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China-Schock 2.0: Jeder vierte Industriebetrieb verliert Aufträge!

China-Schock 2.0: Jeder vierte Industriebetrieb verliert Aufträge!
Symbolbild: KI-generiert

Die Konkurrenz aus Fernost frisst sich tief in die deutsche Industrie. Eine neue Forsa-Umfrage zeigt: 28 Prozent der Industrieunternehmen haben schon Aufträge oder Ausschreibungen an chinesische Anbieter verloren. Die Zahlen kommen genau zu dem Zeitpunkt, an dem die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel über eine härtere Gangart gegenüber Peking beraten.

Wenn der Stammkunde plötzlich geht

Die Restrukturierungsberatung FTI-Andersch hat die Erhebung in Auftrag gegeben. Im Juni und Juli 2026 wurden Vertreter von 151 Industriebetrieben telefonisch befragt, darunter Maschinen- und Anlagenbauer, Autozulieferer sowie energieintensive Branchen wie Chemie und Papier.

Eine verlorene Ausschreibung kann man noch verschmerzen. Bitter wird es, wenn treue Kunden abwandern. Genau das haben laut Umfrage 13 Prozent der Unternehmen erlebt. Im Maschinen- und Anlagenbau, dem Rückgrat des deutschen Mittelstands, sind es sogar 22 Prozent. FTI-Andersch-Deutschlandchef Christian Säuberlich nannte diesen Wert „bemerkenswert“.

Spitzentechnik allein rettet niemanden

Die meisten befragten Manager sind überzeugt, technologisch vor der chinesischen Konkurrenz zu liegen. Ein Trost ist das nicht. Säuberlich bringt es auf den Punkt:

„Technologische Überlegenheit schützt nicht automatisch davor, Kunden und Aufträge zu verlieren.“

Viele Betriebe setzen deshalb auf ihr stärkstes Argument: die Herkunft. Branchenübergreifend werben sechs von zehn Unternehmen mit ihrer Produktion in Europa als Gütesiegel, im Maschinenbau sind es 72 Prozent. Die Autobranche setzt vor allem auf Qualität und Systemkompetenz. Kostensenkungen oder die Öffnung eigener Kapazitäten für chinesische Partner nennt dagegen nur eine Minderheit.

Gefangen im China-Dilemma

Ganz ohne China geht es trotzdem nicht. 48 Prozent der Firmen haben in den vergangenen drei Jahren dort Geschäfte gemacht. In der Chemie berichten 43 Prozent von einer wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes, im Maschinenbau 31 Prozent. Nur in der Autobranche dreht sich der Wind: Für ein Drittel der Unternehmen verliert China an Gewicht.

Ans Aussteigen denkt kaum jemand. Lediglich vier Prozent haben ihr China-Geschäft heruntergefahren oder Standorte geschlossen. Im Gegenteil, viele Firmen rücken näher an den Markt heran:

  • 20 Prozent verlagern Entwicklung, Einkauf und Produktion stärker nach China („local for local“)
  • 19 Prozent konzentrieren sich auf profitable Segmente
  • 18 Prozent bauen Partnerschaften mit chinesischen Firmen aus
  • 13 Prozent entwickeln eigene Produkte für den chinesischen Markt
  • 12 Prozent investieren mehr vor Ort

Das ist eine Ironie, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Wer in Deutschland unter Energiepreisen, Bürokratie und Abgaben ächzt, baut Wertschöpfung eben dort auf, wo der Wettbewerber herkommt. Säuberlich zufolge lasse sich China weder als Absatzmarkt noch als Beschaffungsregion einfach ersetzen.

Brüssel zwischen Härte und Angst

Der politische Druck ist groß. Laut Zahlen des Europäischen Rates exportierte die EU im Jahr 2025 Waren im Wert von 199,5 Milliarden Euro nach China und importierte Waren für 571,3 Milliarden Euro. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben vorab gemeinsame Vorschläge für ein schärferes Vorgehen vorgelegt. Medienberichten zufolge geht es dabei auch um ein Instrument für Gegenschläge, mit dem Peking abgeschreckt werden soll. Gegenmaßnahmen aus China gelten als wahrscheinlich.

Die Industrie verlangt also zweierlei: Schutz vor China und Zugang zu China. Ob Brüssel diesen Spagat schafft, ist offen. Kritiker sehen ohnehin den größten Hebel im eigenen Land. Wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Regulierung und niedrigere Steuern würden deutschen Firmen mehr helfen als jede Zollmauer.

Was das für Sparer bedeutet

Handelskonflikte, wankende Industrieriesen und Gegenmaßnahmen aus Peking machen Märkte nervös. Viele Anleger setzen deshalb neben Aktien und Fonds auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle hängen an keiner Lieferkette und keiner Bilanz. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen krisenfest abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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