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Fregatten-Fiasko F126: Werft will 4,68 Milliarden Euro vom Bund!

Fregatten-Fiasko F126: Werft will 4,68 Milliarden Euro vom Bund!
Symbolbild: KI-generiert

Das gescheiterte Prestigeprojekt der Deutschen Marine hat ein teures Nachspiel. Die niederländische Damen-Werft fordert von der Bundesrepublik 4.679.663.394 Euro netto. So steht es in einem Schreiben ihres Anwalts Peter Gauweiler an den Haushalts- und den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte das Programm F126 im Juni 2026 gestoppt.

Keine Schadenersatzforderung, sagt der Anwalt

Gauweiler war früher CSU-Bundestagsabgeordneter. Nach seiner Darstellung geht es bei der Summe um Zahlungs- und Freistellungsansprüche, die zwischen dem Bund und Damen vertraglich vereinbart worden seien. Schadenersatz im eigentlichen Sinn sei das nicht. Ein großer Teil fließe an die vielen hundert Unterauftragnehmer der Werft weiter.

Damit ist es aber wohl nicht getan. Ob Damen darüber hinaus Schadenersatz verlangt, werde Medienberichten zufolge noch geprüft. Die Werft hält die Entscheidung des Ministers für rechtlich völlig unbegründet und spricht von einer „Überraschungsentscheidung“, die allein politisch motiviert sei. In einem Brief an das Ministerbüro soll Gauweiler sogar geschrieben haben, der Verdacht auf amtspflichtwidriges Handeln der Ministeriumsspitze habe sich „erheblich verdichtet“.

Pistorius sieht die Schuld bei der Werft

Der Minister weist das zurück. Den Abbruch begründe allein die „Schlechtleistung des Auftragnehmers“, sagte er. Dass sich Damen wehre, sei aus seiner Sicht aber „völlig legitim“. Das Ministerium prüft inzwischen, ob es selbst Ansprüche gegen die Werft hat. Der Bund habe die Entscheidung sorgfältig abgewogen, erklärte Pistorius:

„… um weiteren Schaden für den Steuerzahler abwenden zu können.“

Das klingt nach Verantwortung. Doch wer zahlt am Ende? Das werden wohl erst Juristen in jahrelangen Verfahren klären. Bis dahin bleibt ein Milliardenrisiko im Bundeshaushalt.

Die Verzögerungen waren bekannt – bestellt wurde trotzdem

Bestellt wurden die Schiffe im Jahr 2020, eingefädelt hatte den Auftrag noch die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Damals ging es um vier Fregatten. Schon der Rüstungsbericht von 2024 beschrieb Probleme an den IT-Schnittstellen zwischen Damen und den Zulieferern, und die Fertigung lag bereits im Verzug.

Trotzdem gab der Haushaltsausschuss im Juni 2024 grünes Licht für die Schiffe fünf und sechs. Wenige Tage später löste der Bund die Option aus. Laut Damen stieg der Vertragswert dadurch von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro. Pistorius feierte die Fregatte bei der Kiellegung in Wolgast noch als wichtigen Baustein der Marine. Die erste Übergabe war für 2028 geplant. Diese Argumentation dürfte vor Gericht zum gefährlichsten Pfeil der Werft werden.

Von zehn auf bis zu 18,8 Milliarden Euro

Die Zahlen zeigen, wie stark die Kosten aus dem Ruder liefen:

  • Rund 10 Milliarden Euro Auftragsvolumen für sechs Schiffe
  • 15,2 Milliarden Euro bei einem Wechsel des Generalunternehmers zu NVL
  • Bis zu 18,8 Milliarden Euro Gesamtvolumen inklusive der bisherigen Leistungen
  • Rund 2,3 Milliarden Euro bereits ausgegeben, sagt der Minister

Auf diese Rechnung kommt nun die Forderung von Damen obendrauf.

Fähigkeitslücke unter Wasser

Statt der F126 soll die Marine bis zu acht Fregatten vom Typ MEKO A-200 bekommen, gebaut von Thyssenkrupp Marine Systems. Für die ersten vier hat der Haushaltsausschuss knapp 6,3 Milliarden Euro bewilligt. Das erste Schiff soll Ende 2029 kommen. Bei der U-Boot-Abwehr sieht die Bundeswehr selbst eine Fähigkeitslücke.

Der Bund weitet ein wackelndes Programm erst aus, reserviert 2025 Geld für eine Alternative und bricht im Juni 2026 alles ab. Den Preis dafür zahlen am Ende die Steuerzahler, und das in einer Zeit, in der die Koalition mit Sondervermögen und neuen Schulden ohnehin große Lasten auf künftige Generationen verschiebt. Die Marine hat sechs Jahre verloren, viele Milliarden stehen auf dem Spiel, und ein Ende ist nicht in Sicht.

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