
Diesel-Deal mit Putin: Trump schlägt zurück – und trifft Brüssel!

US-Präsident Donald Trump hält an seinem umstrittenen Diesel-Deal mit Russland fest. Am Montag verteidigte er auf seiner Plattform Truth Social die Entscheidung, Sanktionen gegen russischen Dieselkraftstoff für sechs Monate zu lockern. Gleichzeitig ging er die Europäische Union frontal an, und dieser Seitenhieb dürfte in Brüssel und Berlin wehtun.
„America First" statt Sanktionsdisziplin
Trump zeigte sich trotzig. Er habe die richtige Wahl für das amerikanische Volk getroffen, schrieb der Präsident und setzte in Großbuchstaben nach: „ALWAYS, AMERICA FIRST!" Zugleich warf er den Medien Heuchelei vor.
„The European Union paid Russia 250 Billion Dollars for Energy, and the Fake News Media doesn't want to get near that story."
Die Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen. Laut Medienberichten deckt sie sich grob mit Schätzungen darüber, wie viel die EU seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 für fossile Brennstoffe aus Russland ausgegeben hat. Brüssel hat zwar einen Plan aufgelegt, um sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Die unbequeme Frage bleibt trotzdem: Wer hat Putins Kriegskasse in den vergangenen Jahren eigentlich gefüllt?
Der Deal: Millionen Tonnen Diesel aus Moskau
Bekannt gegeben hatte Trump die Vereinbarung am Freitag, dem 9. Oktober, nach einem Telefonat mit Wladimir Putin. Medienberichten zufolge soll Russland sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel an die Weltmärkte liefern. Im November sollen 500.000 Tonnen folgen, danach eine Million Tonnen. Später sollen weitere drei Millionen Tonnen hinzukommen.
Dahinter steckt knallharte Innenpolitik. Am 3. November stehen in den USA die Zwischenwahlen an, und Diesel kostet dort nahezu Rekordpreise. Der Treibstoff hält Landwirtschaft, Lkw-Verkehr und viele Heizungen am Laufen. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage sind Trumps Zustimmungswerte zuletzt auf 32 Prozent gefallen, den tiefsten Stand seiner Karriere.
Aufstand in den eigenen Reihen
Gegenwind kommt diesmal auch aus der eigenen Partei. Vier republikanische Senatoren, darunter Susan Collins, Lisa Murkowski und Thom Tillis, forderten zusammen mit drei Demokraten in einer gemeinsamen Erklärung eine sofortige Kehrtwende. Washington dürfe Putin keine finanzielle Rettungsleine zuwerfen, solange Russland ukrainische Zivilisten töte.
Die Senatoren berufen sich auf ein Gesetz von 2022, das Energieimporte aus Russland verbietet. Die Regierung habe zudem weder den Kongress konsultiert noch eine gesetzlich vorgeschriebene Begründung vorgelegt. Finanzminister Scott Bessent widersprach. Die Regierung handle im Rahmen ihrer bestehenden rechtlichen Befugnisse, sagte er.
Der texanische Abgeordnete Michael McCaul äußerte Verständnis für den Wunsch nach niedrigeren Preisen. Er fürchte aber, die Lockerung finanziere am Ende nur die Kriegsmaschinerie des Kreml. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, der Schritt spiele Russland in die Hände.
Strategie oder Verzweiflungstat?
Laut Reuters sollen Trumps Gesandte gegenüber ukrainischen Vertretern erklärt haben, der Deal solle Moskau zurück an den Verhandlungstisch bringen. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Lieferungen die Dieselpreise dauerhaft senken. Am Ende könnte ein politischer Preis bleiben, der wenig bringt.
Was das für Deutschland bedeutet
Für Europa ist die Episode ein Weckruf. Der Westen tritt in der Sanktionspolitik nicht mehr geschlossen auf, und Washington richtet seinen Kurs erkennbar nach dem Wahlkalender aus. Gleichzeitig zahlt Deutschland mit die höchsten Energiepreise der Industriewelt. Berlin hat viel moralischen Anspruch gezeigt, aber wenig strategische Weitsicht.
Für Sparer bleibt eine nüchterne Erkenntnis. Wenn Energiepolitik zum Spielball von Wahlkämpfen wird, drohen neue Preisschocks und damit neue Inflation. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Phasen über Generationen als stabiler Anker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie deshalb eine Überlegung wert.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.
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