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Brandgefahr im Wasserstoff-Hoffnungsträger: Hyundai muss Nexo zurückholen!

Brandgefahr im Wasserstoff-Hoffnungsträger: Hyundai muss Nexo zurückholen!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Sicherheitsventil wird selbst zum Risiko: Die EU hat am 2. Oktober 2026 eine Sicherheitswarnung für den Hyundai Nexo veröffentlicht. Bei der ersten Generation des Wasserstoffautos kann ein defektes Bauteil am Tank Gas austreten lassen. Die Behörden stufen das als ernstes Brandrisiko ein. Der Importeur hat den Rückruf bereits am 22. September gestartet.

Betroffen sind laut EU-Warnung Fahrzeuge, die zwischen dem 13. Dezember 2017 und dem 28. März 2024 gebaut wurden. Für ein Auto, das jahrelang als Aushängeschild der „sauberen Mobilität" galt, ist das eine bittere Nachricht.

Wenn der Schutzengel zum Brandstifter wird

Im Zentrum steht ein Bauteil mit sperrigem Namen: das Thermally-activated Pressure Relief Device, kurz TPRD. Seine Aufgabe ist eigentlich klar. Wird der Tank zu heiß, soll das Ventil den Wasserstoff kontrolliert ablassen, damit der Druckbehälter nicht platzt.

Beim Nexo kann ausgerechnet diese Sicherung zur Gefahr werden. Entweicht Wasserstoff unkontrolliert und trifft auf eine Zündquelle, droht ein Fahrzeugbrand. Der Fehler sitzt also an der Stelle, die eigentlich Schlimmeres verhindern soll.

Eine US-Rückrufakte von 2024 beschreibt einen technisch vergleichbaren Mangel genauer. Demnach arbeitet das Ventil mit einem Glaskörper, der erst bei einer festgelegten Temperatur brechen soll. Hyundai habe jedoch Mikrorisse entdeckt, die einen vorzeitigen Bruch ermöglichen könnten. Als Ursache nennen die Unterlagen starke Druckschwankungen bei einer Bauteilprüfung. Die Folge: Wasserstoff könnte schon im normalen Fahrbetrieb austreten.

Zahlensalat bei den Behörden

Auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht einen Rückruf wegen des Ventils. Eine Auswertung der KBA-Daten nennt 41.011 Fahrzeuge weltweit, gebaut zwischen dem 28. September 2017 und dem 5. Juni 2024. Geführt wird die Aktion unter der Referenz 17005R und dem Hersteller-Code 41D213.

Ganz deckungsgleich sind die Angaben allerdings nicht. Das EU-Portal Safety Gate nennt den Code 41D123 und einen kürzeren Produktionszeitraum. Wie viele Autos in Deutschland oder Europa betroffen sind, steht dort bisher nicht. Klare Kommunikation sieht anders aus. Halter müssen nun selbst nachhaken.

Nicht die erste Panne am Wasserstoffsystem

Neu ist das Problem für den Nexo nicht. Der ADAC verzeichnet für August 2022 einen Rückruf von 1.107 Fahrzeugen in Deutschland. Damals konnten defekte Wasserstoffsensoren austretendes Gas womöglich nicht erkennen, Hyundai tauschte sie aus.

2023 folgte die nächste Aktion. Nach dem Tanken drohten Lecks, weil sich Filtermaterial lösen und die Dichtung am Füllanschluss beeinträchtigen konnte. Laut KBA betraf das 67 Autos in Deutschland und 211 weltweit.

Was Halter jetzt tun sollten

  • Über die Fahrzeug-Identifikationsnummer bei Hyundai prüfen lassen, ob das eigene Auto betroffen ist
  • Im Rahmen des Rückrufs 41D213 tauscht die Werkstatt das thermische Sicherheitsventil aus
  • Betroffen ist nur die erste Generation (Typ FE), nicht der seit 2026 angebotene Nachfolger NH2

Die alte Generation speichert 6,33 Kilogramm Wasserstoff unter einem Druck von 700 bar, verteilt auf drei Tanks mit zusammen 156,6 Litern Volumen. Bei solchen Drücken muss die Druckentlastung absolut zuverlässig funktionieren.

Ein Rückruf mit Symbolkraft

Der Rückruf fällt in eine Zeit, in der das Wasserstoffauto ohnehin ums Überleben kämpft. Deutschlands größter Tankstellenbetreiber H2 Mobility hat nach eigenen Angaben Ende 2024 sechs und Ende 2025 vierzehn weitere 700-bar-Stationen geschlossen. Die Begründung des Unternehmens: Der erwartete Hochlauf bei den Pkw sei ausgeblieben.

Trotzdem flossen über Jahre Fördermillionen in die Technik. Kritiker wie der Bund der Steuerzahler halten das für verschwendetes Geld. Wer Pionier sein wollte, steht jetzt womöglich doppelt im Regen: Die Tankstellen werden weniger und die Werkstatt ruft. Politische Technologie-Wetten haben eben ihren Preis. Die Rechnung zahlen am Ende Bürger und Steuerzahler.

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