, Abschiebungen, die zu oft scheitern, und eine Justiz, die Wiederholungstätern selten Grenzen setzt.
Die Regierung von Kanzler Friedrich Merz ist mit dem Versprechen einer Wende angetreten. Am Einheitstag hat sie sich nicht gezeigt. Wer Frauen auf dem Heimweg, Homosexuelle in der Innenstadt und Familien auf Volksfesten schützen will, muss mehr tun als Betroffenheit bekunden. Der Staat muss sein Gewaltmonopol wieder spürbar durchsetzen. Darauf haben die Bürger einen Anspruch.












