
Brisante Vergangenheit: Berlins Wahlsiegerin war bei der „Roten Hilfe“

Die Frau, die bald im Roten Rathaus regieren könnte, war jahrelang Mitglied eines Vereins, den der Verfassungsschutz beobachtet. Wie die FAZ am Dienstag berichtete, gehörte Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp bis 2025 der „Roten Hilfe“ an. Die Behörde zählt den Verein zu den wichtigsten Gruppierungen des deutschen Linksextremismus.
Schwarz auf weiß im Parlamentshandbuch
Geheim war die Mitgliedschaft nicht. In den Handbüchern des Berliner Abgeordnetenhauses aus den Jahren 2022 und 2023 ist sie aufgeführt, im Handbuch von 2025 fehlt der Eintrag. Eralp ist also ausgetreten, und zwar genau rechtzeitig vor ihrer Kür zur Spitzenkandidatin.
Die Landesgeschäftsstelle der Linken erklärte der FAZ, Eralp habe Menschen unterstützen wollen, die sich für linke und soziale Anliegen engagieren und sich keinen Anwalt leisten können. Sie sei über Jahre nur „passives Mitglied“ gewesen und habe ihre Mitgliedschaft stets offen angegeben. Im vergangenen Jahr sei sie wegen inhaltlicher Differenzen ausgetreten.
Welche Differenzen das waren, erfährt man nicht. Und wer so lange zahlendes Mitglied war, kann die Frage nach dem Warum nicht mit dem Wort „passiv“ abhaken.
Was der Verfassungsschutz der Roten Hilfe vorwirft
Der Name ist historisch belastet. Die Rote Hilfe Deutschlands entstand 1924 als Hilfsorganisation im Umfeld der KPD. Der heutige Verein unterstützt vor allem Linke, die vor Gericht stehen oder verurteilt wurden. Er übernimmt zum Beispiel Geldstrafen, nach Darstellung der Behörden aber nur, wenn die Betroffenen nicht mit Polizei und Justiz zusammengearbeitet haben.
Der Verfassungsschutz sieht in dieser Praxis „einen Legitimationsrahmen für die Begehung von Straf- und Gewalttaten“. An der Auswahl der unterstützten Fälle lasse sich ablesen, dass Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung
„nicht nur befürwortet, sondern auch unterstützt“
werde. So steht es in der Einschätzung der Behörde.
Die Spur zur „Hammerbande“
Besonders heikel ist die Verbindung zur sogenannten „Hammerbande“. Die militanten Linksextremisten um Lina E. wurden 2023 vom Oberlandesgericht Dresden unter anderem wegen brutaler Überfälle auf vermeintliche Rechte verurteilt. Laut einer Recherche von Apollo News sammeln Eltern von Angeklagten aus diesem Umfeld Spenden über ein Konto der Roten Hilfe.
Triumph an der Urne, Fragen im Raum
Politisch ist die Enthüllung explosiv. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September holte die Linke laut vorläufigem Ergebnis 25,7 Prozent, ein Plus von 13,4 Punkten und ihr bestes Ergebnis in Berlin. Die CDU fiel auf 18,8 Prozent zurück, die AfD kam auf 16,3 Prozent. Eralp gewann ihren Wahlkreis mit absoluter Mehrheit.
Linke, Grüne und SPD hätten zusammen 95 der 158 Sitze und damit eine klare Mehrheit. Die drei Parteien sondieren bereits. Eralp hat im Wahlkampf mit dem Mietendeckel geworben. Nach der Wahl kündigte sie an, private Wohnungsunternehmen vergesellschaften zu wollen.
Und SPD und Grüne?
Damit geht die Frage an die möglichen Partner. Sozialdemokraten und Grüne mahnen sonst gern Abgrenzung zu Extremisten an. Nun verhandeln sie mit einer Politikerin, die bis vor Kurzem einem vom Verfassungsschutz beobachteten Verein angehörte, über die Führung der Hauptstadt.
Kritiker sehen darin einen doppelten Maßstab. Für viele Bürger, die Eigentum und Rechtsstaat schätzen, ist das Signal eindeutig. Eine Stadtregierung, die Enteignungen plant und an deren Spitze eine frühere Unterstützerin der Roten Hilfe stehen könnte, bringt Investoren kaum zurück nach Berlin. Ob SPD und Grüne dazu noch Fragen haben, wird sich in den Sondierungen zeigen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











