
Fass ohne Boden? Kiew fehlen 2027 weitere 70 Milliarden Euro!

Die nächste Milliardenrechnung liegt schon auf dem Tisch. Medienberichten zufolge fehlen der Ukraine im kommenden Jahr rund 70 Milliarden Euro, obwohl Brüssel bereits Hilfen in gewaltigem Umfang zugesagt hat. Die Zahl stammt aus Gesprächen zwischen Kiew und der EU-Kommission. Und die Kommission soll sie nach Konsultationen mit der ukrainischen Regierung nicht grundsätzlich bestreiten.
Die Rechnung aus Kiew
Konkret wurde Finanzminister Serhij Martschenko bei Gesprächen in Brüssel. Für den regulären Staatshaushalt fehlten 32,6 Milliarden Dollar, für die Verteidigung weitere 45 Milliarden Dollar. In Euro umgerechnet sind das knapp 70 Milliarden.
Bemerkenswert ist, was in dieser Rechnung schon enthalten ist. Aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen, auf das sich die EU im Dezember 2025 geeinigt hatte, sollen 2027 noch einmal 45 Milliarden nach Kiew fließen. Davon sind 30 Milliarden für das Militär vorgesehen und 15 Milliarden für den Haushalt. Die 70 Milliarden kommen also noch obendrauf.
Ein Versprechen mit kurzer Haltbarkeit
Viele dürften sich an den Dezember 2025 erinnern. Damals feierte Bundeskanzler Friedrich Merz den Kompromiss nach dem EU-Gipfel als großen Erfolg. Wie berichtet wurde, erklärte er, die Mittel reichten aus, um den militärischen und den haushälterischen Bedarf der Ukraine für die nächsten zwei Jahre zu decken. Keine zehn Monate später wirkt diese Zusage reichlich optimistisch.
Finanziert wird das Darlehen nicht über die eingefrorenen russischen Vermögen, sondern über EU-Anleihen am Kapitalmarkt. Abgesichert sind sie durch Spielräume im EU-Haushalt. Zurückzahlen soll Kiew nur, wenn Russland Reparationen leistet. Ob und wann das jemals geschieht, kann heute niemand sagen. Für die Steuerzahler in Deutschland, dem größten Nettozahler der Union, ist das ein Risiko mit offenem Ende.
Warum das Loch immer größer wird
Laut den Berichten gibt es mehrere Gründe für die wachsende Lücke:
- Einbruch beim Export: Seit August kann die Ukraine kein Getreide mehr über das Schwarze Meer ausführen.
- Zerstörte Wirtschaft: Russische Angriffe setzen der Industrie zusätzlich zu.
- Falsche Annahme: Der EU-Kredit beruhte auf einer Prognose des Internationalen Währungsfonds, nach der die Kämpfe noch 2026 enden sollten.
Dazu kommt ein strukturelles Problem. Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus haben die USA ihre Finanzhilfen weitgehend eingestellt. Fachbeiträgen zufolge hatte Washington zwischen 2022 und 2024 noch rund 40 Milliarden Euro pro Jahr beigesteuert. Diese Last trägt nun vor allem Europa.
Brüssel soll wieder einspringen
Für das laufende Jahr hält die Kommission die Finanzierung für gesichert. Kiew stehen demnach noch 16,6 Milliarden Euro Militärhilfe und 17,1 Milliarden Euro Budgethilfe zu. Ein Teil davon fließt aber nur, wenn das ukrainische Parlament vereinbarte Reformgesetze beschließt. Ohne diese Reformen dürfte es nach Angaben aus Kommissionskreisen schwierig werden, zusätzliches Geld für 2027 zu bekommen.
Übernimmt die EU wie bisher rund zwei Drittel des Bedarfs, müsste sie 2027 noch einmal etwa 45 Milliarden Euro aufbringen. Eine erste Übersicht will die Kommission beim nächsten Europäischen Rat vorlegen. Woher soll das Geld kommen? Die Antwort ahnt jeder: wieder aus gemeinsamen Schulden, für die am Ende die Bürger der Mitgliedstaaten geradestehen.
Was das für Sparer bedeutet
Ob Sondervermögen in Berlin oder Gemeinschaftsanleihen in Brüssel: Die Schulden wachsen auf allen Ebenen. Wer sein Erspartes vor schleichender Geldentwertung und politischen Fehlkalkulationen schützen will, findet in physischem Gold und Silber eine bewährte Ergänzung zu einem breit gestreuten Vermögen. Edelmetalle sind seit Jahrhunderten von keinem Haushaltsplan und keinem Gipfelbeschluss abhängig.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertanlagen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.












