280.000
Kunden
Sicherer
Versand
03.10.2026
11:31 Uhr
KI-generiert

Brennende Schulen in Frankreich: Wer zĂŒndelt an der Jugend?

Brennende Schulen in Frankreich: Wer zĂŒndelt an der Jugend?
Symbolbild: KI-generiert

Frankreich erlebt die heftigsten SchĂŒlerproteste seit Jahren. Seit Ende September blockieren Jugendliche landesweit Hunderte Gymnasien, laut Innenministerium wurden bis Donnerstag 1.949 Menschen festgenommen. Jetzt tobt in Paris ein erbitterter Streit darĂŒber, wer die Wut der SchĂŒler anheizt. Im Fokus stehen die Linkspartei La France Insoumise (LFI) und Gruppen aus dem Umfeld der MuslimbrĂŒder.

Von maroden Klassenzimmern zu brennenden Barrikaden

Angefangen hatte alles mit Forderungen, die man verstehen kann. Die SchĂŒler klagen Medienberichten zufolge ĂŒber bröckelnde GebĂ€ude, ĂŒberfĂŒllte Klassen und fehlende Lehrer. Ausgelöst wurde der Ärger durch den Sparkurs der Regierung.

Doch was in Paris als Schulstreik begann, ist binnen Tagen gekippt. In Nantes brannte eine Schule aus. In Marseille sollen Angreifer einen Schulleiter mit Benzin ĂŒbergossen haben. Nach offiziellen Angaben wurden 305 Polizisten und Gendarmen verletzt, außerdem 170 SchĂŒler und 65 BeschĂ€ftigte aus dem Bildungswesen. Mehr als 400 Schulen sollten am Freitag geschlossen bleiben und nur Fernunterricht anbieten. Das Innenministerium spricht inzwischen von „stĂ€dtischer Unruhe“.

Die Spur ins Netz

Die französische Reporterin Nora Bussigny hat fĂŒr das Magazin Le Point untersucht, wer die Blockaden in den sozialen Netzwerken verstĂ€rkt. Ihre Bewertung fĂ€llt drastisch aus. GegenĂŒber der Berliner Zeitung sagte sie:

„Die Ultralinke, eng verbunden mit den MuslimbrĂŒdern, radikalisiert die SchĂŒlerbewegungen, um zu destabilisieren.“

Im Mittelpunkt ihrer Recherche steht die Gruppe RED Jeunes, deren Videos teils rund 700.000 Aufrufe erreichen. Sie gehöre laut Bussigny zum BĂŒndnis GĂ©nĂ©ration EDR, an dem auch die inzwischen aufgelöste Jeune Garde beteiligt gewesen sei. Gegen das BĂŒndnis lĂ€uft ein Auflösungsverfahren des Innenministeriums.

Zur LFI gebe es personelle Überschneidungen. Ein Sprecher des BĂŒndnisses kandidierte 2024 fĂŒr die Partei bei der Parlamentswahl. Ein SchĂŒlervertreter, der jede Verbindung bestritten hatte, soll laut Bussigny in diesem Jahr auf der Kommunalwahlliste eines LFI-Politikers gestanden haben. Abgeordnete wie Louis Boyard zeigten sich vor blockierten Schulen und verbreiteten die Aufrufe ĂŒber eigene Instagram-KanĂ€le.

Und die MuslimbrĂŒder?

Ebenfalls Teil von GĂ©nĂ©ration EDR seien die Étudiants Musulmans de France. Ein Regierungsbericht aus dem vergangenen Jahr stufe sie als Jugendvertretung der MuslimbrĂŒder in Frankreich ein, so Bussigny. Vor Schulen in Bordeaux und im Pariser Umland wurden französischen Medien zufolge bereits PalĂ€stina-Flaggen geschwenkt.

Zur Einordnung: Bussigny ist keine neutrale Beobachterin. Sie schrieb das Buch „Die neuen Antisemiten“ und zeigte im vergangenen Jahr den LFI-Abgeordneten Paul Vannier wegen Cybermobbings an.

Regierung spricht von „organisiertem Manöver“

Allerdings sieht es Premierminister SĂ©bastien Lecornu Ă€hnlich. Sein Amt sprach unter Berufung auf die Nachrichtendienste von einem „organisierten Manöver“ der LFI und der Ultralinken. Eine Note der Pariser PolizeiprĂ€fektur, ĂŒber die Le Figaro berichtet, erwĂ€hnt die PrĂ€senz von Aktivisten aus LFI und linksradikalen Gruppen.

Die Partei weist das scharf zurĂŒck. Koordinator Manuel Bompard warnte die Regierung vor Verschwörungsdenken. Fest steht: Eine Steuerung der Blockaden ist bislang nicht belegt. Die Recherche zeigt VerstĂ€rkung im Netz und personelle NĂ€he, mehr nicht. Wer die BrĂ€nde gelegt und die Angriffe verĂŒbt hat, haben die Behörden noch nicht mitgeteilt. Bildungsminister Édouard Geffray sagte, die Gewalt gehe vor allem von Personen aus, die nicht zu den Schulen gehörten.

Kampf um die ErstwÀhler

Die BĂŒrger sind skeptisch. In einer Umfrage fĂŒr Le Figaro meinten 61 Prozent, die LFI ĂŒberschreite mit ihrer Beteiligung an den Protesten ihre Rolle. Der Verdacht liegt nahe, dass es um WĂ€hlerstimmen geht. Die LFI-Abgeordnete ClĂ©mence GuettĂ© rechnete im Mai vor, seit 2022 seien 4,3 Millionen Franzosen volljĂ€hrig geworden. „Die Jugend wird uns zum Sieg fĂŒhren“, schrieb sie laut Le Point.

Im FrĂŒhjahr wĂ€hlt Frankreich einen neuen PrĂ€sidenten. FĂŒr Dienstag ist der nĂ€chste landesweite Aktionstag angekĂŒndigt. Kritiker sehen darin ein bitteres LehrstĂŒck: Berechtigte Anliegen von SchĂŒlern drohen im Rauch der Barrikaden unterzugehen. Und Europas zweitgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft wirkt einmal mehr wie ein Land, das seine eigene Jugend nicht mehr erreicht.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schĂŒtzen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier fĂŒr den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende EinwilligungserklĂ€rung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von GrĂŒnden mit Wirkung fĂŒr die Zukunft widerrufen. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberĂŒhrt.“