
Gold-Rabatt lockt Asien: Indien und China greifen wieder zu!

Nach dem Kursrutsch im September kehren Asiens Goldkäufer zurück. In dieser Woche zog die physische Nachfrage in den wichtigsten Handelszentren von Mumbai bis Shanghai spürbar an. Viele Käufer nutzen die tieferen Preise zum Einstieg. Andere warten noch ab, ob es weiter nach unten geht.
Indien: Aus dem Ausverkauf wird ein Feilschen um Aufschläge
In Indien sank der Goldpreis im Inland auf 145.538 Rupien je zehn Gramm. So billig war das Metall dort seit fast zwei Monaten nicht mehr. Bei den Händlern hat das einiges bewegt.
Die Abschläge auf den offiziellen Inlandspreis sind deutlich geschrumpft. Händler gewährten diese Woche nur noch bis zu 14 Dollar je Unze Rabatt, in der Vorwoche waren es bis zu 43 Dollar. In diesen Preisen stecken bereits 15 Prozent Importzoll und 3 Prozent Umsatzsteuer. Schrumpfende Rabatte sind ein klares Zeichen dafür, dass die Käufer zurückkommen.
Ein Großhändler aus Kolkata sagte, die Nachfrage habe mit der Preiskorrektur angezogen. Ein Händler einer Privatbank in Mumbai hält schon in der kommenden Woche Aufschläge für möglich, falls die Preise ungefähr auf dem jetzigen Stand bleiben:
„Jewelers and investors are now showing more interest in buying as festival season is approaching.“
Festzeit als Turbo
Der Zeitpunkt kommt den Händlern gelegen. Noch im Oktober wird in Indien Dussehra gefeiert, Anfang November folgt Diwali. Zu beiden Festen gilt der Kauf von Gold als glücksbringend. In einem Land, in dem Familien ihr Erspartes seit Generationen in Schmuck und Barren anlegen, ist das wörtlich gemeint. Von Gold als „Spekulationsobjekt“ spricht dort niemand.
China zahlt Aufschlag, Singapur füllt die Lager
Im größten Verbrauchermarkt der Welt wurde Gold diese Woche 5 bis 10 Dollar je Unze über dem internationalen Referenzpreis gehandelt. Ein Aufschlag zeigt, dass die Käufer zugreifen und nicht abwarten. Der Regionaldirektor für Großchina beim Edelmetallkonzern MKS PAMP beschreibt die Nachfrage als äußerst preissensibel. Gekauft werde vor allem dann, wenn der Preis seitwärts läuft oder nachgibt. Fiele der Spotpreis weiter, könne das die physischen Absatzmengen also zusätzlich stützen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich an anderen Plätzen:
- Singapur: zwischen 1,5 Dollar Abschlag und 1 Dollar Aufschlag. Ein Edelmetallhändler spricht mit Blick auf die Händlerbestände von einer anziehenden Nachfrage.
- Hongkong: zwischen 1,5 Dollar Abschlag und 0,5 Dollar Aufschlag
- Japan: zwischen 0,25 Dollar Abschlag und 0,5 Dollar Aufschlag
Korrektur im Rekordlauf
Im September hat der Goldpreis international mehr als 6 Prozent verloren. Auch diese Woche steuerte er zunächst auf ein Minus zu. Klingt dramatisch? Nicht, wenn man die Vorgeschichte kennt. Allein 2025 stieg Gold laut World Gold Council um mehr als 60 Prozent und markierte über 50 Allzeithochs. Nach so einem Lauf sind Rücksetzer normal und eher ein Zeichen für einen gesunden Markt.
Die Kurstafeln zur Zeit der Berichte zeigten bereits eine Gegenbewegung. Gold-Futures standen bei rund 4.713 Dollar je Unze, ein Tagesplus von knapp 4 Prozent. Silber legte sogar um mehr als 7 Prozent auf etwa 75,50 Dollar zu. Wer auf den großen Ausverkauf gewartet hatte, könnte ihn damit schon verpasst haben.
Was deutsche Sparer daraus lernen können
Asiens Käufer verhalten sich so, wie es vielen deutschen Anlegern abtrainiert wurde. Sie sehen Gold als langfristigen Vermögensspeicher und kaufen Schwächephasen gezielt nach, statt in Panik zu geraten. Der Blick nach Europa macht das verständlich. Der Staat finanziert sich mit Sondervermögen in Milliardenhöhe auf Pump, die Zinsen bleiben real mager, und an den Rohstoffmärkten kostet Brent-Öl weiterhin mehr als 100 Dollar je Barrel. Wer sein Erspartes vor Inflation und Geldentwertung schützen will, muss da selbst handeln.
Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio ein stabiler Anker sein. Das gilt besonders in Phasen, in denen der Markt durchatmet und die Preise vorübergehend nachgeben.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere, Edelmetalle oder andere Finanzprodukte zu kaufen oder zu verkaufen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst gründlich, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.

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